Am 8. April ging das Kinopolis HafenCity an den Start, am heutigen Dienstag wird die Eröffnung groß mit einer Gala gefeiert. Wir sprachen mit Kinoleiter Oliver Hansen über den Anspruch an einen außergewöhnlichen Standort und die bisherige Resonanz auf das Premium-Multiplex.

Es war mehr als nur ein wenig Geduld, die Kinopolis, Geschäftsführer Gregory Theile und seinem Team abverlangt wurde, bis pünktlich zur Filmwoche endlich die erlösende Nachricht kam: Am 8. April würde das Westfield Hamburg-Überseequartier nach rund einjähriger Verzögerung endlich die Türen öffnen können – und damit auch die dort angesiedelten Unternehmungen, darunter nicht zuletzt das neue Kinopolis HafenCity als einer der Ankermieter. Am heutigen 29. April wird die Einweihung nun mit einem Festakt gefeiert. Wir sprachen im Vorfeld mit Kinoleiter Oliver Hansen über einen außergewöhnlichen Standort und die bisherige Resonanz auf das Premium-Multiplex.
Gut ein Jahr lang standen Sie durch die Verzögerungen im Überseequartier als Kinoleiter in den Startlöchern. Wie überbrückt man so eine Wartezeit?
Oliver Hansen: Natürlich hätte ich gerne darauf verzichtet – aber auf der anderen Seite gab mir das die großartige Gelegenheit, mich frühzeitig in viele Themen einzuarbeiten und mich auch konzeptionell einbringen zu können, nicht zuletzt was die Ausgestaltung der Kino-eigenen Golden Sea Bar anbelangt. Wann hat man schon mal die Möglichkeit, ein Kino von Stunde Null an mitzugestalten – noch dazu ein solches! Einzigartig war auch die Zeit auf der Baustelle, vor allem die Ausbauten der Kinosäle und der Projektion.
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Anfang April konnten Sie endlich mit ihrem Team an den Start gehen. Mit welchem Anspruch treten Sie an?
Oliver Hansen: Wir sprechen von einem wirklichen Highlight in der Kinolandschaft: Modernste technische Ausstattung mit Laserprojektion, Dolby Atmos und individueller Lichtgestaltung in jedem Saal, ausgeklügelte Seating-Konzepte, das Dolby Cinema, die individuell gestalteten Foyer-Lounges und die Golden Sea Bar – dazu die spektakuläre Gesamtarchitektur: Wenn man so ein Kino baut, kann der Anspruch nur sein, die Nummer Eins im Hamburger Kinomarkt zu werden.

Was lässt sich nach der kurzen Zeit über die Resonanz sagen – und welche Angebote stoßen auf besonders hohe Nachfrage?
Oliver Hansen: Die D-Box-Sitze, die wir als einziges Hamburger Kino bieten, sind der absolute Renner, das sind regelmäßig die ersten Plätze, die gebucht werden. Grundsätzlich war die Resonanz schlicht überwältigend. Wir sind Ankermieter im Westfield Quartier, das in den ersten Wochen bereits mehr als 250.000 Menschen angezogen hat, von denen unzählige auch den Weg zu uns fanden. Teils nur, um mal reinzuschnuppern oder in der Bar Platz zu nehmen, aber eben vielfach auch, um Filme zu sehen. Wir hatten in den ersten zehn Tagen ein Einführungsangebot, das richtig gut angenommen wurde. Aber was mich noch mehr freut: Der Zustrom hat nicht nachgelassen, als wir Karfreitag auf die regulären Preise gegangen sind. Eher im Gegenteil.
Haben Sie einen persönlichen Lieblingsplatz im Kino?
Oliver Hansen: Den habe ich tatsächlich – und ich muss gestehen, er ist außerhalb eines Saals. In der Golden Sea Bar gibt es ein Fenster zur Elbe. Da sitze ich tatsächlich sehr gerne, wenn die Zeit es mal zulässt.

Die HafenCity gilt nicht zuletzt als Tourismus-Hotspot. Wie machen Sie sich das zunutze?
Oliver Hansen: Mit zehn Sälen haben wir die Möglichkeit, ein breites Programm zu spielen und auch das Eine oder Andere auszuprobieren. Was selbstverständlich vom ersten Tag an fester Bestandteil war, sind die englischen Originalversionen, die ausgesprochen gut angenommen werden und oftmals noch stärker laufen als die synchronisierten Versionen. Das zeugt auch von der Internationalität des Publikums, denke ich.
Auch in Ihrem Haus hat ein 20 Jahre alter Film mit seiner Wiederaufführung etliche aktuelle Titel ausgestochen. Symptom eines Programmproblems?
Oliver Hansen: Nein, das denke ich nicht. Wir sehen ja regelmäßig, dass limitierte Eventvorführungen großer Filmklassiker starken Zuspruch finden – und gerade „Star Wars“ ist natürlich ein Kronjuwel für das Kino, ähnlich wie „Herr der Ringe“ oder „Harry Potter“. Und es ist nicht so, als hätten wir zuletzt keine aktuellen Hits gehabt, ich sage nur „Minecraft“. Aber eines stimmt sicherlich: Das Nutzerverhalten ändert sich, Selbstläufer gibt es heute seltener. Das fordert aus meiner Sicht von uns als Kinobetreibende, den Kinobesuch besonders attraktiv zu gestalten. Das Konzept, welches wir mit unserem Kinopolis HafenCity umsetzen, setzt genau darauf: So muss Kino sein!