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Streaming-Studie: Bundle-Deals helfen gegen Kündigungen


Die Unternehmungsberatung Simon Kucher hat die nächsten Häppchen ihrer jährlichen Streaming-Studie veröffentlicht. Dieses Mal liegt der Fokus auf sogenannten Bundles, wenn Abonnenten für einen günstigeren Preis mehrere Streamingdienste zum Beispiel mit TV-Angeboten verknüpfen. Diese Pakete sind bei den Kunden auf dem Vormarsch.

Symbolbild Streaming TV
Konsumenten haben heute die Qual der Wahl beim Streamen (Credit: Simon Kucher)

Bereits rund die Hälfte der Nutzerinnen und Nutzer setzt laut den aktuellen Ergebnissen der Simon-Kucher-Streaming-Studie auf Paket-Lösungen, etwa solche, die TV-Optionen enthalten. Für Anbieter sind Superbundles ebenso wie Jahresabos demnach effektive Tools, die Kündigungswahrscheinlichkeit zu senken.

Schon bei moderaten Preiserhöhungen von Einzelabos denkt fast jeder Fünfte über eine Kündigung nach. Bei deutlicheren Aufschlägen ist es sogar fast jede zweite Person, bei Disney+ gar über die Hälfte. Die Ergebnisse beziehen sich auf eine Studie, welche die Unternehmensberatung Simon Kucher vom April bis Mai mit Hilfe des Markforschungsinstituts Walr bei mehr als 1.000 Verbrauchern durchführen ließ.

Schon 41 Prozent nutzen Superbundles

Mit 41 Prozent nutzt fast die Hälfte der Streaming-Abonnenten Superbundles. Während die User vielfältige Vorteile mit TV-Optionen genießen, sind die Kombi-Abos für Streaming-Anbieter dabei vor allem ein Mittel, die Kündigungswahrscheinlichkeit zu senken.

„Wer Inhalte über ein Bundle bezieht, bleibt in der Regel länger – der wahrgenommene Nutzen steigt, spontane Kündigungen sinken“, sagt Lisa Jäger, Partnerin bei Simon-Kucher. Für Anbieter bedeutet das: höhere Loyalität und stabilere Umsätze pro Haushalt.

Mit jedem weiteren Jahr sinkt die Kündigungswahrscheinlichkeit

Laufzeitmodelle wirken zusätzlich. Die Erwartung an den Rabatt liegt im Schnitt bei 22 Prozent für ein Jahresabo. Mit jedem weiteren Abo-Jahr sinkt die Kündigungswahrscheinlichkeit deutlich: Nach einem Jahr würden 33 Prozent beenden, nach vier Jahren nur noch 8 Prozent. „Jahresabos geben Planungssicherheit – für User und Anbieter gleichermaßen“, betont Jäger.

Die Preissensibilität bleibt jedoch hoch. Bei 10 Prozent Aufschlag erwägt fast jede fünfte Person die Kündigung; bei 20 Prozent würden 48 Prozent beenden, bei Disney+ 58 Prozent. „Preiserhöhungen sind der stärkste Kündigungstreiber im Streaming – ohne klare Preispfade werden Anpassungen schnell zu Kündigungswellen“, warnt Lisa Jäger. „Nicht jeder davon spricht zu kündigen, setzt dies aber auch um.“

Zum Thema Preiserhöhungen

Dies könnte auch langfristig das Pricing von Streamingdiensten beeinflussen. Aktuell scheinen sich allerdings die Vermutungen vieler Haushalte zu weiteren Preiserhöhungen zu bewahrheiten. So rechneten zum Zeitpunkt der Befragung bereits viele mit weiteren Preiserhöhungen: 56 Prozent erwarten Anstiege bei Netflix, 54 Prozent bei Disney+ und Apple TV+, 44 Prozent bei Amazon Prime.

Bei Disney+ wurden die Preise jetzt angehoben. „Mit der Preiserhöhung im Oktober geht Disney+ nach den kürzlichen Protesten und Kündigungen der Abonnenten ein Wagnis ein. Preiserhöhungen nach ’schlechter Presse‘ sind risikobehaftet. Allerdings agiert Disney+ aus einer sehr starken Position heraus, da Nutzer wissen, welchen Mehrwert sie geboten bekommen“, sagt Jäger zur kurzfristigen Pausierung der Late Night Show von Jimmy Kimmel auf dem Disney-Sender ABC und des angekündigten Protests gegen Disney+.

Die Simon-Kucher Streaming-Studie besteht jedes Jahr aus drei Teilen. Teil 1 und Teil 2 sind schon öffentlich gemacht. In wenigen Wochen erfolgt der gesamte dritte Ergebnis-Teil.