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Netflix sucht leichte Comedy, „Ku’damm 77“ mit Mockumentary-Element


Am letzten Tag der Seriencamp Conference haben beim dritten Teil des „Work in Progress“-Panel die Netflix-Comedy „Alphamännchen“ und die vierte Staffel „Ku’damm 77“ im Fokus gestanden.

Alphamännchen auf dem Seriencamp
Die Netflix-Serie „Alphamännchen“ auf dem Seriencamp-Panel (Credit: THE SPOT)

Am letzten Tag der Seriencamp Conference in Köln war der angestammte und geschätzte „Work in Progress“-Moderator Thomas Lückerath zurück auf der Bühne des Serienfestivals und stellte mit den Beteiligten vor allem die neue Netflix-Serie „Alphamännchen“ von Geißendörfer Pictures und die neue Staffel „Ku’damm 77“ von UFA Fiction in den Fokus.

Das Format „Alphamännchen“, das sich vor allem um vier Freunde in der 40er-Midlife-Crisis dreht, passt perfekt in das Jahr 2025, in dem die Fiction großen Redebedarf beim Thema Männlichkeit zu haben scheint. Geißendörfer-Pictures-Geschäftsführerin und Produzentin Hana Geißendörfer ließ aber gleich wissen, dass dieses Format mit Tom Beck, Serkan Kaya, Moritz Führmann und David Rott in den Hauptrollen vor allem Spaß machen soll.

Spanisches Vorbild für die „Alphamännchen“

Es ist die Adaption (Drehbuch: Arne Nolting, Jan Martin Scharf, Fabienne Hurst, Tanja Bubbel) eines spanischen Hit-Formats. „Wir wollten, dass das deutsche Publikum sich mit dieser Gruppe von Männern identifizieren kann“, sagte Geißendörfer. Die Produktionsfirma hat für den Erfolgsfall schon mit der Entwicklung einer zweiten Staffel begonnen, damit es bei grünem Licht schnell losgehen kann.

Eva van Leeuwen, Head of Series DACH, Netflix, sagte über das spanische Vorbild: „Uns gefiel, wie gesellschaftlich verbindend das Ganze mit Herz erzählt war.“ Es sei ein positiver Blick auf das Erwachsenenleben und vor allem Freundschaft. „Uns hat es viel Selbstvertrauen gegeben, dass das Original so erfolgreich in Spanien war. Menschen wollen etwas für das Herz sehen.“

Viele Comedy-Schiffchen losgeschickt

Netflix habe in den vergangenen Jahren in seiner Entwicklung einen größeren Fokus auf Comedies gelegt. Aber nicht alle seien durchgekommen, weil das Genre durchaus eine Herausforderung sei. „Diese Serie ist auf eine gute Weise soapiger“, sagte van Leeuwen. „Wer den Netflix-Hit ‚Four Seasons‘ mochte, wird auch ‚Alphamännchen‘ mögen.“ Die Serie erscheint diesen Herbst.

Die Drehbuchautoren Jan Martin Scharf und Arne Nolting betonten, dass sie den Ton des Originals ein bisschen verändert hätten. „Dort gibt es mehr Botschaft, wir sind unterhaltender. Die Charaktere stießen mit den Herausforderungen der modernen Gesellschaft zusammen. Daher komme die Comedy. Sie wollten leichte Unterhaltung schreiben. Während es bei der spanischen Version mehr um das Thema Männlichkeit kreist,konzentrierte sich die deutsche Version mehr auf Situationen und Charaktere.

Annette Hess schätzt „Die Geissens“

Auch die zweite groß vorgestellte Serie am abschließenden Donnerstag auf der Seriencamp Conference im „Work in Progress“-Panel konnte sich mehr als sehen lassen. Die „Ku’damm“-Reihe war bislang im ZDF mit ihren ersten drei Staffeln sehr erfolgreich. Jetzt kommt für die Familie Schöllack die Staffel „Ku’damm 77“, in der gleich drei weibliche Generationen der Familie aufeinandertreffen und auch ein neues visuell-erzählerisches Element hinzukommt.

Die Creative Producerin und Erschafferin der Reihe, Annette Hess, sagte, dass sie Fortsetzungen eigentlich nicht sonderlich mag, weil sie so leicht ins Soaphafte abdriften könnten. Wenn man aber weitere Staffeln machen wolle, dann müsse man etwas Bedeutsames erzählen.

„Das ist nicht einfach. Ich muss dem ZDF danken, dass sie so viel Geduld mit mir haben“, sagte Hess. Die Serie springt mit der neuen Staffel 14 Jahre weiter auf dem Zeitstrahl, in der die Enkel bereits erwachsen sind. „Diese neue familiäre Dynamik interessierte mich. Mich hat auch die zeitliche Epoche interessiert.“

Hess outete sich auch als großer Fan vom Mockumentary-Genre. „Ich liebe zum Beispiel ‚Die Geissens‘“, gestand Hess. Das Leben scheine durch dieses Trash-Format. „Zuerst wollte ich eine komplette Mockumentary aus der Staffel machen, damit das Publikum das Gefühl bekommt, dass es die Familie wirklich gegeben hat. Am Ende entschieden wir uns für den Mix der zwei Ebenen mit einem Film-im-Film.“ Sie habe auch schon eine Idee für eine weitere Fortsetzung.

Beate Bramstedt: „Wir haben über eine weitere Staffel gesprochen“

Beate Bramstedt vom ZDF wäre einer weiteren Staffel gegenüber sehr aufgeschlossen. „Wir haben über eine mögliche weitere Staffel gesprochen. Aber das liegt bei Annette“, sagte Bramstedt. „Wir sahen mit der vierten Staffel die Chance, von einer neuen Generation zu erzählen. Wir haben jetzt drei Generationen, die mit ihren eigenen gesellschaftlichen Problemen zu kämpfen haben.“

Marc Lepetit von UFA Fiction betonte, dass es darum gegangen sei, die Charaktere weiterzuentwickeln, um mit ihnen noch mehr Spaß haben zu können.

Regisseur Maurice Hübner wurde 1986 geboren. „Natürlich habe ich viel recherchiert, aber genauso viel die Drehbücher studiert. Ich war ein leidenschaftlicher Zuschauer der früheren Staffeln.“ Er habe von den Schauspielerinnen viel Vertrauen bei der Arbeit gespürt.

Eva van Leeuwen gratulierte dem „Ku’damm 77“-Team bei der „Alphamännchen“-Präsentation auf der Bühne. „Das sieht sehr gut aus“, sagte sie.