Die österreichische Filmwirtschaft hat es gehörig gebeutelt im Zuge des harten Sparkurses, den die neue Regierung einschlagen musste. Nach dem Gastbeitrag von Gabi Stefansich, haben wir uns auch noch weiters in der österreichischen Branche umgehört: Wie wird das sich zu Ende neigende Jahr bewertet und was muss passieren, um den Standort weiterhin attraktiv zu halten? Hier antworten Christian Langhammer & Christof Papousek von Constantin Film & Cineplexx Kinobetriebe.

Die österreichische Filmwirtschaft hat es gehörig gebeutelt im Zuge des harten Sparkurses, den die neue Regierung einschlagen musste. Nach dem Gastbeitrag von Gabi Stefansich, der einen fundierten Überblick über den Status quo gibt und auch Lösungsansätze aufzeichnet (siehe HIER), haben wir uns auch noch weiters in der österreichischen Branche umgehört: Wie wird das sich zu Ende neigende Jahr bewertet und was muss passieren, um den Standort weiterhin attraktiv zu halten? Hier antworten Christian Langhammer und Christof Papousek, CEO/Hauptgesellschafter bzw CFO/CO-Gesellschafter von Constantin Film & Cineplexx Kinobetriebe.
Die Fragen lauten:
#1
Wie haben Sie das Jahr 2025 in Ihrem Arbeitsbereich bis dato erlebt, durch was hat es sich ausgezeichnet?
#2
Mit Blick nach vorn: Was muss im kommenden Jahr passieren, was muss sich verbessern, damit Sie in Ihrem Bereich konsequent arbeiten können/optimale Ergebnisse erzielen können?
Christian Langhammer zu #1
Ausgezeichnet haben sich in diesem nach wie vor sehr schwierigen Jahr nur die wenigen großen Film-Highlights, allen voran „Das Kanu des Manitu“ in Österreich. Der Filmstart von „Das Kanu des Manitu“ markierte das erfolgreichste Startwochenende seit 2019 mit „Avengers: Endgame“ und setzt damit einen Rekord in dieser Dekade – darüber freuen wir uns sehr. Es ist sehr wichtig, dass unsere Branche wieder ein kräftiges Lebenszeichen gibt und Filme die 750.000 Besuchermarke überschreiten können. Das Publikum ist da, der Wille, seine Freizeit auch immer wieder im Kino zu verbringen, ist gegeben – denn Kino ist mehr als nur „Filme schauen“. Nun liegt es an den kommenden Filmen und der Zusammenarbeit zwischen Verleih und Kino, die Filme sichtbar zu bewerben und die sachte wiedergewonnene Dynamik aufrechtzuerhalten.
Als internationales Filmfestival in Wien setzt die Viennale genau darauf: Sie fördert die Filmkultur, präsentiert innovative Werke und schafft Plattformen zur Vernetzung von Filmschaffenden. Aus diesem Grund ist Constantin Film auch ein Unterstützer des Festivals und hat den Film „Der Hochstapler – Roofman“ mit Channing Tatum für das Event zur Verfügung gestellt.
Christof Papousek zu #2
Wir müssen dem Publikum zeigen, dass ständig und vor allem für diverse Zielgruppen ein gutes, abwechslungsreiches Portfolio an Filmen in Österreich vorhanden ist. Um diese bewerben zu können, braucht es weiterhin nationale und europäische Förderungen, sowohl im Verleih als auch im Kino. Das Europäische Agora Programm darf durch die Verschmelzung von Creative Europe und CERF nicht den Fokus auf die so wertvolle Erstauswertung von Filmen in Kinos verlieren. Die Branche ist gefragt, dies laufend und laut zum Ausdruck zu bringen.