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Sebastian Lückel: „Die Mediathek hat viele Möglichkeiten eröffnet“


Auf der Seriencamp Conference haben am ersten Tag die internationalen Koproduktionen im Fokus gestanden. Der SRF arbeitet an einer zweiten „Davos 1917“-Staffel, die Degeto kündigte das neue Serienprojekt „Gnadenlos“ mit dem ORF an. Die Mediathek ist bei beiden deutschen öffentlich-rechtlichen Anstalten ein großer Treiber für Genreprojekte.

Seriencamp Conference 2025
Diskutanten beim Auftakt der Seriencamp Conference 2025 (Credit: THE SPOT)

Das allererste Panel der Seriencamp Conference 2025 in Köln hieß „Meet the European Commissioners“, was auf den ersten Blick trocken klingt, sich aber auf den zweiten Blick als spannende Fundgrube an frischen internationalen Serienprojekten herausstellte, weil auf der Kölner Bühne zahlreiche TV-Entscheidungsträger aus ganz Europa zusammengebracht wurden.

Tatsächlich waren es so viele Diskutanten, dass es drei unterschiedliche Panels-Besetzungen bedurfte, um alle Verantwortlichen auf die Bühne des Cinenova-Kinos zu bekommen. Sebastian Lückel von der ARD Degeto Film setzte den Ton, als er betonte, wie die Neuausrichtung der ARD-Mediathek viele neue Möglichkeiten in der Serienproduktion eröffnete.

Neue Zielgruppen bedeuten neue Genres

„Es gibt neue Zielgruppen und neue Genres, die wir jetzt machen können“, sagte Lückel, der unter anderem hinter dem erfolgreichen Vampir-Thriller „Oderbruch“ steht. Er habe schon erste Muster der zweiten Staffel gesehen, die fantastisch seien. Lückel sprach aber auch darüber, dass gerade in Paris die Serie „Vanished“ mit Matthias Schweighöfer und Kaley Cuoco unter Beteiligung der Degeto entsteht.

Auch kündigte er gemeinsam mit dem ORF die Serien-Koproduktion „Gnadenlos“ mit Barbara Auer und Tobias Moretti an, die sechs Episoden haben wird. Sabine Weber vom ORF saß ebenso auf dem Panel und betonte, wie wichtig internationale Koproduktionen für ein im Verhältnis gesehen kleines Land wie Österreich seien.

Weber freut sich auf die heute Abend anstehende Weltpremiere der Serie „Hundertdreizehn“ auf dem Seriencamp, betonte, wie gut „School of Champions“ bei allen Alterssichten in Österreich funktionierte und sie ein bisschen budgettechnisch Angst vor der Ausrichtung des Eurovision Song Contest 2026 in ihrem Heimatland habe.

SRF stolz auf „Davos 1917″

Bettina Alber vom SRF sagte, dass Förderung längere Zeit ein Problem in der Schweiz gewesen sei, aber jetzt durch das Lex Netflix etwas Bewegung in die Angelegenheit gekommen sei. „Wir brauchen mehr Inhalte und ansprechende Geschichten“, betonte sie im Hinblick auf eine zurückgehende Reichweite beim Publikum.

Alber kündigte offiziell an, dass eine zweite Staffel der Historienserie „Davos 1917“ in der Entwicklung sei. „Auf ‚Davos‘ sind wir sehr stolz. Es war unsere bisher größte Produktion. Wir haben es aus dem Sender heraus entwickelt und dann internationale Partner gefunden“, erzählte sie. Zu den nächsten großen internationalen Serienprojekten gehört beim SRF auch eine Neufassung des „Heidi“-Mythos, der zusammen mit RTL Deutschland angegangen wird.  

Mehrwert für Publikum schaffen

Frank Seyberth vom ZDF sagte, dass der öffentlich-rechtliche Sender aktuell in mehr als 90 Koproduktionen investiert sei. „Für einen ZDF-Euro bringen wir fünf Euro-Euros auf den Bildschirm. Das Publikum honoriert diese Qualität“, sagte Seyberth über das Engagement in diesem Bereich.

Alexander Bickel vom WDR, der pro Jahr drei Koproduktionen anschieben kann, sprach vor allem über die öffentlich-rechtliche Kooperation Fab Fiction, aus der zuletzt die britische Horror-Comedy „Video Nasty“ hervorging. „Wir freuen uns, dass wir bei ‚Arcadia‘ bei einer zweiten Staffel dabei sind“, sagte Bickel über das internationale dystopische Sci-Fi-Projekt, dessen erste Staffel der WDR bereits mitproduzierte.

SWR kooperiert mit Partnern in Südafrika und Israel

Ole Kampovski vom NDR wiederum betonte ebenso, wie die Mediathek auf ein jüngeres Publikum abzielt und es deswegen Genre-Serien bei den Öffentlich-Rechtlichen braucht. Simon Riedl vom SWR sieht eine wachsende Nachfrage nach High-End-Serien beim Publikum. Im Sommer kooperiert der SWR dahingehend mit Südafrika und im kommenden Jahr mit Israel. Bei Formaten, die sowohl linear als auch non-linear funktionieren sollen, brauche es das größte Budget.

Julius Windhorst vertrat Arte/ZDF auf dem Panel, auf dem auch Offizielle aus Finnland, Belgien, Norwegen oder Dänemark saßen. „Wir suchen nach individuellen Handschriften, relevante Themen, die ganz Europa betreffen“, sagte Windhorst. „The Danish Girl“ von Arte läuft auf dem diesjährigen Serienfestival als Premiere.