SmHJHX

Am Freitag, den 25.10. werden wir ab 15.00 Uhr bis ca. 18 Uhr umfangreiche technische Wartungsarbeiten durchführen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Verena Schilling, Head of Movies Amazon MGM Studios Germany: „Wir haben gesehen, dass ,Der Tiger‘ auf der großen Leinwand funktioniert!“


„Der Tiger“ von Dennis Gansel ist der erste Film, den Amazon MGM Studios als deutsches Original in die Kinos bringt. Doch nicht nur das: er ist auch einer der fünf Filme, die Deutscher Oscarbeitrag werden können. Über diese Entscheidungen und die fruchtbare Zusammenarbeit mit PANTALEON Films im Produktionsprozess spricht Verena Schilling, Head of Movies Amazon MGM Studios Germany, im exklusiven SPOT-Interview.

Unknown   e x
Verena Schilling, Head of Movies Amazon MGM Studios (Credit: Amazon MGM Studios)

Was macht „Der Tiger“ von Dennis Gansel zu einem besonderen Film?

Verena Schilling: Der Pitch und eine frühe Drehbuchfassung haben uns überzeugt. „Der Tiger“ wird als Thrillerdrama im Genre des Antikriegsfilms erzählt. Das macht den Film sehr besonders und lässt ihn aus den bisherigen Filmen, die wir gemacht haben, herausstechen. Als Dennis Gansel und Frank Kusche von PANTALEON Films auf uns zukamen, war unser Interesse sofort geweckt. Dennis ist ein ganz wunderbarer Filmemacher mit einer beeindruckenden Filmographie. Wir haben in dem Stoff, der ein sehr wichtiges, wenngleich auch schweres Thema behandelt, das Potenzial gesehen, ein wirklich breites Publikum – sowohl in Deutschland als auch weltweit – zu erreichen. Wir haben uns im Development, und insbesondere auch in der Drehvorbereitung, ausreichend Zeit gelassen. Ich finde, es hat sich gelohnt: Die Wucht der Bilder ist einfach beeindruckend!

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit dem Team erlebt?

Verena Schilling: Die Zusammenarbeit war besonders, vertrauensvoll und offen in der Kommunikation. Wir waren uns bewusst um die Verantwortung, die man bei der filmischen Bearbeitung eines solchen Themas trägt, gerade hier in Deutschland. Wir sind Schritt für Schritt vorgegangen, haben viele Gespräche geführt und uns umfassend historisch beraten lassen. Mit Colin Teevan als Ko-Autor und Dennis Gansel als Autor und Regisseur, die beide bereits Erfahrung mit der Thematik mitbringen, war das Projekt von Anfang an in guten Händen.

Ist „Der Tiger“ das bis dato aufwändigste Projekt für Amazon MGM Studios Deutschland?

Verena Schilling: „Der Tiger“ ist für Amazon MGM Studios in Deutschland eine der größten und bis dato definitiv aufwändigsten Produktionen. Uns war klar, dass die Produktion eine große Herausforderung werden würde: einen historischen Film in diesem Genre mit einem europäischen Budget auf die Beine zu stellen, ist nicht ohne. Es ging darum, historisch akkurat zu erzählen. Wichtig war die nötige Zeit in der Vorbereitung. Das haben wir von Anfang an einkalkuliert. Toll war zu erleben, wie jeder im Team, in jedem Gewerk, immer 110 Prozent gab. Es hat großen Spaß gemacht, auf diesem Level mit allen Beteiligten zusammenzuarbeiten. 

„Unsere unterschiedlichen Blickwinkel auf den Stoff waren für mich dabei sehr spannend.“

Wie sah Ihr Input als Head of Movies Amazon MGM Studios bei diesem Projekt aus, mit Frank Kusche von PANTALEON Films als Sparring Partner? Wie beteiligten Sie sich am Entstehungsprozess?

Verena Schilling: Das ist bei jedem Film unterschiedlich. Schon bei der Bucharbeit mit Dennis und Colin haben wir intensiv und gut zusammengearbeitet. Unsere unterschiedlichen Blickwinkel auf den Stoff waren für mich dabei sehr spannend. Denn auch, wenn ich mich zuvor schon viel mit dem Genre beschäftigt habe, war es für mich als Frau enorm interessant, die zudem auch keinen Wehrdienst geleistet hat, das Zusammenspiel der unterschiedlichen Perspektiven auf den Stoff und auf die Figuren zu erleben. Frank und ich haben uns in allen Schritten der Vor-, der Produktion und Postproduktion super ergänzt.

