Da die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) immer weniger nachgefragt wurde und auch die Prüfgebühren von Antragstellern für die Prädikate „wertvoll“ und „besonders wertvoll“ immer weniger getragen werden können, wird die Institution zum Jahresende geschlossen.

Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) wird zum Jahresende geschlossen. Das haben das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur und die FBW am heutigen Mittwoch gemeinsam mitgeteilt. Aufgabe der Institution mit Sitz in Wiesbaden war, filmische Produktionen mit unabhängigen Jurys auf ihre Qualität zu prüfen und herausragende Werke mit den Prädikaten „wertvoll“ und „besonders wertvoll“ auszuzeichnen.
Dies wurde in den vergangenen Jahren immer weniger nachgefragt. Zudem konnten die Prüfgebühren von den antragstellenden Verleihen und Filmschaffenden immer weniger getragen werden.
„Die FBW wurde 1951 auf Beschluss der Kultusministerkonferenz als eine Einrichtung aller Länder gegründet. Seitdem haben sich die Möglichkeiten, Filmbewertungen einzuholen, vor allem durch das Internet extrem gewandelt: Das Publikum sucht auf Online-Portalen zielgruppenspezifische Empfehlungen“, sagt Christoph Degen, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur.
„Hoher Kostendruck bei Filmschaffenden“
„Gleichzeitig sind durch den hohen Kostendruck von Filmproduktionen immer weniger Filmschaffende bereit, ihre Werke bewerten zu lassen. Durch diese Entwicklung konnte das ursprüngliche Finanzierungsmodell, das auf Gebühreneinnahmen basiert, nicht mehr aufrechterhalten werden“, führt Degen weiter aus.
Hessen habe sich für eine neue Verwaltungsvereinbarung eingesetzt, die auch eine neue Finanzierungsstruktur vorgesehen habe und die finanzielle Last auf alle Länder verteilt hätte. „Dabei hatten wir weiterhin den größten Finanzierungsbeitrag angeboten. Dieser Vorschlag wurde von der Kulturministerkonferenz im Herbst 2024 endgültig abgelehnt“, so Degen, der den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der FBW für den kontinuierlichen Einsatz und Arbeit im Dienst des Landes und der Filmkultur dankte.
FBW-Chefin Bettina Buchler: „Sahen uns mit besonderen Herausforderungen konfrontiert“
Die Direktorin der FBW, Bettina Buchler, erklärt: „In den schwierigen Zeiten für die Film, Medien- und Kulturbranche in Deutschland sah sich die Deutsche Film- und Medienbewertung mit ihrer Sonderstellung als übergeordnete Kultureinrichtung aller Länder in den letzten Jahren mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Dennoch konnte sie dank eines hochmotivierten Teams, den Ideen und Eingaben engagierter Jurymitglieder und dem stetigen Austausch mit der Branche zahlreiche innovative oder erfolgreiche Projekte und Kooperationen aus der Taufe heben, wie die FBW-Jugend Filmjury und KUBU-Kinderkino zum Mitmachen.“
Weiter sagt sie: „Die wertvolle Arbeit des bundesweiten Netzwerkes FBW-Jugend Filmjury ist für 2025 gesichert und wird derzeit mit neuen Standorten in Trier und Enkenbach-Alsenborn ausgebaut. Wir sind in Gesprächen, wie das starke, seit mehr als zehn Jahren stetig wachsendes Netzwerk aus Nachwuchs-Filmexpertinnen und –Experten auch nach der Schließung der FBW fortgeführt werden.“