SmHJHX

Am Freitag, den 25.10. werden wir ab 15.00 Uhr bis ca. 18 Uhr umfangreiche technische Wartungsarbeiten durchführen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Thomas Herberth & Florian Brüning, Produzenten Horse&Fruits: „In einer Sackgasse“


Die österreichische Filmwirtschaft hat es gehörig gebeutelt im Zuge des harten Sparkurses, den die neue Regierung einschlagen musste. Nach dem Gastbeitrag von Gabi Stefansich, der einen fundierten Überblick über den Status quo gibt und auch Lösungsansätze aufzeichnet (siehe HIER), haben wir uns auch noch weiters in der österreichischen Branche umgehört: Wie wird das sich zu Ende neigende Jahr bewertet und was muss passieren, um den Standort weiterhin attraktiv zu halten? Hier antworten Thomas Herberth & Florian Brüning, Produzenten Horse&Fruits.

Instagram Querformat Landscape  x
Florian Brüning & Thomas Herberth von Horse&Fruits (Credit: Horse&Fruits )

#1

Das Jahr 2025 war für uns, wie für alle österreichischen Kinoproduzent:innen, von großer Verunsicherung geprägt. Während wir von der Horse&Fruits 2024, mit der neuen Standortförderung ÖFI+ im Rücken, unsere nächsten Schritte in die internationalen Kino-Koproduktionen vorbereitet und in unserer strategischen Partnerschaft mit den deutschen Kolleginnen von der Story Garden Film sehr attraktive und konkurrenzfähige Projekte entwickelt hatten, schob der verzögerte Regierungswechsel uns und der gesamten Branche unvermittelt einen Riegel vor. Als nach Monaten des Wartens das Gesamtbudget des Filminstituts radikal zusammengestrichen und die Standortförderung ÖFI+ ersatzlos gestrichen werden musste, war nicht nur das Vertrauen vieler (europäischer) Partnerinnen verloren, sondern auch wir österreichischen Produzent:innen stehen in einer Sackgasse, in die uns die Kulturpolitik lautstark hineingelotst hat. Dass wir an unserem Exzellenzprojekt für 2026 trotzdem festhalten können, liegt vor allem an unseren loyalen Partner:innen der Story Garden Film. Ob es aber überhaupt noch Raum für minoritäre Projekte in der österreichischen Förderlandschaft geben wird, wird sich dieses Jahr noch weisen.

#2

In erster Linie braucht es stabile Verhältnisse, in denen man zumindest mittelfristig planen kann. Komplexe und anspruchsvolle Kinoprojekte brauchen Zeit und Perspektive und entstehen nicht aus dem Nichts. Auch sollte der Realität eines gleichzeitig schrumpfenden und sich globalisierenden Kinomarktes ins Auge geblickt und neben einer enorm wichtigen Kulturförderung von Heimat und Identität, den österreichischen Produzentinnen die Möglichkeit eingeräumt werden, an diesem Wettbewerb selbstbewusst und mit durchdachten Instrumenten teilzunehmen. ÖFI+ war da eigentlich ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn es in der Umsetzung sicher noch gehapert hatte. Wir hoffen, dass die geplante Investitionsverpflichtung durch die Streamer nicht nur flott umgesetzt wird, sondern dass eine Verteilung der Mittel klug und im Sinne einer diversifizierten und konkurrenzfähigen Filmproduktionslandschaft erfolgt, die uns zukunftsfit hält.