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REVIEW STREAMING: „Maxton Hall“ Staffel 2


Am 7. November startet die zweite „Maxton Hall“-Staffel direkt mit drei Episoden auf Prime Video durch. Der Young-Adult-Welthit mit dem überprivilegierten Hottie James Beaufort und der sozialen Aufsteigerin Ruby Bell am britischen Elite-Internat, vom Traumpaar Harriet Herbig-Matten und Damian Hardung gespielt, bleibt gekonnte, teils rauschhafte Herzschmerz-Unterhaltung.

Maxton Hall Staffel 2
Harriet Herbig-Matten (l.) und Damian Hardung in der zweiten „Maxton Hall“-Staffel (Credit: Amazon MGM Studios)

FAST FACTS:

• Erfolgreichste nicht-englischsprachige Prime-Video-Serie aller Zeiten
• Basiert weiterhin auf den Vorlagen von Bestsellerautorin Mona Kasten
• Rückt in Staffel 2 mit sechs neuen Episoden die Frauenfiguren noch mehr in den Fokus
• Internationale Speerspitze des Young-Adult-Craze
• Weltpremiere am 17. Oktober im Berliner Tempodrom

CREDITS:

Auftraggeber: Prime Video; Produktion: UFA Fiction; Produzent:innen: Markus Brunnemann, Ceylan Yildirim; Drehbuch: Ceylan Yildirim (Headautorin), Juliana Lima Dehne, Marlene Melchior; Regie: Martin Schreier; Producer: Valentin Debler; Kamera: Martin Schlecht; Cast: Harriet Herbig-Matten, Damian Hardung, Sonja Weißer, Ben Felipe, Fedja van Huêt, Runa Greiner, Justus Riesner, Andrea Guo, Frederic Balonier, Eli Riccardi, Start: 7.11.25

REVIEW:

Die Weltpremiere der zweiten „Maxton Hall“-Staffel im Berliner Tempodrom mit mehr als 2.600 Gästen dürfte als immersivstes Kinoerlebnis 2025 in die Filmgeschichte eingehen. Es sei denn die Singalong-Version des Netflix-Phänomens „KPop Demon Hunters“ setzt demnächst nochmal einen drauf. Aber bei diesen beiden Episoden der UFA Fiction Produktion am 17. Oktober reagierte das Publikum auf jede Nuance der jungen Charaktere am titelgebenden britischen Privatcollege.

Die Zuschauerinnen und Zuschauer jubelten, stießen Sehnsuchtsschreie, Stöhnen und Jauchzer aus, stampften auch mit den Füßen. Es war ein unvergessliches Erlebnis. Und es ist fast ein bisschen schade, dass die Serie am 7. November „nur“ zu Prime Video kommt, weil das schon ein Format ist, was in der Gruppe gleich doppelt so viel Spaß macht.

Die erste Staffel endete damit, dass die Mutter von James Beaufort (Damian Hardung) verstarb, was den reichen und privilegierten Schüler auf eine harte emotionale Talfahrt schickt, die am Anfang der zweiten Staffel erzählt wird: Mit Drogen, Alkohol und Frauen stürzt James ab, verletzt damit auch sein zartes Liebesglück mit Ruby Bell (Harriet Herbig-Matten), die sich in der ersten Staffel noch mehr neckten, aber letztlich doch zusammenfanden, obwohl sie aus zwei völlig unterschiedlichen sozialen Schichten stammen.

Maxton Hall Staffel 2
Die Beauforts bleiben nicht vor Schicksalsschlägen geschützt in „Maxton Hall“ Staffel 2 (Credit: Amazon MGM Studios)

Die nach den Bestseller-Romanen von Mona Kasten erzählte Serie wurde 2024 ein weltweites Serien-Phänomen auf Prime Video. Allein in Deutschland stand das Format ein Jahr lang ununterbrochen in der Serien-Top-Ten. Es ist die erfolgreichste nicht-englischsprachige Original-Serie aller Zeiten auf dem Amazon-Streamingdienst. Lange Zeit suchte das Unternehmen ein Äquivalent zu Netflix-Welthits wie „Squid Game“ oder „Adolescence“. Im Young-Adult-Genre und ausgerechnet in Deutschland wurde es fündig und reitet seitdem zusammen mit den „Mea Culpa“-Filmen und „Der Sommer, als ich schön wurde“ so virtuos wie kein anderer Anbieter die Genrewelle.

