In seiner ersten Sitzung des Jahres hat der Vergabeausschuss des FFF Bayern für die Film- und Fernsehförderung entschieden, 25 Projekte mit mehr als 6,3 Mio. Euro zu unterstützen. Allein 4,5 Mio. Euro gehen an elf neue Kinofilme, darunter „Athos 2643“ von David Wnendt, „Raging Moms“ von Sonja Heiss, Sequels zu „Bibi Blocksberg“ und „Ein Mädchen namens Willow“ – und den jüngsten Teil einer bayerischen Blockbuster-Reihe.

Zum ersten Mal in diesem Jahr hat gestern der FFF-Vergabeausschuss für Film- und Fernsehförderung getagt – und dabei 25 Projekten insgesamt gut 6,3 Mio. Euro an Fördermitteln zugesprochen.
Der größte Teil davon fließt mit 4,5 Mio. Euro in die Produktion von elf neuen Kinofilmen, darunter vier Sequels: „Ein Mädchen namens Willow 2“ (800.000 Euro) soll Mike Marzuk auf Basis eines Buchs von Gesa Scheibner und Sabine Bohlmann inszenieren. „Bibi Blocksberg 2“ (300.000 Euro inkl. Erfolgsdarlehen von 100.000 Euro) wird noch vor dem Start des Erstlings aufs Gleis gebracht, Bettina Börgerding schreibt das Buch, Gregor Schnitzler führt Regie. „Max und die Wilde 7 – Die Drachenbande“ (250.000 Euro) entsteht nach einem Buch von Lisa-Marie Dickreiter und Winfried Oelsner, Oelsner inszeniert auch.
Und dann wäre da noch ein anderer kleiner Film. Einer, dessen Bedeutung für bayerische Kinos man gar nicht stark genug betonen kann: „Steckerlfischfiasko“ ist der jüngste Teil einer geradezu einmaligen Erfolgreihe, die sich mit jedem Teil steigern konnte und längst verlässlich Besuchsmillionäre abliefert. 900.000 Euro Produktionsförderung gehen an das Projekt nach einem Drehbuch von Stefan Betz und Ed Herzog, Herzog führt erneut Regie.
Gefördert wurden aber beileibe nicht nur Fortsetzungen, stellvertretend dafür stehen unter anderem „Athos 2643“ (700.000 Euro) von David Wnendt, der zuletzt mit „Sonne und Beton“ einen Hit schuf und „Raging Moms“ (350.000 Euro) von Sonja Heiss, die zuletzt mit „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ begeisterte.
Vier dokumentarische sowie fiktionale Porträts entstehen mit FFF-Förderung für die große Leinwand: über Uschi Obermaier, Valie Export, Karlheinz Stockhausen und Benno Ohnesorg – für die letzten beiden gibt es FFF-Stoffentwicklungsförderung, wie auch für ein neues Kinoprojekt von Julia von Heinz und John Quester. Außerdem unterstützt der FFF Bayern die Produktion der zweiten Staffel der BR-Serie „Himmel, Herrgott, Sakrament“ von Franz Xaver Bogner und Carolina Zimmermann. Und: Es gibt ein Remake von „Mädchen in Uniform“; ein Debütfilm von Justina Jürgensen wird den Stoff neu adaptieren.
PRODUKTIONSFÖRDERUNG KINOFILM
Steckerlfischfiasko 900.000 Euro
Produktion: Constantin Film Produktion, München
Drehbuch: Stefan Betz, Ed Herzog
Regie: Ed Herzog
Komödie
Eberhofer im Neubau, Birkenberger im Saustall und Susi (fast) im Bürgermeisteramt: In Niederkaltenkirchen herrscht mal wieder Chaos pur. Als dann auch noch der hiesige Steckerlfischkönig plötzlich mausetot auf dem neu errichteten Golfplatz liegt, macht sich Dorfsheriff Franz Eberhofer gemeinsam mit Rudi Birkenberger nur gewohnt widerwillig an die Ermittlungen. Prompt geraten die beiden Spezln in eine ausgewachsene Familienfehde zweier Volksfestclans. „Romeo und Julia“ in Niederbayern!