 DSC   scaled e x
Am Set von „Der Tiger“ (Credit: Amazon MGM Studios)

Wann kam die Idee, mit „Der Tiger“ als erstem deutschem Amazon MGM Studios Original ins Kino zu gehen?

Verena Schilling: Der Wunsch war schon sehr früh da – bei allen Beteiligten. Konkreter kristallisierte  sich die Idee in der Postproduktion heraus. Wir haben gesehen, dass „Der Tiger“ auf der großen Leinwand funktioniert. Grundsätzlich ist es so, dass wir bei Amazon MGM Studios jeden einzelnen unserer Filme anschauen und überlegen, was die passende Release-Strategie ist. Wenn man etwas zum ersten Mal macht, wie im Falle der Kinoauswertung von „Der Tiger“, überlegt man einfach mehr, macht sich noch mehr Gedanken, wägt ab.  Je mehr Leute den Film gesehen hatten, desto klarer wurde es: „Der Tiger“ gehört ins Kino. 

In vier Wochen ist es so weit: Sie haben mit der CineStar-Gruppe einen exklusiven Partner gewonnen. Wie kam dieser Deal zustande?

Verena Schilling: Das CineStar-Team hat den Film gesehen und war begeistert. Es hat sich richtig angefühlt, das Projekt Kinoauswertung gemeinsam auf diesem Weg anzugehen. Die Details werden gerade noch final besprochen. CineStar ist ein toller Partner. Wir haben alle das gleiche Ziel: den „Tiger“ bestmöglich zu den deutschen Kinozuschauerinnen und -zuschauern zu bringen. Wir sind guter Dinge, nachdem der Release des Kinotrailers vor drei Wochen schon so super funktioniert hat und sogar weltweit auf großes Interesse gestoßen ist – was uns natürlich riesig freut und in unserer Entscheidung für die Kinoauswertung bestärkt. 

Unknown  x
Verena Schilling: „Die besondere Stärke von ,Der Tiger‘ ist, dass er einen nicht kalt lässt. Er regt zum Nachdenken an, lädt zum Diskutieren ein.”

Beim deutschen Kinostart allein bleibt es nicht: „Der Tiger“ ist auch einer der Titel, die eine Chance haben, von German Films als deutscher Oscarbeitrag ins Rennen geschickt zu werden. Was war hier der Gedanke?


Verena Schilling: Als PANTALEON Films uns gefragt hat, ob sie den Film einreichen dürfen, haben wir natürlich „Ja“ gesagt. Es ist eine tolle Möglichkeit für unseren Film, und es würde mich besonders für das Team freuen, wenn’s klappt. Wir wissen aber auch um die anderen starken Produktionen, die im Rennen sind… Wir warten mal ab und drücken die Daumen.

Der Kino-Release ist am 18. September. Wie bereiten Sie den Start vor?

Verena Schilling: Wir werden am 15. September eine große Premiere in Berlin feiern. Da stecken wir mitten in den Vorbereitungen. Ich freue mich sehr, den Film mit so vielen Menschen schauen zu können und danach in Gespräche zu gehen. Die besondere Stärke von „Der Tiger“ ist, dass er einen nicht kalt lässt. Er regt zum Nachdenken an, lädt zum Diskutieren ein. 

„Wir schreiten mit einem starken, breitgefächerten Portfolio, das diverse Genres abdeckt, voran.“

Steht der Start auf dem Service, auf Prime Video, schon fest? Und in wie vielen Sprachfassungen bzw. mit wie vielen Untertiteln wird es ihn dort geben?

Verena Schilling: „Der Tiger“ wird weltweit in elf Sprachen gedubbt und in 28 Sprachen untertitelt für unsere Zuschauerinnen und Zuschauer angeboten. Der Film ist definitiv einer der wichtigsten deutschen Titel für uns. Der genaue Starttermin steht noch nicht fest. Nur, dass es Ende des Jahres sein wird.

Sie sind viereinhalb Jahre Head of Movies bei Amazon MGM Studios Deutschland. Wie hat sich Ihre Abteilung entwickelt?

Verena Schilling: Das Movies-Team ist mittlerweile mit Nicole Kerler als Development Executive und Katharina Schneider als Movies Koordinatorin richtig gut aufgestellt, und wir schreiten mit einem starken, breitgefächerten Portfolio, das diverse Genres abdeckt, voran. Ich bin sehr glücklich, dass wir bei den Original Movies immer weiter aufstocken und freue mich auf die nächsten Drehs – ein paar stehen dieses Jahr noch an. Einer davon ist „The Prototype“ – übrigens auch wieder unter der Regie von Dennis Gansel. 

Das Gespräch führte Barbara Schuster