Warner Bros. Discovery bereitet die Aufspaltung seiner Geschäftsbereiche vor. CEO David Zaslav nennt erstmals einen konkreten Zeitplan.

Warner Bros. Discovery (WBD) stellt die Weichen für eine tiefgreifende Umstrukturierung: Konzernchef David Zaslav hat auf der Goldman Sachs Media Conference bestätigt, dass die geplante Aufspaltung im April 2026 vollzogen werden soll. Erstmals legte das Management damit einen konkreten Zeitrahmen für die Trennung von Studios und Streaming auf der einen und globalen Netzwerken auf der anderen Seite vor. „Alles ist im Plan“, betonte Zaslav. Regulatorische Hürden gebe es nicht.
Die Maßnahme, die WBD bereits im Juni angekündigt hatte, orientiert sich an ähnlichen Schritten bei Comcast, das NBCUniversals lineares Kabelgeschäft noch in diesem Jahr ausgliedern will. Im Zuge der Neuordnung entsteht ein neu firmiertes Warner Bros., das künftig Warner Bros. Television, Motion Picture Group, DC Studios, HBO und HBO Max umfasst. Auch die umfangreichen Film- und TV-Bibliotheken werden dort gebündelt.
Das zweite Unternehmen, Discovery Global, konzentriert sich auf internationale Entertainment-, Nachrichten- und Sportmarken. Dazu zählen CNN, TNT Sports, Discovery sowie führende Free-TV-Sender in Europa. Auch Discovery+ und das Sportportal Bleacher Report werden dort verankert. Während Zaslav die Leitung von Warner Bros. übernimmt, wird CFO Gunnar Wiedenfels künftig Discovery Global führen.
Strategisch folgt der Schritt der Branchendynamik: Wachstumstreiber wie Streaming und Premiuminhalte werden organisatorisch von rückläufigen linearen TV-Geschäften getrennt. Für die Sender sieht Zaslav Chancen, sich neu aufzustellen – von einer internationalen Expansion von CNN bis hin zu möglichen Zukäufen im Free-TV-Sektor.
Auch im Streaminggeschäft will WBD nachjustieren. Statt auf eine rasche Verschärfung gegen Passwort-Sharing setzt Zaslav auf Preisanhebungen bei HBO Max und den weiteren internationalen Ausbau. „Entscheidend ist, dass die Zuschauer unsere Inhalte lieben“, so der CEO. Erst danach werde man Maßnahmen gegen geteilte Zugänge forcieren.