100 Folgen „Ein starkes Team“: Wir haben uns bei Ensemble-Mitgliedern der von UFA Fiction fürs ZDF produzierten Reihe und Weggefährten, die hinter der Kamera aktiv sind, umgehört und wollten wissen: woran machen Sie den langanhaltenden Erfolg fest? Die Jubiläumsfolge „Für immer jung“ wird am 25. Oktober zur Primetime ausgestrahlt.

Sascha Schwingel, CEO UFA
Wir haben gerade einen Antrag beim Guinness Buch der Rekorde gestellt, weil wir der Meinung sind, dass es sehr wenige bis gar keine Schauspieler gibt, die 100 Mal 90 Minuten dieselbe Figur gespielt haben. Das ist gerade in Prüfung. Florian Martens hätte es verdient. Wenn man ihn nachts um 4 weckt, weiß er sicher nicht, ob er Florian oder Otto ist. 🤗 Für uns ist „Ein starkes Team“ eine Perle, ein Diamant, ein Fundament. Eine so wertvolle Marke ist von unschätzbarem Wert für die UFA. Unsere Aufgabe als Produktionsfirma ist es, dieses Format in die Zukunft zu tragen und zu schauen, wie wir es linear, aber auch im Stream, in der digitalen Welt, weiterentwickeln und zeitgemäß halten können.
Matthias Pfeifer, Redakteur ZDF
Es ist wunderbar, dass eine Reihe 100 Folgen eines abendfüllenden Formats mit 90 Minuten schafft. Das ist ziemlich einmalig. Ich hab mal nachgeguckt: Wir haben 60-Minuten-Reihen, die noch mehr Folgen haben, aber im 90-Minuten-Bereich, 20.15 Uhr Primetime, ist das „Starke Team“ als Krimireihe im ZDF tatsächlich die am längsten laufende Reihe. Seit 1994. Da habe ich beim ZDF gerade erst angefangen. Was ist das Erfolgsgeheimnis? Ich glaube, das ist vor allem der menschliche, emotionale Zusammenhalt in dem Ermittlerteam. Zusammenhalt zu erleben in den heutigen Zeiten, die so herausfordernd sind in einer Gesellschaft, die sich immer mehr spaltet, ist ein Zuschauerbedürfnis. Das sprichwörtliche Lagerfeuer, was es früher oft gab und was es heute nur noch ganz selten im Fernsehen gibt. Das ist ein Kriterium. Und dann ist es dieser ganz besondere Humor im Ermittlerteam, v.a. durch Otto natürlich (Florian Martens) mit seiner sprichwörtlichen Berliner Schnauze.

Johannes Grieser, Regisseur etlicher Filme (er hat auch die 100. Folge inszeniert)
Ich mache das schon seit 25 Jahren immer mal wieder. Um 2001 herum habe ich meinen ersten „Starkes Team“-Film inszeniert. Ich könnte gar nicht sagen, was ich verbessern würde. Ich liebe einfach die beteiligten Schauspieler! Die größte Freude für mich ist es, den Schauspielern bei der Arbeit zuzuschauen! Deshalb mache ich es auch immer wieder gerne, kehre immer wieder gerne zurück. Florian Martens ist der authentischste Schauspieler, den es gibt in seiner Rolle des Otto Garber. Steffi Stappeneck als seine wunderbare Kollegin, total geerdet. Manon Straché kriegt alles aufs erste Mal hin. Arnfried Lerche als Chef, der immer etwas hölzern dazwischengeht und das totale Gegenteil von Otto ist. Jaeckie Schwarz muss man als Berliner Original einfach lieben. Auch die neuen Besetzungen wie nun Lucas Reiber sind wunderbar ausgesucht. Um es kurz zu machen: Sie sollen so weiter machen!
Simon Müller-Elmau, Produzent UFA Fiction
Chapeau! 100 Folgen eines 90-Minüters sind schon etwas ziemlich Besonderes. Das hängt viel mit den Menschen zusammen, die daran beteiligt sind. Ich würde sagen, das war auch ein Glücksfall. Dadurch, dass ZDF-Redakteur Günther van Endert von Anfang an viele Jahre ein gutes Auge draufhatte (Anm. der Red.: mittlerweile ist Matthias Pfeifer der zuständige Redakteur), dadurch, dass an der Reihe relativ wenig Autoren in all der Zeit arbeiteten, dadurch, dass wir so tolle Schauspieler wie Florian Martens und Maja Maranow bzw dann Steffi Stappenbeck an unserer Seite wissen… „Ein starkes Team“ ist ein Format, an dem wenig herumgedoktert wurde. Oftmals gehen Serien oder Reihen zugrunde, weil irgendjemand meint, man müsse das jetzt mal richtig machen. Es wurde immer geschaut, dass das Format für die Zuschauer ist und nicht zur Selbstprofilierung. Das ist der entscheidende Faktor.
Leo P. Ard, Autor
Ich bin einer der Stammautoren, ab Folge 10 dabei. Das war in den 90er Jahren. Mittlerweile habe ich sicher zwischen 50 und 55 Folgen geschrieben. Auch die 100. Jubiläums-Folge stammt aus meiner Feder. Mir macht es immer wieder Spaß, fürs „Starke Team“ zu schreiben. Ich finde vor allem den Humor so wichtig, der durch Otto, Linett und Sputnik in die Reihe getragen wird. Am Samstagabend möchte man sich zurücklehnen und sich nicht unbedingt mit schweren Themen belasten… Wir schaffen es jedes Mal, einen spannenden Fall zu erzählen, aber immer mit dem notwendigen Humor, dass man auch mal schmunzeln kann. Speziell bei der 100. Folge war mir wichtig, dass wir Ausschnitte aus alten Filmen zeigen können. Nach 30 Jahren möchte man einfach gerne sehen, wie Otto am Anfang aussah. Deswegen habe ich eine Geschichte ausgedacht, in der Bösewichte aus der damaligen Zeit auftauchen, wo Otto noch jung war und Haare hatte. Und der Titel „Für immer jung“ soll darstellen, dass das „Starke Team“ immer noch jung geblieben ist. Aber es hat auch damit zu tun, dass wir in einer Zeit leben, in der geforscht wird, dass wir immer älter werden können.

