Aus einer Bilanz von EON Productions geht eine erste konkrete Zahlung der Amazon MGM Studios für deren Übernahme der kreativen Kontrolle am „James Bond“-Franchise hervor. Währen die darin ausgewiesenen 20 Mio. Dollar nur ein Bruchteil jener Milliarde sind, mit denen Schätzungen den Deal einst bezifferten, wird davon ausgegangen, dass sich der Löwenanteil der Vereinbarung erst über die Zeit bei EON realisiert.

Wie aus einer nun veröffentlichten Gewinnmeldung von EON Productions hervorgeht, hat Amazon MGM Studios 20 Millionen US-Dollar für die Übernahme der kreativen Kontrolle an der James-Bond-Reihe gezahlt. Das berichtet Deadline. Damit wird erstmals ein konkreter (Teil-)Betrag für die Vereinbarung genannt, mit der Amazon die kreative Kontrolle über eines der lukrativsten Film-Franchises der Welt übernommen hat.
EON Productions, das von den langjährigen Bond-Produzenten Michael G. Wilson und Barbara Broccoli kontrollierte Unternehmen, bestätigte in seinem Geschäftsbericht, dass am 20. Februar 2025 eine Vereinbarung über den Verkauf der Anteile an der Marke James Bond sowie der Tochterfirmen B24 Limited und B25 Limited abgeschlossen wurde. Über diese Firmen waren die beiden jüngsten Filme „Spectre“ und „Keine Zeit zu sterben“ produziert worden.
Die genannte Summe liegt natürlich weit unter der Milliarde, mit der der Deal einst eingeschätzt wurde, allerdings war schon damals davon ausgegangen worden, dass er sich nicht lediglich (und auch nicht primär) auf eine Barzahlung erstreckt. Demnach geht auch Deadline davon aus, dass es sich bei den 20 Mio. Dollar nur um eine erste Zahlung innerhalb einer komplexeren Joint-Venture-Struktur. Über die kommenden Jahre werde EON demnach vermutlich auf andere Weise weiter vergütet werden, so könnten Aktienoptionen oder Umsatzbeteiligungen Teil der Abmachung sein, Details wurden von den Unternehmen nicht genannt.
Mit dem Schritt zog sich das Produzentenduo Broccoli/Wilson aus der aktiven kreativen Verantwortung zurück. Sie bleiben zwar Mitinhaber, doch künftig bestimmt Amazon MGM über die inhaltliche Ausrichtung der Reihe. Das Studio hat bereits Amy Pascal und David Heyman als Produzenten des nächsten Bond-Films verpflichtet. Regie führen soll Denis Villeneuve („Dune“), während „Peaky Blinders“-Schöpfer Steven Knight am Drehbuch arbeitet.
Der Deal markierte einen tiefgreifenden Umbruch für das traditionsreiche Franchise, das über sechs Jahrzehnte von der Familie Broccoli geprägt wurdw. Nach Daniel Craigs Abschied als 007 mit „Keine Zeit zu sterben“ (2021) steht nun eine Neuausrichtung bevor. Villeneuve will laut Deadline 2026 die Suche nach einem „frischen britischen Gesicht“ für die Rolle beginnen.
Finanziell steht EON Productions aktuell auf bescheidenerem Fundament: Das Unternehmen meldete 2024 einen Umsatz von 12,1 Millionen Pfund – weit entfernt von den 235 Millionen Pfund im Jahr 2021, als „Keine Zeit zu sterben“ startete. Der Verkauf an Amazon dürfte daher auch eine strategische Konsolidierung bedeuten.
Parallel arbeitet EON weiterhin mit Amazon MGM zusammen, etwa an einer Neuauflage des Familienklassikers „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“ unter der Regie von Matthew Warchus.