Ein Mädchen namens Willow 2 800.000 Euro
Produktion: SamFilm, München
Drehbuch: Gesa Scheibner, Sabine Bohlmann
Regie: Mike Marzuk
Kinderfilm
Willow und ihre Hexenfreundinnen sind außer sich: Valentina muss mit ihrer Mutter nach Australien ziehen! Um Valentinas Mutter davon abzuhalten, wollen die Hexenfreundinnen einen Zauber-Liebestranks einsetzen. Der Trank gelangt aber aus Versehen in die falschen Hände! Und dann tauchen auch noch drei Jungs auf, die in IHREM Wald ein Baumhaus bauen! Willow muss über sich hinauswachsen, um den Hexenclub zu retten. Sie kommt einem magischen Geheimnis auf die Spur, das sie in die Vergangenheit ihrer Hexen-Ahninnen führt und auf rätselhafte Weise mit den Jungs zusammenhängt.
Athos 2643 700.000 Euro
Produktion: Seven Elephants, Berlin
Drehbuch/Regie: David Wnendt
Literaturverfilmung
Im Jahr 2643 wird Inquisitor Rüd auf den Neptunmond Athos entsandt, um den mysteriösen Tod eines Mönchs aufzuklären. Als weitere Mönche sterben, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit: Zusammen mit seiner KI-Assistentin Zack kämpft Rüd ums Überleben und gegen die mörderischen Absichten der Stations-KI.
Die Berufung 500.000 Euro inkl. Erfolgsdarlehen von 22.192,16 Euro
Produktion: Odeon Fiction, München
Drehbuch: Daniela Baumgärtl, Johannes Betz
Regie: Andreas Prochaska
Drama
Packender Drama-Thriller nach wahren Begebenheiten über den Richter Jan-Robert von Renesse, der Anfang der 2000er Jahre gegen das eigene Justizsystem für die Rentenansprüche der Holocaust-Überlebenden kämpft und dabei beinahe sein ganzes Leben zerstört.
Gentle Monster 350.000 Euro
Produktion: Komplizen Film, Berlin
Drehbuch/Regie: Marie Kreutzer
Lucy liebt Philip und ist nach seinem Burnout sogar mit ihm und dem gemeinsamen Sohn aufs Land gezogen, obwohl das berufliche Einschränkungen für sie bedeutet. Elsa wiederum lebt für ihren Beruf als Sonderermittlerin bei der Polizei, wird jedoch von der Verantwortung für ihren dementen Vater in Atem gehalten. Beide bauen ihre Leben um Männer herum, deren dunkle Seiten sie eigentlich lieber nicht sehen wollen. Eine Geschichte über Lucy und Elsa, über Vertrauen und Täuschungen, über Liebe und Gewalt.
Raging Moms 350.000 Euro
Produktion: Wiedemann & Berg Film, München
Drehbuch/Regie: Sonja Heiss
Komödie
Vier Frauen, die sich ihren Aufbruch in ein neues Leben einfacher vorgestellt haben. Zwischen nächtlichen Schweißattacken, Existenzängsten und Wutanfällen, zeigen sie uns, wie schräg, hot und cool Frauen über 40 sind. Eine inspirierende Komödie über Neuanfänge und das Leben jenseits der 40!
