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Quirin Berg zum deutschen Line-up von LEONINE Studios: „Für alle Herausforderungen gut aufgestellt“


Längst sind die LEONINE Studios zu einer der führenden Marken für deutsche Produktionen geworden – im Kino ebenso wie im traditionellen Fernsehen und Streaming. Mit CCO Quirin Berg unterhielten wir uns über den kommenden Slate, die Besonderheiten eines Marktes im Wandel und Lösungsansätze für die Herausforderungen.

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Quirin Berg (r.) mit Regisseurin Lena Stahl am Set von „Corpus Delicti“ (Credit: Wiedemann & Berg, Jonas Huckstorf)

Sie haben in den letzten Wochen mehrfach für positive Schlagzeilen gesorgt. Neue Filmprojekte, Erfolge mit Streamingproduktionen. Und es gibt den seltenen Fall, dass einer Ihrer Filme tatsächlich ein Remake in Hollywood mit großer Starbesetzung erhält. 

Quirin Berg: Ja, es ist ein Remake von „Wochenendrebellen“ für Apple geplant – mit Mark Wahlberg, Indie DesRoches und Vera Farmiga in den Hauptrollen und Stephen Chbosky als Regisseur. „Wochenendrebellen“ ist ein großartiges Beispiel für die Art originärer Stoffe, die bei uns und eben auch international erfolgreich sein können. Richard Kropf hat die wahre Geschichte gefunden und ein starkes Drehbuch geschrieben und Marc Rothemund hat dann einen wunderbaren Film geliefert. Wir waren vor genau zwei Jahren im Kino, mit etwas mehr als einer Million Besucher:innen. Damit sind wir nach Amerika und in eine Partnerschaft gegangen mit The SpringHill Company, der Produktionsfirma von LeBron James, und Plan B, die auch Teil unserer Mediawan-Familie sind und gerade mit Brad Pitts „F1“ einen Riesenerfolg für Apple realisiert haben. Wir freuen uns sehr über diesen Weg.

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Drei kommende Kinohits bei LEONINE Studios: „Ein Münchner im Himmel“, „Ein fast perfekter Antrag“, „Bibi Blocksberg“ (Credit: LEONINE Studios)

„Wochenendrebellen“ ist eine gute Überleitung zum aktuellen deutschen Slate von LEONINE Studios. Der Film entstand in der Erfolgskombination aus Regisseur Marc Rothemund und Drehbuchautor Richard Kropf von den HaRiBos: Die beiden haben mit „Ein fast perfekter Antrag“ eine neue Komödie realisiert, die Sie am 26. Februar 2026 ins Kino bringen werden. 

Quirin Berg: Studio Zentral hat uns diesen Best-Ager Stoff mit Herz und Humor vorgeschlagen, mit Iris Berben und Heiner Lauterbach natürlich wunderbar besetzt. Dann erwartet uns ein großartiger Film von David Dietl, produziert von Marcus Welke: „Ein Münchner im Himmel“ kommt am 23. April 2026 in die Kinos und macht schon im Titel gute Laune. Die gleichnamige Kult-Geschichte von Ludwig Thoma ist sicher einer der bekanntesten bayerischen „Klassiker“ und liefert uns hier einen prominenten Startpunkt für eine sehr heutige Komödie über das Leben und seine Endlichkeit. Maxi Brückner, Hannah Herzsprung, Momo Beier und Maxi Schafroth werden vor allem das bayerische Kinopublikum begeistern.

„Wir sehen, dass der Kinobesuch nach wie vor ein einzigartiges Erlebnis ist, das die Menschen begeistert.“