Stefanie Stappenbeck, Schauspielerin (Rolle: Linett Wachow)
Gäbe es ein Ehrenbuch fürs Jubiläum, würde ich folgendes hineinschreiben: „Liebes ,Starke Team‘: Die allergrößten Glückwünsche zu diesem wunderbaren Erfolg. Danke, dass es dich gibt und danke, dass du die Zuschauer schon seit so vielen Jahren mit spannenden, unterhaltenden Krimis versorgst, die sie vom Alltag ablenken und ihnen gleichzeitig etwas über die Welt beibringen können.“ Die Arbeit daran macht mir großen Spaß. Wir sind wie eine Familie, über ein Team hinausgehend. Mit unserer Gruppe um Eva Sixt als Gerichtsmedizinerin, Arnfried Lerche als Reddemann, unseren Chef, Jaecki Schwarz als Sputnik, Lucas Reiber als neuer Kommissar und natürlich Florian Martens als Otto. Wir sind eine Team-Familie. Uns kann nichts entzweien. Wir arbeiten viel und ernsthaft und es ist nicht nur Zuckerschlecken und Spazierengehen. Aber wir haben viel Freude daran, schöne, spannende, unterhaltsame Filme zu drehen, die auch ein bisschen nachdenklich machen. Aber immer auch ein Vergnügen sind.
Manon Straché (Rolle: Kneipenwirtin Andrea Stritzke)
Ich bin ja noch nicht so lange dabei. Für mich ist es ein Ritterschlag, dass ich dazu eingeladen wurde und dass meine Rolle der Kneipenwirtin immer mal wieder auftaucht. Das Schöne an „Ein starkes Team“ ist, dass die meisten schon so lange dabei sind. Die verstehen ihren Job. Es herrscht so eine Freundlichkeit hier! Ich freue mich jedes Mal, wenn ich dabei sein kann. Manchmal habe ich auch nur einen Drehtag, aber es kommt mir dann vor, als hätte ich eine Woche gedreht – so intensiv ist das. Der Charme ist das Berlinerische, dieser proletarische Charme, der mit dieser Umgebung zusammenhängt. Raue Schale, weicher Kern. Das ist einzigartig. Das kann man nicht nach Bayern transportieren.
Jaecki Schwarz (Rolle: Sputnik)
Ich bin wie Florian Martens seit dem ersten Film dabei. Mir gefällt an meinem Sputnik, dass er die Funktion hat, die Geschichten aufzulockern, für die humorvollen Momente sorgen darf. Es steht zwar immer der Kriminalfall im Vordergrund, aber die Art und Weise, wie der Fall behandelt wird, ist relativ übersichtlich. Da wird nicht so viel psychologisiert, die Figuren haben nicht so einen bösen Hintergrund… Es ist übersichtlich und nachvollziehbar. Man kann mitdenken und mitraten. Es ist nicht zu kompliziert und relativ stringent. Und, ganz wichtig, wir sehen normale Menschen, die sich selbst auch nicht zu ernst nehmen. Keine Übermenschen. Darin liegt meines Erachtens der Erfolg der Reihe.
Lucas Reiber, Schauspieler (Rolle: Nils Makowski)
Meinen größten Respekt, an alle, die teilweise wirklich 30 Jahre dabei sind. Das so durchzuziehen, spannend zu halten und diese Energie aufrecht zu erhalten, ist wirklich etwas ganz Besonderes. Den Erfolg über so viele Jahre mache ich an mehreren Faktoren fest: Berlin als Kulisse, der immer tollen Besetzung der Gastrollen, natürlich der Hauptcast, der über die Jahre durchführt, und die Berliner Schnauze von Otto. Das alles sind Sachen, die die Leute gerne sehen. Außerdem werden die Zuschauer ernst genommen, beim Miträtseln der Fälle und auch, wie wir an die Figuren rangehen. Wir geben uns sehr viel Mühe in der Vorbereitung, bei Leseproben. Wir spielen das nicht so weg.
Arnfried Lerche (Rolle: Reddemann)
Unser Drehteam besteht konstant über Jahre und Jahrzehnte aus meist denselben Leuten. Wir haben sehr wenig Fluktuation. Deswegen kennt man sich drumherum. Man weiß voneinander, es ist ein gutes Verhältnis, gute Stimmung am Set, sehr familiär. Ich finde gut, dass die UFA darauf achtet. Der Erfolg beruht meines Erachtens auf unterschiedlichen Faktoren: Zum einen an den Drehbüchern, zum anderen an Florian Martens, der mit seiner sehr persönlichen Art diese Rolle des Otto Garber spielt. Ich würde sagen, dass Florian sehr viel Persönliches da reinbringt in die Rolle. Das wird vom Zuschauer goutiert. Natürlich machen wir das alle, dass wir viel von uns einbringen. Aber Florian spielt die prägnante Figur und hat den Humor, bei dem auch ich sehr lachen muss. Und ich lache gerne.