Bibi Blocksberg 2 300.000 Euro inkl. Erfolgsdarlehen von 100.000 Euro
Produktion: Wiedemann & Berg Film, München
Drehbuch: Bettina Börgerding
Regie: Gregor Schnitzler
Kinderfilm
Weil Bibi sich zu spät um ihr Schulpraktikum gekümmert hat, muss sie nun zwei Wochen lang als Museumsaufseherin schuften – während Marita ihr Praktikum bei der Polizei machen darf und Florian bei der Neustädter Zeitung. Wie ungerecht! Wo bleibt da die Chancengleichheit? Doch die Langeweile ist wie weggeblasen, als im Museum eine überaus kostbare Spieluhr gestohlen wird. Die drei begeben sich auf Verbrecherjagd und auf eine hexische Zeitreise in die Vergangenheit, treffen dabei auf die freiheitssuchende Fritzi und den Küchenjungen Maxim und begreifen, was wirklich ungerecht ist.
Max und die Wilde 7 – Die Drachenbande 250.000 Euro
Produktion: Neue Bioskop Film, München
Drehbuch: Lisa-Marie Dickreiter, Winfried Oelsner
Regie: Winfried Oelsner
Kinderfilm
Seit einem Jahr wohnt Max schon auf Burg Geroldseck. Max hat sich mittlerweile gut eingelebt, doch sein frecher Kater Motzkopf treibt es diesmal leider zu weit – und dann wird er auch noch entführt! Aber zum Glück gibt es die Wilde 7 und so haben Max und seine drei Freunde einen neuen Fall.
Johanna und die Maske der Makonde 150.000 Euro
Produktion: MadeFor Film, München
Drehbuch: Eva Lezzi, Anna Praßler, Amelia Umuhire
Regie: Nancy MacGranaky-Quaye
Kinderfilm
Die Maske der Makonde ist weg! Sie wurde aus dem Leipziger Grassi Museum für Völkerkunde gestohlen und Johannas Opa, der aus Tansania zu Besuch ist, wird verdächtigt. Um seine Unschuld zu beweisen und die Maske zurückzubringen, bilden die Freund*innen Johanna, Anton und Sweta ein starkes Ermittlungsteam, das den wahren Dieb finden wird.
Uschi Obermaier. The Best Bad Girl. 120.000 Euro
Produktion: Vincent Productions, Berlin; Middleburg Pictures, München
Drehbuch/Regie: Olaf Kraemer
Dokumentarfilm
„The Best Bad Girl“ erzählt das Leben von Uschi Obermaier, die in der Nachkriegszeit auf der Suche nach individueller Freiheit und Selbstbestimmung zum Symbol kultureller und gesellschaftlicher Umbrüche wurde.
Valie Export – Das bewaffnete Auge 87.500 Euro
Produktion: Schuldenberg Films, Bad Endorf
Drehbuch/Regie: Claudia Müller
Dokumentarfilm
Der Werk-Film über die erfolgreichste lebende österreichische Künstlerin Valie Export stellt nicht nur ihre eigenen bahnbrechenden und visionären Ansätze vor, sondern auch Arbeiten anderer Künstlerinnen unterschiedlicher Generationen.
PRODUKTIONSFÖRDERUNG FERNSEHFILM UND -SERIE, WEBSERIEN, VIRTUAL REALITY
Himmel, Herrgott, Sakrament – Staffel 2 700.000 Euro
Produktion: Room 318, München
Sender: BR
Drehbuch: Franz Xaver Bogner, Carolina Zimmermann
Regie: Franz Xaver Bogner
Serie, 6×45 Minuten
Pfarrer Hans Reiser steht vor einer Reihe neuer Herausforderungen, die nicht nur seine priesterliche Berufung, sondern auch seine persönliche Integrität auf die Probe stellen. Seine romantische Liaison mit der alleinerziehenden Mutter Lisa Kirchberger sorgt für kollektive Überforderung – nicht nur bei den beiden selbst, sondern auch bei Kardinal Brunnenmayr, dessen Empörung ins Unermessliche wächst. Dieser stellt ihn schließlich vor die unmögliche Wahl: das Priesteramt oder die Beziehung zu Lisa. Doch Reiser, bekannt für seinen rebellischen Geist und seine pragmatische Auffassung von Religion, weigert sich, das eine oder das andere aufzugeben.
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