Quirin Berg

Familienfilm wird ebenfalls groß geschrieben bei LEONINE Studios…  

Quirin Berg: Der Erfolg von „Die Schule der Magischen Tiere“ ist natürlich enorm. Ich kann den Produzentinnen Kordes&Kordes, der ganzen Crew und unserer Verleihmannschaft nur zu ihrer exzellenten Arbeit gratulieren. Das motiviert und zeigt, was möglich ist. Natürlich beschäftigen wir uns mit dem Bereich Family-Entertainment aus offensichtlichen Gründen. Aber auch persönlich macht es Freude – ich merke durchaus einen anderen Zugang zu der Tonalität und den Stoffen, seit ich selbst Kinder habe. Für mich als Produzent war der Startschuss hierfür die Neuverfilmung der „Drei ???“, die wir für Sony realisieren dürfen. „Die drei ??? – Erbe des Drachen“ hat 2023 über 1,5 Mio. Besucher:innen in die Kinos gelockt, „Die drei ??? und der Karpatenhund“ folgte im Januar 2025 mit knapp 1,1 Mio. Besucher:innen. Am 22. Januar 2026 startet mit „Die drei ??? – Toteninsel“ der dritte Teil in den Kinos, eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem tollen Team von Sony und bei uns verantwortet von Produzentin Johanna Bergel und der Ausführenden Produzentin Isabel Haug.

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Anhaltender Dauerhit: „Die Schule der magischen Tiere 4“, produziert von Kordes&Kordes (Credit: LEONINE Studios)

Noch in diesem Jahr geht im Dezember schon ein anderes großes Familien-Franchise an den Start.

Quirin Berg: Mit Kiddinx haben wir die Verfilmung von „Bibi Blocksberg“ verabredet und einen fulminanten ersten Teil produziert, der die wohl bekannteste Marke des Hauses mehr als 20 Jahre nach den beiden ersten Verfilmungen zurück ins Kino und in die Gegenwart holt. Zum 45-jährigen Jubiläum bringen wir „Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen“ am 11. Dezember 2025 an den Start. Inszeniert von Gregor Schnitzler, der schon den ersten „Die Schule der magischen Tiere“ Film gemacht hat. Das Buch stammt von Bettina Börgerding und die Musik von Ulf Leo Sommer, Peter Plate und Joshua Lange, die auch für die „Bibi & Tina“ -Erfolge stehen. Die Geschichte haben wir gemeinsam mit Gabi Salomon entwickelt, die bei Kiddinx als Hüterin der Marke jedes Detail der Bibi-Welt kennt – das hat großen Spaß gemacht. Die Resonanz ist total stark, die Testscreening-Ergebnisse auch. Aus dem Grund haben wir bereits grünes Licht für den nächsten Film gegeben. Die Dreharbeiten laufen noch bis Ende November und wir gehen damit am 24. September 2026 in die Kinos. Family Entertainment mit ausgewählten Marken wird bei uns also weiter eine wichtige Rolle spielen.

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Gerade abgedreht: „Raging Moms“ von Sonja Heiss (Credit: Leonine Studios)

Wohin geht die Reise über diese bereits angekündigten Titel hinaus?

Quirin Berg: Ein herausragender Aufschlag wird „Corpus Delicti“, die Verfilmung des Millionen-Bestsellers von Juli Zeh, eine der spannendsten Autorinnen unserer Zeit. Sie hat ein faszinierendes Szenario entworfen: Ein Mord erschüttert in naher Zukunft eine Gesellschaft, in der die Gesundheit des Menschen als höchstes Ziel ausgerufen wurde, aber die individuellen Rechte der Menschen dafür stark eingeschränkt sind. Ein sehr aktueller, visuell packender Thriller, der ein Genre bedient, das wir im deutschen Film selten sehen und der für viele Debatten sorgen kann. Lena Stahl hat das Buch geschrieben und mit beeindruckender Handschrift Regie geführt. Hannah Herzsprung, Damian Hardung, Alexander Fehling und Christian Friedel spielen die Hauptrollen. Ausführende Produzentin ist Laura Mihajlovic. Der Release ist für den 1. Oktober 2026 geplant. Mit „Raging Moms – Am Ende der Geduld“ kann ich außerdem eine wunderbare Komödie ankündigen: Sonja Heiss, die zuletzt mit „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ einen großen Erfolg gefeiert hat, erzählt auf unvergleichliche und komische Weise von vier Frauen in der Mitte ihres Lebens. In den Hauptrollen stellen sich Laura Tonke, Anne Ratte-Polle, Katharina M. Schubert und Heike Makatsch dem Altern, der Welt, sich selbst und auch einigen Herausforderungen mit ihren Ehemännern – toll besetzt u.a. mit Christoph Maria Herbst und Tom Schilling. Sehr lustig, sehr zeitgeistig, sehr treffsicher! Damit starten wir am 21. Januar unser Kinojahr 2027.

