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CNC reagiert auf „Notsituation“ im französischen Kinomarkt


Auch wenn sich das Bild im September gegenüber den sehr schwachen Vormonaten etwas aufhellte, blieben die Zahlen in den französischen Kinos erneut hinter dem Vorjahr zurück. Die Förderinstitution CNC reagiert auf die angespannte Situation mit einer Sondermaßnahme, in deren Rahmen Fördervorschüsse gewährt werden können.

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Düstere Zeiten im französischen Kinomarkt? Im September, in dem „Conjuring 4: Das letzte Kapitel“ stärkster Titel war, hat sich der Rückgang gegenüber dem Vorjahr endlich wieder in Grenzen gehalten – doch das CNC sieht eine Notsituation, auf die man mit einem Sonderprogramm reagiert (Credit: Warner Bros.)

Vergleiche hinken gerne – zumindest dann, wenn man sie ohne Kontext anstellt. So ist es ein wenig zu kurz gegriffen, wenn man isoliert feststellt, dass der deutsche Kinomarkt nach Besuchen Ende September um knapp vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum im Plus lag (Flash-Zahlen von Comscore), während es bei den französischen Nachbarn laut CNC ein Minus von gut 14 Prozent war. Denn bedenken muss man, dass der deutsche Kinomarkt 2024 gegenüber 2023 abgebaut hatte, während Frankreich auf die besten Zahlen seit gut eineinhalb Jahrzehnten verwies.

Mitverantwortlich für die letztjährigen Fabelzahlen (die auch innerhalb Europas durchaus einen Ausreißer darstellten) war ein lokaler Marktanteil von über 44 Prozent, der wiederum unter anderem von zwei Filmen („Was ist schon normal?“ und „Der Graf von Monte Christo“) getrieben wurde, die zusammen allein rund 20 Mio. Besuche in die Waagschale warfen. Aktuell erfolgreichster französischer Neustart 2025 (und einziger in der Top Ten) ist „God Save the Tuche“ mit gut drei Mio. Besuchen – diese Marke hat in Deutschland „Das Kanu des Manitu“ längst überschritten, „Die Schule der magischen Tiere 4“ hat gute Chancen, am Ende auch in diese Sphären zu gelangen.

Wie dem auch sei: Das Minus von zuletzt 14,4 Prozent gegenüber 2024 ist in Frankreich dank des ausgesprochen starken Vorjahres vielleicht nicht ganz die Katastrophe, die ein solcher prozentualer Rückgang in anderen Märkten wäre – dennoch ist die Lage angespannt. Angespannt genug, um die nationale Förderbehörde CNC Ende September von einer „Notsituation“ sprechen zu lassen, auf die man tatsächlich mit einer Sondermaßnahme reagiert

Kinos sollen davor bewahrt werden, in kurzfristige Liquiditätsschwierigkeiten zu kommen, so können ihnen unabhängig vom Rückzahlungsstand vorheriger Darlehen für Modernisierungen neue Fördergelder im Wege außerordentlicher Vorschüsse gewährt werden. Eine Maßnahme, die auch vor dem Hintergrund der Erwartung erfolgt, dass sich die Zahlen 2026 (für das global ein starkes Kinojahr erwartet wird) verbessern. Die vom CNC gewählte Formulierung „Die derzeitige Besucherzahl könnte das finanzielle Gleichgewicht der Kinos gefährden und in einigen Fällen deren Fortbestand bedrohen, insbesondere bei kleinen und mittleren Kinos“ lässt aber nichts an Dramatik vermissen. Kinounternehmen, die sich derzeit mit (absehbaren) Schwierigkeiten konfrontiert sehen, sind aufgerufen, sich direkt beim CNC zu melden, damit Lösungen erarbeitet werden können.

Und dramatisch waren vor allem die Monate Mai bis August in der Tat, denn die Rückgänge bei den verkauften Tickets bewegten sich in diesem Zeitraum bei 28,6 Prozent im Mai, 19,7 Prozent im Juni, 17,3 Prozent im Juli und ganzen 29,4 Prozent im August – letzteres war das bislang höchste Minus zum Vergleichsmonat im Jahresverlauf. Generell gab es laut der Zahlen des CNC in 2025 bislang nur einen Monat, in dem die Vorjahreszahlen zumindest minimal überschritten wurden, der Januar sah ein Plus von 0,8 Prozent. Im April schaffte man zumindest das Vorjahresniveau, mit einem Minus in gleicher prozentualer Höhe. Allerdings war der April 2024 der zweitschwächste der ersten neun Monate, nur der September lag damals noch darunter.

Während im April des laufenden Jahres höhere Besuchszahlen verzeichnet wurden als im diesjährigen Mai, Juni und August, blieb der September der schwächste der neun Monate; das Ergebnis von 9,47 Mio. Besuchen lag allerdings „nur“ um 5,9 Prozent unter jenem des Vorjahres. Insofern hat sich der Abwärtstrend zumindest ein wenig abgeflacht. 

Dennoch stehen den 127,8 Mio. Besuchen, die im Vorjahr bis Ende September erzielt worden waren, aktuell nur knapp 109,5 Mio. gegenüber – woraus sich das bereits genannte Minus von 14,4 Prozent ergibt. Etwas freundlicher stellt sich das Bild dar, wenn man einen Vergleich der letzten beiden Zwölf-Monats-Verläufe (Jeweils von Anfang Oktober bis Mitte September) anstellt, dann beläuft sich das Minus auf 5,5 Prozent.

Was aber dennoch im Raum steht – und das macht eine gewisse Dramatik der Situation deutlich: Im bereits erwähnten Zeitraum zwischen Mai und August lagen die Zahlen im. Schnitt um ein beunruhigendes Viertel unter den Vorjahreszahlen. Und Ende August hinkte das laufende Gesamtjahr laut CNC um 27 Prozent hinter dem vorpandemischen Schnitt der Jahre 2017 bis 2019 hinterher.

Der Jahresverlauf im französischen Kinomarkt 2025

MonatBesuche 2025 in Mio.Besuche 2024 in Mio.+/-
Januar13,8213,71+0,8%
Februar14,2915,06-5,1%
März12,7115,19-16,3%
April11,8211,92-0,8%
Mai11,2115,71-28,6%
Juni11,3514,14-19,7%
Juli14,8017,90-17,3%
August9,9714,13-29,4%
September9,4710,07-5,9%
Laufendes Gesamtjahr109,46127,81-14,4%

Quelle: CNC; Hervorhebung der schwächsten/stärksten Monate bzw. Anstiege/Rückgänge

Das Fehlen von lokalen Ausreißern wie „Was ist schon normal?“ und „Der Graf von Monte Christo“, die im Frühjahr bzw. Frühsommer 2024 an den Start gegangen waren, macht sich natürlich auch beim lokalen Marktanteil bemerkbar; der im laufenden Jahr zuletzt bei 35,2 Prozent lag – und damit mehr als zehn Prozentpunkte niedriger als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres (45,5 Prozent). Beim US-Markanteil gab es hingegen keine dramatische Veränderung (34,5 zu 34 Prozent) – was allerdings unter anderem der Zuordnung durch das CNC geschuldet ist. So gilt beispielsweise der erolgreichste Film im September – „Conjuring 4“ – in Frankreich als britischer Film.

Verwiesen sei darauf, dass es sich bei den Daten ab Beginn des dritten Quartals noch um Schätzungen des CNC handelt, die finalen Zahlen können leichte Abweichungen vorweisen – das gilt dann konsequenter Weise auch für prozentuale Entwicklungen bzw. Anteile.