Launige YouTube-Serie mit dreiminütigen Folgen im Auftrag der Deutschen Bahn, in der die großartige Anke Engelke als Zugchefin sich von keiner noch so großen Widrigkeit an Bord ihres ICE aus der Bahn (🙂) werfen lässt.
FAST FACTS:
• Promo-Webserie der Deutschen Bahn mit Anke Engelke in der Hauptrolle
• Fünf Folgen à drei Minuten plus ein Musikvideo („Thank you for traveling with Deutsche Bahn“)
• Regie führte Comedy-Ass Arne Feldhusen („Stromberg – Der Film“, „How to Sell Drugs Online (Fast)“
• Produziert von wtf GmbH, ein Jointventure der btf Bildundtonfabrik & Elastique
CREDITS:
Land / Jahr: Deutschland 2025; Laufzeit: 5 x 3 Minuten; Regie: Arne Feldhusen; Produktion: wtf GmbH; Besetzung: Anke Engelke, Chenoa North-Harder, Yannik Heckmann, Mücahit Altun; Plattform: YouTube-Kanal der DB; Start: 8. Oktober 2025
REVIEW:
12.56 Uhr. Ich kann berichten: Gerade ist mein ICE abgefahren vom Hauptbahnhof München Richtung Berlin. Abfahrt vier Minuten verspätet. Also: PÜNKTLICH (so gut wie). Ich sitze in der 2. Klasse in Abteil 5 und harre der Dinge, welche Abenteuer mich auf dieser Fahrt mit der Deutschen Bahn erwarten mögen. Aktuell ist eine pünktliche Ankunft erwartet auf einer Strecke, die mit fünf Stunden Fahrt gerade wieder spürbar länger dauert, als man das letzthin gewohnt war. Aber ich fahre gerne mit der Bahn – habe bei meinen Reisen generell aber auch mehr Glück als mein Kollege Marc Mensch, der eines Tages Bücher schreiben wird über seine fortgesetzten Erlebnisse (und für mögliche weitere Folgen von „Boah, Bahn!“ sicherlich hinlänglich Anregungen geben könnte). Ich werde die Reise damit verbringen, meine Gedanken zu „Boah, Bahn!“ zu Computer zu bringen, die neue im Smartphone-Hochkant-Format gefilmte Webserie mit etwa dreiminütigen Folgen, von denen die beiden ersten heute auf dem YouTube-Kanal der Bahn starten und drei weitere Episoden morgen folgen werden (sowie auf Instagram und TikTok) – gerade wurde das Format standesgemäß in einem Zug der Bahn (nicht dem meinen) mit einem Event mit Hauptdarstellerin Anke Engelke vorgestellt. Ein bisschen kann man das so verstehen wie in den 70er-Jahren launige Promosingles größerer Konzerne oder Fluglinien (ein bisschen so wie das hier), nur eben hipper und lässiger und der Zeit entsprechend als Bewegtbild und mit wissendem Humor. Und fast genauso guter Musik wie einst, wie das zugehörige Musikvideo „Thank you for traveling with Deutsche Bahn“ untermauert.
Kleiner Zwischenstand: Pünktlich in Nürnberg angekommen. Doch die Abfahrt verzögert sich. Aktuell acht Minuten. Wo ist Zugchefin Tina, wenn man sie braucht?
Ob es großartige Comedy, ein erfreuliches Stück Selbstironie, ein gerüttelt Maß an Chuzpe oder ein starkes Stück ist, muss jeder Bahnkunde / Zusehender für sich entscheiden (haters gonna hate), wenn das Format, inszeniert von Arne Feldhusen und produziert von wtf GmbH, ein Joint Venture von btf Bildundtonfabrik & Elastique, seine Heldin, die von Anke Engelke gespielte und mit unerschütterlicher guter Laune gespielten Zugchefin Tina, und ihr Team augenzwinkernd und frech mit den allen Reisenden bestens bekannten Fettnäpfchen konfrontiert, die man bei Fahrten von Flensburg bis Berchtesgaden und Aachen bis Cottbus in höherer Frequenz erleben kann, als einem lieb sein kann: Verspätungen, defekte Klima-Anlagen und Toiletten, Verbindungstüren, die sich nicht öffnen wollen, verschütteter Kaffee und missgelaunte Mitreisende (oftmals aus den gerade genannten Gründen). Wenn man es schon nicht ändern kann, kann man genauso gut auch darüber lachen. Und das fällt dann doch recht leicht, bei der beschwingten Inszenierung und den liebenswerten Figuren, die man in der Kürze der Zeit bestenfalls skizzenhaft kennenlernt und dennoch ins Herz schließt in diesen sketchartigen Filmchen, in denen sich neben Tina noch Zugbegleiterin Katy (Chenoa North-Harder), Lukas (Yannik Heckmann) sowie Bordbistro-Stewart Serdar (Mücahit Altun) angesichts all der Widrigkeiten beweisen müssen. Ich mochte das so sehr, dass mir gar nicht auffällt, dass meine Verspätung in Bamberg schon elf Minuten betragen wird. Alles richtig gemacht also. Weitermachen.
Thomas Schultze