Infolge eines Skandals über einen ausbezahlten Steuernachlass an einen Film, den es nie gegeben hat, ist der Leiter der Filmabteilung im italienischen Kulturministerium, Nicola Borrelli, zurückgetreten.

Nicola Borrelli, Leiter der Filmabteilung im italienischen Kulturministerium, ist zurückgetreten. Medienberichten zufolge hat Borrelli gestern Abend seinen Rücktritt erklärt, nachdem in den Räumen der Filmabteilung des Kulturministeriums eine polizeiliche Durchsuchung unter Aufsicht des Kulturministers Alessandro Giuli stattgefunden hatte.
Grund für die Durchsuchung war ein im Juni bekannt gewordener Skandal um die Auszahlung eines Steuernachlasses in Höhe von gut 800.000 Euro an Projekt, das es nie gegeben hat.
Dabei hat es sich den Berichten zufolge um einen Film mit dem Titel „Stelle della Notte“ gehandelt, der in Rom hätte entstehen sollen. Als Hauptproduzent habe sich der US-Bürger Charles Francis Kaufmann ausgegeben, der seit Juni auf der griechischen Insel Skiatos in Haft sitzt. Kaufmann, der auch unter dem Namen Rexal Ford mit falschen Papieren unterwegs ist, wird vorgeworfen, eine Frau und ihre Tochter umgebracht zu haben, deren Leichen im Park der Villa Pamphili in Rom gefunden worden waren.
Kaufmann, der bis dato seine Unschuld beteuert, hatte den Steuernachlass über eine Firma namens Tintagel Films beantragt, die den Film zusammen mit dem italienischen Produktionshaus Coevolutions hätte produzieren wollen.
Vor seinem Rücktritt erklärte Borrelli gegenüber mehreren italienischen Nachrichtensendern, dass die Unterlagen zu „Stelle della Notte“ rechtmäßig gewesen seien und dass er seit Jahren eine strengere Kontrolle des Steuernachlasses durch die Regierung gefordert habe.
Im Rahmen einer Fragestunde im italienischen Parlament kündigte Kulturminister Alessandro Giuli gestern an, dass man künftig strenger kontrollieren werde, wem der Steuernachlass gewährt und wie er ausbezahlt werde.