Mit den letztwöchigen Transaktionen von Entertainment-fernen Assets bereitete ProSiebenSat.1 das Ganze vor. Jetzt kündigt Großaktionär Media for Europe sein freiwilliges Übernahmeangebot für den deutschen Konzern an. Wobei sich die Italiener als Sparbrötchen zeigen.

Der ProSiebenSat.1-Großaktionär Media for Europe (MFE) hat am Mittwoch bekannt geben, ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für das deutsche Unternehmen unterbreiten zu wollen, um mehr Flexibilität und Handlungsspielraum gewinnen zu können.
MFE will nur den Mindestpreis zahlen
Demnach beabsichtigt MFE, den ProSiebenSat.1-Aktionären den gesetzlichen Mindestpreis für die angedienten Papiere bezahlen zu wollen. Das wäre der volumengewichtete Dreimonatsdurchschnittskurs der ProSiebenSat.1-Aktie. Üblich bei Übernahmen ist meistens aber eher ein deutlicher Aufschlag auf den Aktienkurs.
78 Prozent will MFE in bar bezahlen und die restlichen 22 Prozent in neu auszugebenden eigenen Aktien abrechnen. Zudem teilte MFE mit, dass mit einem bestehenden Aktionär von ProSiebenSat.1 eine Vereinbarung über eine Annahme für einen Teil seiner Papiere abgeschlossen worden sei.
MFE geht es laut Analysten damit nicht darum, möglichst alle ProSiebenSat.1-Aktien einzusammeln, sondern kostengünstig über die 30-Prozent-Schwelle beim deutschen Unternehmen zu kommen. So können die Italiener ein deutlich teureres Pflichtangebot umgehen.
Berlusconi: „Zeit, einen Gang höher zu schalten“
„MFE hat sich entschlossen, die Beteiligung und damit ihr langfristiges Engagement bei ProSieben weiter zu erhöhen“, heißt es dazu aus Italien. „Es ist an der Zeit, einen Gang höher zu schalten“, wird auch MFE-Chef Pier Silvio Berlusconi in diesem Zusammenhang zitiert.
„Wir glauben, dass ProSiebenSat.1 Media SE einen starken Aktionär braucht, der Expertise und Branchenerfahrung bieten kann und so aktiv zu seinem Wachstumskurs beiträgt“, sagte er.