„Maxton Hall“ brach den Bann

Das Kronjuwel ist aber „Maxton Hall“, diese perfekt emotional choreografierte romantische Fantasie einer sozialen Aufsteigerin, die sich aus eigener Kraft Richtung Elite-Universität Oxford bewegt und gleichzeitig eine Beziehung mit dem heißesten Jungen dieser fiktiven Welt anfängt, die eine deutsche Produktion aus Deutschland heraus in einem zusammen erträumten Großbritannien erzählt.

Was aber Staffel zwei vor allem zeigt, ist mit James Beaufort ein erwachsenes Kind mit toxischen Ausprägungen, das von Ruby gerettet werden will. Aber die muss selbst sehen, wo sie bleibt. Mit anhaltenden Jubelstürmen wurde im Berliner Kinosaal quittiert, als sie ihn endlich auf dem Handy blockiert. Die Figur Ruby ist eben auch vor allem eine Stellvertreterin für viele Frauen, die auf anderen Leveln mit ganz ähnlichen schwierigen Beziehungen zu kämpfen haben.

Umso angenehmer ist der aufgemachte Gegensatz, wenn sich Ruby mit ihrer Schwester Ember (Runa Greiner), ihrer besten Freundin Lin (Andrea Guo) und einer weiteren Person zur Pyjama-Party trifft. Die zweite Staffel ist dahingehend ein Wechselbad der Gefühle. Mag James Beauforts Trauer fast schon parodistisch überhöht wirken, treffen die Szenen, in denen sich die neuen Frauenbündnisse behutsam herausformen, aber auch schauspielerisch genau den richtigen Ton.

Maxton Hall Staffel 2
Damian Hardung in „Maxton Hall“ Staffel 2 (Credit: Amazon MGM Studios)

Wie Popsongs konzipiert, die direkte und rohe Emotionen transportieren

Wie schon die erste Staffel ist das Ganze wie Popsongs konzipiert, die direkte und rohe Emotionen transportieren und entfesseln. Die Serie sieht trotz der düsteren Momente am Anfang von Staffel zwei fluffig und bunt aus. Es gibt auch wieder lange Sequenzen, in denen sich die Charaktere nur in Zeitlupe fortzubewegen scheinen. Aber es funktioniert, weil die Überhöhung der Szenerie glaubhaft ist und sie die Gefühle der Figuren überzeugend spiegelt. Es ist eine Serie, die sich ihre Tränen und das Schniefen ehrlich mit teils bombastischen Bildern und Herzschmerz-Momenten verdient, aber manchmal auch erzwingt.  

Schon die ersten beiden Episoden deuten an, dass Harriet Herbig-Matten nochmal deutlich mehr im Mittelpunkt des Geschehens steht, dass es um ihre Belange und ihre Gefühlswelt geht. Gleichzeitig kommt über andere Charaktere immer wieder ein guter Schuss Humor, manchmal goofy, manchmal gutgeschrieben, häufiger über Comic Reliefs, in die Szenen. Es ist auch wundervoll mit anzusehen, wie die Figuren von Runa Greiner oder etwa Sonja Weißer an Profil gewinnen und wachsen dürfen.

Dass die zweite Staffel wieder ein globaler Hit wird, ist eigentlich klar. Dass es aber nicht wie so häufig einen offenkundigen Qualitätsabfall in der Fortsetzung gibt, wie bei so viele guten Serien in den vergangenen Jahren, ist unter der Drucksituation der so nachgefragten ersten Staffel umso beeindruckender. Die dritte Staffel ist bereits beauftragt. Auch wiederum schade, dass es von Bestsellerautorin Mona Kasten tatsächlich vorerst nur drei Bücher der „Save Me/You/Us“-Reihe gibt.

Michael Müller