In Partnerschaft mit der Film- und Medienstiftung NRW, die heute in Köln ihr großes Sommerfest feiert, hat THE SPOT einen Blick auf junge und engagierte Produktionsfirmen in NRW geworfen, die in ihrer inhaltlichen Ausrichtung explizit für Diversität und Vielfalt stehen. Diesmal: epikfilm.

epikfilm wurde von Filmemacher Hüseyin Tabak und Autor und Produzent Mehmet Aktaş gegründet. Der Fokus liegt auf der Entwicklung und Produktion von gesellschaftsrelevanten Spielfilmen für ein breites Publikum. Die Geschichten handeln von Menschen unterschiedlicher Generationen, Herkünfte und sozialer Schichten. Die persönliche Handschrift der Filmschaffenden ist dabei ein besonderes Anliegen, um künstlerisch ambitionierte Filme zu schaffen, sowie das Publikum emotional zu berühren.
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Wie würden Sie Ihre Produktionsfirma beschreiben? Was ist die DNS Ihrs Unternehmens? Worauf liegt der Fokus Ihres Schaffens?
Die epikfilm wurde mit sehr viel Euphorie und Leidenschaft kurz vor der Pandemie gegründet. Auch wenn die Pandemie vor allem für die kleinen Produktionsfirmen ein Endgegner war, den Firmen auf ihre eigene Art und Weise überwunden oder dran leider zerbrochen sind, ist unsere Euphorie und Leidenschaft nicht abgebrochen. Im Gegenteil: Wir brennen umso mehr für Geschichten, Geschichten, Geschichten!!! Das ist unsere DNS. Außergewöhnliche Geschichten von Menschen, für Menschen. Vor allem junges Erzählen, ohne Grenzen, mit viel Mut. Ich weiß, das behaupten viele und schön wär‘s, wenn‘s so wäre. Aber ich merke einfach, wenn Kreative bei uns landen, wie verwundert sie sind, dass sie so viel Freiheiten bekommen, wenn sie eine Geschichte erzählen wollen.
Ist es Ihnen wichtig, am Standort NRW ansässig zu sein? Welche Vorteile ergeben sich für Sie daraus?
Ich bin Ostwestfale und darauf bin ich sehr stolz. Nicht nur, seitdem Bielefeld im Finale des DFB Pokals war. NRW hat mit dem medialen Epizentrum in Köln natürlich viele Kreative und Filmtechnik an einem Standort, doch NRW ist vielmehr. Der ganze Ruhrgebiet, die „kleinen Großstädte“ wie Wuppertal, Oberhausen oder eben Bielefeld. Momentan bereiten wir zum Beispiel einen jungen, dynamischen Film à la „La Haine“ vor, der komplett nur in Duisburg spielt, dazu die von der Filmstiftung in der Projektentwicklung geförderte Serie „Vandals“, welche in einer Kleinstadt in Ostwestfalen spielt. NRW ist so groß und vielseitig und wir von der epikfilm lieben es, dieses Bundesland filmisch auszukundschaften!
Wie sieht Ihre Zusammenarbeit mit der Film- und Medienstiftung NRW aus?
Die Filmstiftung ist unsere Hausförderung und lebensnotwendig als kleines Unternehmen. Gleichzeitig ist uns auch bewusst, dass es viele tolle Firmen in NRW gibt und die Konkurrenz in NRW dementsprechend groß und stark ist. Deswegen rennen wir auch nicht mit jeder beliebigen Idee zur Filmstiftung, arbeiten akribisch dran und wollen sie nicht nur, sondern begeistern!
Wo sehen Sie noch Möglichkeiten zur Verbesserung für den Standort NRW?
Auch wenn es wichtig ist, dass Köln sozusagen das Zentrum der Filmlandschaft in NRW ist, sollten wir anfangen, strukturell Dienstleister in den anderen Städten in Westfalen aufzubauen. Mittlerweile ist es sehr, sehr schwierig in Köln zu drehen und es gibt so viele andere Städte, wo die Wege kürzer zu Locations und man viel leichter Drehgenehmigungen bekommt, oder aber der Aufenthalt von Teammitgliedern nicht so teuer und der Verkehr weniger ist.
Woran arbeiten Sie aktuell? Was sind die perspektivischen Ziele Ihrer Firma?
Wir sind bodenständig und wollen vor allem Stabilität! Unser Anspruch ist, hochwertige Filme und Serien zu drehen, die nicht unbedingt hohe Budgets haben müssen, aber die die Menschen fesseln und berühren. Für uns ist Film zuerst eine Kunstform, welche ein Spiegel der Gesellschaft sein sollte, als nur ein „Produkt“ oder „Content“. Bei der epikfilm steht die Fertigstellung von „Morgen war Krieg“ von Nicolas Ehret an, der sich gerade in der Postproduktion befindet. Unser erstes Baby! Dann sind wir an einer Verfilmung eines absoluten Bestsellers der 80er Jahre dran, der genauso viele Bücher verkauft hat, wie „Die unendliche Geschichte“. Dazu unsere beiden Erstlingsfilme „Hydra“ von Ozan Mermer, sowie „Zeit der Drachen“ von Süheyla Schwenk. Beide Geschichten, welche nicht nur den heutigen Zeitgeist erzählen, sondern auch das junge, deutsche Kino nochmal mitbeleben werden!