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Kalifornien hofft auf Fördereffekte


FilmLA hat die Drehbilanz für das dritte Quartal im Großraum Los Angeles vorgelegt. Die Zahlen sind erneut miserabel – allerdings ist die Situation nicht ohne Silberstreif am Horizont. Denn nach der Anfang Juli vollzogenen Stärkung der Anreizförderung stünden bereits rund zwei Dutzend Projekte in den Startlöchern, die vom „Tax Credit 4.0“ profitieren sollen, darunter 18 TV-Serien, deren Realisierung im Großraum L.A. geplant sei.

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Noch gehen die Drehtage im Großraum Los Angeles gegenüber dem Vorjahr zurück – aber die gestärkte Anreizförderung verspricht bereits perspektivische Besserung (Credit: FilmLA)

Es habe sich um eine rechtzeitige, aber auch unverzichtbare Maßnahme gehandelt. Mit diesen auf die Anfang Juli vollzogene Stärkung der Anreizförderung in Kalifornien gemünzten Worten steigt FilmLA (zentrale Anlaufstelle für Drehgenehmigungen in und um Hollywood) in die Präsentation der jüngsten Drehbilanz für den Großraum Los Angeles ein. Aus gutem Grund: Denn die jetzt vorgelegten Zahlen sind erneuter Ausdruck einer veritablen Drehflaute, auf die Gouverneur Gavin Newsom mit seiner Initiative reagierte.

Die, wenngleich zu Beginn des Quartals beschlossen, aufgrund der Produktionsvorläufe natürlich noch keinen Einfluss auf die jüngsten Zahlen gehabt haben kann – tatsächlich ist unklar, wie deutlich die Effekte schon in der nächsten Quartalsbilanz zutage treten, nachdem Projekte, für die Förderung bewilligt wird, im Anschluss 180 Tage Zeit bis zum tatsächlichen Produktionsstart haben. Im Zuge der Neuaufstellung des Tax Credits wurden nicht nur die verfügbaren Mittel auf 750 Mio. Dollar pro Jahr aufgestockt, sondern es wurden vor allem der Fördersatz erhöht und die Liste der förderfähigen Projekte ausgeweitet.

Zum Überblick über das „Tax Credit Program 4.0“

Zur kompletten Bilanz von FilmLA

„Wir wissen, dass es eine Weile dauern wird, bis neue, durch Anreize geförderte Projekte in die Gänge kommen und sich in unseren Daten niederschlagen. Daher waren wir nicht überrascht, dass die Produktionstätigkeit vor Ort trotz der erhöhten Förderung in diesem Sommer weiter zurückgegangen ist“, stellt Philip Sokoloski, Vizepräsident von FilmLA, fest. „Glücklicherweise sehen wir bereits erste Anzeichen dafür, dass diese Anreize die gewünschte Wirkung zeigen. Wir freuen uns sehr über die Anrufe von Produktionen, die gerade ihre Drehorte aufstellen und Genehmigungen dafür einholen.“

Laut FilmLA sollen zuletzt bereits 22 Projekte in den Startlöchern gestanden haben, die von der gestärkten Anreizförderung profitieren sollen, darunter allein 18 TV-Serien, deren Realisierung im Großraum Los Angeles geplant ist. Die California Film Commission habe erste Anträge bereits wenige Tage nach dem Inkrafttreten der neuen Förderregeln bearbeiten können.

Damit aber nun zu den (zunächst noch) unerfreulichen Zahlen: Demnach seien die Drehtage im Großraum Los Angeles gegenüber dem Vorjahresquartal um 13,2 Prozent gesunken. Zwischen Juli und September verzeichnete FilmLA zuletzt insgesamt 4380 Drehtage über sämtliche Kategorien hinweg; in Q3 2024 waren es noch 5048. Damit lagen bislang sämtliche Quartale des laufenden Jahres unter Vorjahresniveau, wobei der Abstand im zweiten Quartal (5394 vs. 5749) sowohl prozentual als auch in absoluten Zahlen am geringsten ausfiel.

Dabei gibt es allerdings deutliche Unterschiede. So legte die Spielfilmproduktion (522 Drehtage) um 9,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zu. Allerdings lag dieser Wert noch um satte 30,4 Prozent unter dem Fünf-Jahres-Schnitt (bei dem das Pandemie-Jahr 2020, in dem Produktionen zwischen Mitte März und Mitte Juni ausgesetzt waren, komplett ausgeklammert wird).

In allen anderen Bereichen ging es im zurückliegenden Quartal nach unten, wobei das größte prozentuale Minus (20,7 Prozent) im TV-Bereich zu verzeichnen war. Dort lagen die Drehtage mit 1441 um ganze 57,9 Prozent unter dem Fünf-Jahres-Schnitt. Als Ausreißer bei den Sub-Kategorien könnte man auf den ersten Blick den Bereich „Comedy-Serien“ betrachten, den hier wurde ein Plus von 41,1 Prozent verzeichnet. Allerdings zum einen auf extrem niedrigem Niveau (79 vs. 56 Drehtage), zum anderen beträgt das Minus zum Fünf-Jahres-Schnitt dennoch enorme 73,7 Prozent

Am stärksten schlägt sich im TV-Segment der Rückgang bei den Reality-TV-Formaten nieder. Zwar ist das prozentuale Minus (31,4 Prozent) nicht das höchste der Subkategorien, allerdings ist es innerhalb des TV-Segments (Werbedrehs sind in einer eigenen Kategorie erfasst) der mit Abstand größte Bereich (zuletzt noch 649 Drehtage), in absoluten Drehtagen wiegt der Rückgang also besonders schwer. Zum Fünf-Jahres-Schnitt fehlten zuletzt 66,9 Prozent.

Unter dem Strich fehlten dem Großraum Los Angeles im dritten Quartal 37 Prozent an Drehtagen, um wieder zum Niveau des Fünf-Jahres-Schnitts aufzuschließen. Von den zwischen Juli und September für Spielfilme erfassten Drehtagen kamen 22 Prozent von Projekten, die über den (alten) Tax Credit gefördert wurden, im TV-Bereich waren es nur neun Prozent.