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Ampere Analysis: Serienproduktion stabilisiert sich, Streamer immer mehr wie TV


In Lille haben die Datenexperten von Ampere Analysis ihre Serien-Trends für Europa vorgestellt. Die öffentlich-rechtlichen Broadcaster sorgen demnach für Stabilisierung, während die Streamer sich immer mehr wie traditionelle TV-Sender in den beauftragten Inhalten verhalten.

Ampere Analysis in Lille 2025
Ampere Analysis in Lille 2025 (Credit: THE SPOT)

Die Daten-Experten von Ampere Analysis haben am Dienstag ihre großen Trendlinien für Serienproduktionen beim Series Mania Forum in Lille vorgestellt. Executive Director Guy Bisson bestätigte zum Auftakt, dass Peak-TV vorbei sei. Im Jahr 2024 sei die Produktion neuer Serien um teils 25 Prozent pro Quartal zurückgegangen. In der zweiten Jahreshälfte sieht Bisson aber eine Stabilisierung in Europa, was die Produktion fiktionaler Serien angeht.

Was Genre-Trends angeht, werden Sci-Fi und Fantasy heute häufiger als Projekte abgesagt als früher. Streamer sind auch von Kinder-Original-Inhalten abgerückt und lizenzieren lieber. Das beste Beispiel ist dafür die australische Animationsserie „Bluey“ bei Disney+.

Comedy-Genre boomt

Generell mehr in Europa beauftragt wurde das Comedy-Genre, was angesichts eines immere dunkleren Weltgeschehen nachvollziehbar ist. Crime-Inhalte machen ein Drittel bei neuen und wiederkehrenden Serien aus.

Bei den sechs großen Streamern sind mehr als die Hälfte der beauftragten Formate inzwischen Crime-Serien. „Die Streamer verwandeln sich immer mehr zu traditionellen TV-Sendern“, hielt dazu Bisson fest.

Ampere Analysis sieht eine Erholung

In der zweiten Jahreshälfte von 2024 kamen mehr als die Hälfte der Beauftragungen vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Europa. Betrachtet man die Phase von 2022 bis zur ersten Hälfte von 2024, gab es bei den Streamern und den privaten Sendergruppen eine massive Reduzierung von Formaten. „Aber die Kurven kommen langsam zurück“, diagnostizierte Bisson.

Bei den Streamern gibt es mehr Staffelverlängerungen als neue Formate, was mit den werbeunterstützten Abo-Modellen und der Tatsache zu tun hat, dass die Streamer wollen, dass die Menschen wiederkommen.

Ein weiterer Trend ist die Internationalisierung von Produktionen. Die Streamer richten sich an Europa, wenn sie Original-Crime-Formate machen wollen. Sci-Fi wird zum Beispiel vermehrt in Südkorea produziert. Europa steht auf einem Niveau wie Nordamerika, wenn es um die Anzahl der beauftragten Produktionen geht. „Jedenfalls solange sie Crime-Inhalte machen“, formulierte Bisson spitz.

Wie Deutschland sich zahlentechnisch schlägt

Deutschland machte 2022 4 Prozent und 2024 5 Prozent bei der Beauftragung neuer Serien aus. Für die USA ging  der Anteil von 2022 auf 2024 von 11 auf 9 Prozent zurück. „Globale Streamer produzieren mehr in-house oder durch große europäische Produktionsgruppen“, war ein Fazit von Ampere Analysis.

Ein weiterer Trend ist die Beauftragung von mehr Reboots bei privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern. Die großen Streamer, die es noch nicht so lange gibt, greifen wie im Falle von Disney+ etwa bei „Cally My Agent“ wiederum auf bewährte Formate zurück und setzen sie dann fort oder machen länderspezifische Adaptionen.