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Am Set von „Corpus Delicti“: Laura Mihajlovic (Ausführende Produzentin), Damian Hardung, Quirin Berg (CCO Wiedemann & Berg Film), Lena Stahl (Regie & Drehbuch), Hannah Herzsprung sowie Alexander Fehling, Haley Louise Jones, Christian Friedel, Victoire Velarde (Credit: LEONINE Studios / Mathias Bothor)

Simon Verhoeven, der bisher alle seine Arbeiten mit Ihnen gemacht hat, hat seinerseits von Sonja Heiss übernommen und stellt gerade mit Komplizen Film die zweite Meyerhoff-Verfilmung fertig, „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“, den Warner Bros. in die Kinos bringt. Werden Sie weiter zusammenarbeiten?

Quirin Berg: Auf jeden Fall! Wir sind mit Simon in einer festen Verabredung und planen schon konkret nächste Projekte. „Ach diese Lücke“ ist ein Stoff, der ihm persönlich sehr am Herzen lag, den er nun mit seiner Mutter Senta Berger in einer der Hauptrollen realisiert hat und sehr mit seinem Vater verbindet. Natürlich muss er den Film dann machen. Und er ist wohl richtig toll geworden. Wir freuen uns für ihn und wir sind ja auch große Fans der Komplizen-Film. Also drücken wir Warner Bros. und allen hier die Daumen.

„So oder so bleibt der entscheidende Faktor am Ende aber natürlich immer die Qualität.“

Quirin Berg

Nach Corona hatte es lange gedauert, bis wieder ein deutscher Film mehr als drei Mio. Tickets verkaufen konnte. LEONINE Studios ist es im vergangenen Jahr erstmals wieder gelungen mit „Die Schule der magischen Tiere 3“. Jetzt ist „Das Kanu des Manitu“ nachgezogen, und auch „Die Schule der magischen Tiere 4“ liegt aktuell ausgezeichnet im Rennen. Was hat sich verändert für lokales Produkt? Was muss ein deutscher Film heute mitbringen, um im Kino zu überzeugen?

Quirin Berg: 2024 sind fast 30 Mio. weniger Tickets gekauft worden als 2019 – der Markt hat also ca. 27 Prozent aller Kinozuschauer:innen verloren. Das liegt sicherlich an der großen Attraktivität des Streaming-Angebots, aber auch das hat inzwischen noch größere Konkurrenz durch die Social-Media-Nutzung bekommen. Das ist die neue Realität. Trotzdem sehen wir, dass der Kinobesuch nach wie vor ein einzigartiges Erlebnis ist, das die Menschen begeistert. Wir brauchen nur die richtigen Argumente für die Entscheidung „Wir gehen ins Kino“. Das ist unsere Aufgabe: Die Menschen müssen wissen, dass sie ein Event erwartet und dass sich der Kinobesuch lohnt. Es hilft, wenn sich in ein oder zwei Sätzen klar vermitteln lässt, warum man einen Film sehen will und warum er neugierig macht. Wir brauchen ein Must-See-Gefühl. Manche Filme funktionieren auch als Gemeinschaftserlebnis einfach besonders gut. Das konnte man gerade bei „Das Kanu des Manitu“ schön erleben, Bully ist das fantastisch gelungen. Deshalb auch an dieser Stelle: Gratulation!

Was kann man noch machen?

Quirin Berg: Zusätzliche Faktoren für deutsche Filme sind weiterhin die lokalen Themen, Settings und Gesichter, in denen sich die Menschen wiederfinden und die idealerweise einen Nerv treffen. Unser „Alter weißer Mann“ im vergangenen Jahr ist ein gutes Beispiel dafür, dass solche Filme unverändert erfolgreich sein können. Neben den großen kommerziellen Ansätzen haben aber auch Filme eine Chance, die sich bewusst vom Mainstream abheben; dann werden die Zielgruppen zwar kleiner, aber präziser. So oder so bleibt der entscheidende Faktor am Ende aber natürlich immer die Qualität. 

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Abschluss der Erfolgstrilogie, produziert von Wiedemann & Berg mit Sony: „Die drei ??? – Toteninsel“, Start im Januar 2026 (Credit: Sony Pictures)

Was lässt sich daraus lernen?

