SmHJHX

Am Freitag, den 25.10. werden wir ab 15.00 Uhr bis ca. 18 Uhr umfangreiche technische Wartungsarbeiten durchführen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Palmengewinner „Ein einfacher Unfall“ geht für Frankreich ins Oscarrennen


Mehr als 30 Jahre nach Régis Wargniers „Indochine“ im Jahr 1993 schickt sich Jafar Panahis Palmengewinner „Ein einfacher Unfall“ an, den Auslandsoscar wieder nach Frankreich zu holen. Panahi äußerte in diesem Zusammenhang massive Kritik an den Einreichungsmodalitäten der Academy in dieser Rubrik.

  scaled e x
„Ein einfacher Unfall“ von Jafar Panahi ist aus Frankreich für die Oscarkategorie „Bester internationaler Film“ eingereicht worden (Credit: Jafar Panahi Productions Les Films Pelleas)

Aus einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Shortlist mit fünf Filmen, auf der auch Hafsia Herzis deutsche Koproduktion „Die jüngste Tochter“ gestanden hatte, wurde Jafar Panahis Palmengewinner „Ein einfacher Unfall“ jetzt in Frankreich für eine Oscareinreichung in der Kategorie Bester internationaler Film ausgewählt.

Mit „Ein einfacher Unfall“ wurde nicht zum ersten Mal ein nicht-französischsprachiger Film aus Frankreich für eine Oscareinreichung ausgewählt – beispielsweise Deniz Gamze Erguvens „Mustang“ im Jahr 2016. Der Palmengewinner ist aber der erste Film aus dem Iran, der für Frankreich ins Rennen geht. Nach Einschätzungen des US-Branchenblatts „Variety“ sei vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Konflikte und politischen Lage im Iran zu erwarten gewesen, dass Panahis Film über eine Gruppe ehemaliger Häftlinge iranischer Gefängnisse, die sich beim Treffen mit ihren ehemaligen Peinigern mit Themen wie Rache und Gerechtigkeit auseinandersetzen müssen, vom französischen Auswahllkomitee ins Oscarrennen geschickt wird.

Sein Heimatland Iran, wo man sich gestern für Ali Zarnegars Spielfilmdebüt „Cause of Death: Unknown“ als Oscareinreichung entschieden hatte, hat hingegen nach Aussagen des regimekritischen Panahi noch nie einen seiner Filme für die Oscars eingereicht.

Nachdem „Ein einfacher Unfall“ jetzt ausgewählt wurde, Frankreich im Oscarrennen zu vertreten, forderte Panahi die Academy of Motion Picture Arts and Sciences auf dem Busan International Film Festival, wo er als „Asian Filmmaker of the Year“ geehrt wird, deshalb auf, die Einreichungsmodalitäten in der Kategorie Bester internationaler Film zu überdenken. Nach den Regeln der Academy werden alle Einreichungen in dieser Kategorie von eigenen Komitees in den jeweiligen Ländern ausgewählt – in Ländern wie dem Iran von einem Komitee mit engen Verbindungen zum Regime.

„Wir haben ein kleines Problem mit der Akademie und ihrer internationalen Auswahl”, sagte Panahi, dessen Film in Busan im Rahmen der Gala Presentations gezeigt wird. „Die Akademie hat kein spezielles Programm für uns. Wenn wir Filme drehen, können wir sie an internationale Festivals schicken und haben nicht das Problem, eine offizielle Genehmigung aus dem Iran bekommen zu müssen. Aber wenn es um die Akademie geht, müssen wir dafür die Erlaubnis unserer eigenen Regierung haben.”

Bereits in einem Interview am Rande des Telluride Film Festival hatte Panahi der Academy vorgeworfen, sie würde „zugunsten von Regierungen, die ihre Filmemacher einschränken wollen“ arbeiten. „In nichtdemokratischen Ländern ist die Auswahl, die Entscheidung und die Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen Aufgabe der Regierung“, erklärte Panahi im August.

Filme aus Frankreich waren bis dato am häufigsten – 39 Mal – in der Oscarkategorie Bester internationaler Film/Bester nicht-englischsprachiger Film nominiert; der letzte Oscargewinn – 1993 Régis Wargniers „Indochine“ – liegt allerdings schon mehr als 30 Jahre zurück.

Am 16. Dezember gibt die Academy of Motion Pictures Arts and Sciences ihre Shortlists für die Oscarnominierungen bekannt, die am 22. Januar 2026 veröffentlicht werden. Die Verleihung der 98. Academy Awards findet am 15. März 2026 statt.