Das Versprechen der Politik steht, jetzt geht es um die Umsetzung: In einem gemeinsamen Schreiben setzen sich HDF Kino und AG Kino-Gilde noch einmal nachdrücklich für eine Fortführung des Zukunftsprogramms Kino und eine Aufnahme entsprechender Mittel in den Bundeshaushalt ein.
Zumindest das eindeutige Versprechen der Koalition liegt vor: Eine Kino-Investitionsförderung findet sich als von der neuen Bundesregierung angekündigte Maßnahme im Koalitionsvertrag. Schon von daher besteht die nicht ganz unberechtigte Hoffnung, dass sich an dieser Stelle noch etwas im parlamentarischen Haushaltsverfahren tut, nachdem sich im zweiten Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2025 (wie schon im Entwurf der abgelösten Regierung) noch keine entsprechenden Mittel fanden.
Andererseits hat sich die Haushaltslage zuletzt nicht unbedingt verbessert – umso wichtiger ist damit ein Schulterschluss der Verbände, die aufgerufen sind, den Parlamentarierinnen und Parlamentariern noch einmal die Argumente für ein immens wichtiges Instrument an die Hand zu geben.
Gemeinsam appellieren HDF Kino und AG Kino-Gilde an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags, das Zukunftsprogramm Kino in der anstehenden Bereinigungssitzung zum Bundeshaushalt 2025 zu berücksichtigen und mit hinreichenden Mitteln auszustatten. „Die Entscheidung über die Fortführung des wichtigsten Investitionsförderprogramms für Kinos in Deutschland wird auch über die Zukunft der flächendeckenden Kinovielfalt in Städten und auf dem Land und damit den Erfolg der Filmreform entscheiden“, so die beiden Verbände. Das Zukunftsprogramm Kino – das übrigens nicht unter dem Eindruck der Pandemie aufgesetzt wurde, sondern schon 2019 für den Start im Jahr 2020 auf den Weg gebracht wurde – habe sich als „unverzichtbares Erfolgsmodell“ erwiesen, das maßgeblich zum Erhalt und zur Erholung der Kinolandschaft in und nach der Pandemie beigetragen habe. Und wie groß der Druck auf Seiten der Kinos sei, die digitale, technologische und ökologische Modernisierung voranzutreiben, werde nicht zuletzt daran deutlich, dass die für 2024 bereitgestellten ZPK-Mittel binnen weniger Sekunden ausgeschöpft waren. Zuletzt hatte wiederum die FFA von einer mehrfachen Überzeichnung der Fördermittel in der ersten diesjährigen Runde der FFA-Kinoförderung berichtet. Eine Studie der FFA wiederum beziffert den jährlichen Investitionsbedarf der Kinos auf über 100 Mio. Euro.
Bekanntermaßen liegen aktuell im Zuge des Auseinanderbrechens der Ampel-Koalition und der bislang noch nicht erfolgten Verabschiedung des Bundeshaushalts 2025 beide Säulen der Kinoförderung auf Eis. Die Übereinkunft im neuen Koalitionsvertrag, den Kulturort Kino mit verlässlichen Förderprogrammen für Investitionen und kulturelle Vielfalt in Stadt und Land zu stärken, habe in dieser Situation „zu großer Erleichterung bei den Kinos geführt“. Dies Übereinkunft müsse nun dringend umgesetzt werden.
„Kinos sind das Fundament der Filmkultur – ohne sie fehlt dem deutschen Film sein Zuhause. Wer die heimische Filmbranche stärken will, muss auch in ihre Infrastruktur investieren. Das Zukunftsprogramm Kino hat gezeigt, wie wirkungsvoll eine gezielte Hilfe zur Selbsthilfe sein kann: Jeder investierte Euro stärkt nicht nur den Standort, sondern bringt die Menschen zurück ins Kino. Doch statt Verlässlichkeit gibt es jetzt eine Lücke im Haushaltsentwurf. Nur mit einem soliden Förderfundament von 40 Mio. Euro jährlich, können wir die Leinwände der Republik zum Leuchten bringen. Aus eigener Kraft, aber nicht im Alleingang“, betont Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des HDF Kino.
„Nach Monaten des Wartens brauchen die Kinos dringend Planbarkeit und Verlässlichkeit in der Förderung. Es ist elementar, die akute Förderlücke zu schließen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Kinos zu stärken und so die dringend benötigten Wachstumsimpulse freizusetzen“, unterstreicht Christian Bräuer, Vorsitzender der AG Kino-Gilde. „Denn verlieren wir den Kulturort Kino, verlieren wir nicht nur das Rückgrat der deutschen Filmwirtschaft, wir verlieren auch einen der wenigen verbliebenen kollektiven Räume in Zeiten wachsender gesellschaftlicher Polarisierung und zunehmender Vereinsamung.“
Das Zukunftsprogramm Kino, so eines der zentralen Argumente, sei der Schlüssel dazu, die dringend erforderlichen Wachstumspotenziale freizusetzen. Denn Investitionen seien entscheidend für Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der Kinos. Ergo der eindringliche Appell der beiden Kinoverbände:
„Mit der Fortführung des Zukunftsprogramm Kino geht es um nicht weniger als den Erhalt und die Weiterentwicklung der kulturellen Infrastruktur in Deutschland. Deshalb sollte das Programm ab 2026 verstetigt und mit einer substanziellen jährlichen Förderung ausgestattet werden. Die Bundesländer, die das Programm bislang kofinanzierten, stehen weiter bereit, das bewährte Erfolgsprogramm mitzutragen – diese Chance muss der Bund ergreifen.“