Quirin Berg: Es gibt keine eindeutige Erfolgsformel. Und es gibt sicher zahlreiche Filme und Erfolge, die auch ganz individuell zu erklären sind. Aber wenn wir nach einem großen, generellen Ansatz suchen, dann bleibt erstmal nur die Erkenntnis: Wir müssen nach Exzellenz streben. Das wird nicht immer gelingen, aber es muss der Anspruch sein.  Starke Marken sind enorm hilfreich, allerdings gibt es nur wenige. Und wir brauchen Stars, aber es gibt nur wenige. In Deutschland ohnehin, aber auch international sehen wir, dass die Definition von Star sich sehr relativiert hat und nur wenige Namen eindeutig für alle Zielgruppen und für alle Länder klar für Kino stehen. Wir benötigen Originalität, Kreativität, Expertise – wir glauben an unsere Filmemacher:innen und ihre Handschrift. Aber es gibt eben auch nicht viele Köpfe, die das in Deutschland auf diesem Niveau können und sich auf Kino konzentrieren. Generell muss man leider auch sehen, dass wir in einer Welt leben, die deutlich an Sicherheit und Stabilität eingebüßt hat. Deshalb möchten wir uns einerseits mit Dingen beschäftigen, die eine Bedeutung haben, Tiefe, Menschlichkeit. Andererseits brauchen wir aber auch den Eskapismus, die Zeit, in der wir uns einfach mal zurücklehnen und zwei Stunden nicht mit der Realität konfrontiert sind. Und genau das kann Kino natürlich viel besser leisten als jedes andere Unterhaltungsangebot. 

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Kommt bald mit Hitaussichten: „Crooks, Staffel 2“ (Credit: Netflix)

Unter dem Label Wiedemann & Berg sind inzwischen über 170 Kino-, TV- und Streamingproduktionen entstanden. Wo geht die Reise hin?

Quirin Berg: Max und ich sind seit unseren Tagen an der Filmhochschule als Duo unterwegs und ergänzen uns hervorragend. Das sorgt für große Verlässlichkeit und Konstanz. Dabei hat es uns immer gereizt, in neue Bereiche zu gehen, Pionierarbeit zu leisten, sei es die erste Produktion fürs Pay-TV oder die erste Netflix-Serie auf dem deutschsprachigen Markt. Dazu gehört es auch, auf neue Technologien zu setzen. In der Geschäftsführung von LEONINE Studios ist das für uns natürlich umso wichtiger. Max treibt das Thema KI seit einiger Zeit sehr intensiv und in der globalen Verantwortung für Mediawan erfolgreich voran – die damit einhergehenden Veränderungen für unsere Branche und darüber hinaus werden fundamental sein. Und gleichzeitig steht der Mensch und die Kreativität weiterhin im Mittelpunkt. Ich freue mich sehr darauf, auch dieses nächste Kapitel gemeinsam mit dem gesamten Team anzugehen.

„Wir entwickeln sehr gezielt fürs Kino und auch sehr gezielt für die verschiedenen Partner im TV, den Mediatheken und im Streaming.“

Quirin Berg

Der Slate von LEONINE Studios ist getrieben von akquirierten internationalen Projekten, primär aus der Ader von Lionsgate und A24, und dem local product. Wie finden Sie hier die richtige Balance?

Quirin Berg: Im Team der Wiedemann & Berg Film produzieren wir selbst etwa drei deutsche Kinofilme im Jahr. Dann arbeiten wir mit vielen hervorragenden Produktionsfirmen zusammen und gehen als LEONINE Studios in zwei oder drei Koproduktionen. Mehr deutsche Kinofilme würden aus unserer Sicht im Markt aktuell keinen Sinn machen. Die internationalen Filme kaufen wir ein – von den großen Blockbustern wie „Hunger Games“ oder „Die Unfassbaren – Now You See Me“ bis zu Titeln wie „The Zone of Interest“ oder „Konklave“. Diese Akquisen beruhen auf langjährigen Partnerschaften, intensivem Austausch und der großartigen und sehr erfolgreichen Arbeit und Kuration von unserem CEO Fred Kogel und dem Acquisitions-Team. Dabei gehen wir manchmal bereits mit in die Entwicklung der Projekte, wie etwa in der Zusammenarbeit mit Marc Butans MadRiver Pictures. Der erste Film aus dieser Konstellation ist „Mutiny“ mit Jason Statham, den wir mit LEONINE Studios in Deutschland in die Kinos bringen. Unser zweiter Film geht gerade in den Dreh, es ist der Action-Thriller „Empire City“ mit Gerard Butler und Hayley Atwell von Regisseur Michael Matthews. 

