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Sean Baker: „Mit jedem neuen Film kämpfe ich für ein längeres Kinofenster“


Bei den Golden Globes ging „Anora“ leer aus, dennoch bleibt der Film in der sogenannten „Awards Season“ stark im Rennen. Regisseur Sean Baker sprach sich nun erneut nachdrücklich für eine angemessen lange Kinoexklusivität aus.

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„Anora“-Regisseur Sean Baker (Credit: Universal)

Auch wenn unter anderem die Nominierungen für die Academy Awards und die WGA Awards wegen der Brandkatastrophe erst noch bekanntgegeben werden müssen – und auch wenn „Anora“ trotz seiner fünf Nominierungen bei den Golden Globes leer ausging: Der Film von Sean Baker bleibt in der sogenannten „Awards Season“ im Rennen, wurde erst unlängst von der DGA mit einer (für Baker als Regisseur) und von der SAG mit drei Nominierungen (für das Ensemble, Hauptdarstellerin Mikey Madison und Nebendarsteller Yura Borisov) bedacht.

Nicht zuletzt aus diesem Anlass sprach Sean Baker unlängst mit dem US-Branchendienst Deadline für deren Podcast „Crew Call“ – und dabei unterstrich er, wie wichtig ihm als Kreativem ein angemessen langes Kinofenster ist. „Das Kino bedeutet mir alles, Home-Entertainment ist für mich nur ein Nachgedanke“, so Baker, der sich bei „Anora“-Verleih Neon dafür bedankte, seinem Film lange Leinwandexklusivität eingeräumt zu haben: 60 Tage vergingen zwischen dem Kinostart und der PVoD-Premiere, ein Zeitraum, den im vergangenen Jahr unter allen Major-Studios nur Disney seinen Topfilmen einräumte (dort waren es in der Spitze 67 Tage).

Sind damit schon alle Wünsche erfüllt? „Mit jedem neuen Film kämpfe ich für ein längeres Kinofenster“, so Baker, „und hoffentlich bekomme ich für mein nächstes Werk weit über 90 Tage“. So laute auch seine Ansage an das Produktions- und Verleihunternehmen FilmNation, mit dem er vor „Anora“ schon für „Red Rocket“ gearbeitet hatte. 

Mehr als 90 Tage sind natürlich eine ordentliche Messlatte – aber selbst im aktuellen Marktumfeld zumindest keine gänzlich unerreichbare. Christopher Nolan, der seinem Stammstudio Warner aufgrund der Fensterpolitik während der Pandemie den Rücken zugunsten von Universal gekehrt hatte, hatte sich für „Oppenheimer“ 100 Tage ausbedungen. Ob ihm das auch für sein nächstes Projekt „The Odyssey“ vergönnt ist, ist offen – an sich zählt Universal zu den Studios mit eher kurzen Fenstern, 39 Tage für „Wicked“ waren in diesem Jahr ein Ausreißer nach oben.

Selbstverständlich sprechen wir bei Nolan und Baker von Filmschaffenden, deren Werke sich auf gänzlich anderen Budget- und Boxoffice-Niveaus bewegen. So spielte „Anora“ weltweit bislang knapp 32,5 Mio. Dollar ein – was ihn bei Produktionskosten von geschätzten sechs Mio. Dollar aber absolut profitabel (und zum bislang umsatzstärksten Titel von Baker) macht.

Unterdessen tritt der Regisseur nicht nur für lange Kinofenster ein, sondern auch – und das ist ebenfalls eine Parallele zu Nolan – für die Arbeit mit analogem Film. „Wir sollten das Medium, das diese Kunstform hervorgebracht hat, nicht aufgeben“, so Baker.