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Maßgeschneiderte Hits für die Plattformen: „Brick“, „Fall for Me“, „Un/Dressed“, „Spieleabend“ (Credits: Netflix, Prime)

Als Produzenten sind Sie längst auch ein zuverlässiger Hit-Lieferant im Streaming, haben jüngst fantastische Erfolge bei Netflix gefeiert mit „60 Minuten“, „Spieleabend“ und gerade erst mit „Brick“ und „Fall for Me“ sowie bei Prime mit „Un/Dressed“. Wie treffen Sie die Entscheidung, welcher Stoff für welche Ausspielform am besten geeignet ist?

Quirin Berg: Ja, das sind starke Ergebnisse, und es ist natürlich für alle sehr faszinierend zu sehen, dass man weltweit mit einem deutschen Projekt 60 Millionen Zuschauer:innen und mehr erreichen kann. Wir entwickeln sehr gezielt fürs Kino und auch sehr gezielt für die verschiedenen Partner im TV, den Mediatheken und im Streaming. Wir agieren hier mit einem letztlich recht kleinen Team, mit viel Analyse, Austausch und Fokus. Natürlich müssen wir die Bedürfnisse der Sender und Plattformen kennen und die intensive Zusammenarbeit mit allen ist für uns absolut zentral. Es gibt Ideen, die in mehrere Richtungen funktionieren könnten. Dann ist es für uns eine bewusste Entscheidung, mit welcher Zielsetzung wir starten. Die Parameter sind da schon unterschiedlich – es ist etwas anderes, ob man in einem Kino sitzt oder daheim auf der Couch. Wenn man zuhause nach den ersten Minuten nicht den Eindruck gewinnt, dass dieser Film der richtige ist, schaltet man um und sieht sich etwas anderes an. Im Kino trifft man die Entscheidung für den Film früher und bleibt grundsätzlich auch sitzen, weshalb man hier z.B. dramaturgisch ganz anders vorgehen kann und etwas mehr Zeit hat, Figuren und Prämisse zu entfalten.

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Viel Beifall erhielt „Die Nichte des Polizisten“ (Credit: SWR/LEONINE Studios, Sammy Hart)

Und Sie sind bei LEONINE Studios entsprechend aufgestellt, um die verschiedenen Ausspielformen zu bedienen…

Quirin Berg: Wir agieren mit drei Firmen im Fiction-Bereich. Die Wiedemann & Berg Film fokussiert auf Kino, mit Steffi Ackermann und Marcus Welke in der Geschäftsführung. Benjamin Benedict und Oliver Vogel sind Geschäftsführer der W&B Television, und die Odeon wird seit einem halben Jahr von Britta Meyermann geführt. Beide Firmen bespielen alle Sender und Plattformen im TV und Streaming. Insgesamt blicken wir hier auf eine sehr erfolgreiche Bandbreite und Qualität, aktuell z.B. von „Kanzlei Liebling Kreuzberg“, „Einspruch, Schatz!“, „Die Nichte des Polizisten“, „High Stakes“, „Zielfahnder“ oder den Bestsellerverfilmungen von Charlotte Link und Nele Neuhaus für die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF, über „Back to the 90s“ mit den Elevator Boys für Prime Video bis hin zu „Crooks“ für Netflix. Hier sind wir gerade mitten in der Produktion der zweiten Staffel von Marvin Kren – ein wilder Ritt, gedreht in Bangkok und Wien. Gerade neu gestartet sind die Dreharbeiten zur achtteiligen Highend-Serie „Ludwig“, einer Koproduktion mit ARD Degeto Film, dem BR, ServusTV und SRF. Das große Crime-Drama wirft einen völlig neuen Blick auf den Märchenkönig Ludwig II.: heutig, radikal, emotional und fesselnd.  Und nächstes Jahr soll dann auch HBO nach Deutschland kommen. Das wäre doch toll! Ich sehe uns also für alle Herausforderungen gut aufgestellt. Die guten Ideen werden uns nicht ausgehen.

Das Gespräch führte Thomas Schultze.