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Dan Trachtenberg zu „Predator: Badlands“: „Wir mussten den Predator neu denken“


Bereits zum dritten Mal inszeniert Dan Trachtenberg einen Film innerhalb des „Predator“-Franchise. Was „Predator: Badlands“ so besonders macht und von welchen Werken er sich inspirieren ließ, erzählt er im Interview. Am 6. November startet der Film in den Kinos.

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Dan Trachtenberg (Credit: IMAGO / ABACAPRESS)

Als Sie „Prey“ drehten, sagten Sie, dass der Film besonders ist, weil es so etwas im Predator-Franchise noch nicht gegeben hatte – so wollten Sie auch an die nächsten Filme herangehen. Inwiefern ist „Predator: Badlands“ also neuartig innerhalb des Franchise?

Dan Trachtenberg: Der Predator ist hier der Protagonist. Das ist nicht nur eine große Sache innerhalb des Franchise, sondern im Science-Fiction-Genre generell. Es gibt darin immer wieder diese Kreaturen, die uns begeistern, die aber meistens nur der Sidekick oder der Antagonist sind. Normalerweise hat der Predator gar nicht so viel Screentime, er ist dazu gedacht, kurz aufzutauchen und gruselig zu wirken – dafür wurde er designt. Für diesen Film mussten wir diese Figur und ihr Design komplett neu denken, sodass der Predator auch Emotionen zeigen kann, nuanciert wirkt und wir mit ihm mitfühlen können. 

Im Film treten der Predator und Elle Fannings Figur, eine Androidin, als ungleiches Team auf – es handelt sich also um eine Art Buddy Movie. Wie haben Sie sichergestellt, dass der Film trotzdem die düstere, brutale Atmosphäre bietet, die das Publikum von dem Franchise kennt?

Dan Trachtenberg: Wir gehen hier mehr in die Richtung von „Mad Max“, „Conan“ oder den Clint Eastwood-Western, wo die Protagonisten durchaus ihre Buddies hatten, als Figuren aber dennoch diese Brutalität beibehalten haben. „Predator: Badlands“ ist immer noch sehr brutal – außerdem mochte ich es immer, sozusagen eine vollständige Mahlzeit serviert zu bekommen: Ich finde es toll, wenn ein Film gruselig ist, einen dann zum Lachen bringt, nur um im nächsten Moment unterhaltsame Actionsequenzen zu bieten. Und manchmal, wenn man mit einem Charakter lacht, fühlt man sich ihm auf eine Weise verbunden, wie es bei keiner anderen Emotion möglich ist.

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„Predator Badlands“ (Credit: 2025 20th Century Studios. All Rights Reserved.)

Also haben Sie sich nie gesorgt, dass die Zuschauer den Predator nach dem Film als weniger einschüchternd empfinden? Schließlich verlieren Monster ihren Schrecken, je mehr man über sie erfährt.

Dan Trachtenberg: Das war definitiv etwas, worüber wir nachgedacht haben. Deshalb wollte ich zwar mehr von der Kultur der Predators zeigen, aber auch nicht zu viel. Ich war mir sehr bewusst, dass ich nicht in eine Falle tappen darf und die Geschichte nicht zu stark um die Hintergründe der Predators stricken sollte. In den ersten 20 Minuten erfährt man ein bisschen etwas über die Kultur dieser Wesen und das reicht gerade so, dass man sich für den Protagonisten interessiert und mit ihm mitfühlt. Aber dadurch wird der Predator nicht weniger „hardcore“.

Es handelt sich nach „Prey“ und „Predator: Killer of Killers“ um Ihren inzwischen dritten Film des Franchise. Wie schaffen Sie es immer noch, sich herauszufordern oder etwas Neues zu lernen?

Dan Trachtenberg: Bei allen drei Filmen habe ich Geschichten umgesetzt, die ich sowieso machen wollte. Bei „Killer of Killers“ hatte ich die Möglichkeit einen Wikinger-Film, einen Samurai-Film und eine Geschichte im zweiten Weltkrieg zu erzählen. „Badlands“ ist dieses tolle Ray Harryhausen-Abenteuer auf einem anderen Planeten. Ich kann mich also innerhalb des Franchise in ganz verschiedenen Genres austoben.

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Dan Trachtenberg am Set von „Predator Badlands“ (Credit: 2024 20th Century Studios. All Rights Reserved.)

„Predator: Badlands“ spielt, im Gegensatz zu den meisten anderen Filmen der Reihe, nicht auf der Erde, sondern auf einem fremden Planeten. Wie sah ihr kreativer Prozess bzgl. des Looks und des Designs von diesem Planeten aus?

Dan Trachtenberg: Ich wollte, dass es sich in Teilen beinahe so anfühlt, als wäre der Film eine Naturdokumentation einer außerirdischen Welt. Ein Großteil des Drehs fand vor Ort in Neuseeland statt. Wir wollten die magische Landschaft dort für unseren Film verwenden und die außerirdischen Designs einstreuen, anstatt alles vor einem Bluescreen zu drehen, wodurch der Look künstlicher gewirkt hätte.  Wir wollten sicherstellen, dass das Ökoystem des Planeten Sinn machte, aber alles viel bösartiger und ekelhafter wirkt, als man es sonst von außerirdischen Welten gewohnt ist. Das hängt nicht nur mit den Kreaturen dort zusammen, sondern auch mit der Landschaft: Nicht nur die Monster dort wollen den Predator töten, sondern selbst das Gras, die Blumen oder die Bäume.

In der Vergangenheit sprachen Sie darüber, dass Sie sich z.B. auch von Videospielen inspirieren lassen. Wie viel Inspiration ziehen Sie aus anderen Medien, abgesehen vom Film, und gab es bestimmte Inspirationen für „Predator: Badlands“?

Dan Trachtenberg: „Shadow of the Colossus“ ist eines meiner Lieblingsspiele: Darin geht es um einen jungen Mann, der durch ein fremdes, einsames Land reist und gegen diese Kolosse kämpft. Sowohl ästhetisch als auch emotional habe ich mich davon inspirieren lassen. Dass der Predator Elle Fannings Figur auf seinem Rücken trägt, ist zwar von Chewbacca und C3PO inspiriert, kommt aber auch in Videospielen vor; da gibt es oft diese hilfreiche Stimme, die dem Protagonisten zur Seite steht.

Zum Abschluss: Welche Veränderungen würden Sie sich in der Filmbranche wünschen?

Dan Trachtenberg: Ich glaube ich gehöre zu einer langen Liste von Filmschaffenden, die sich wünschen, dass das Kinoerlebnis noch so lebhaft wäre, wie in ihrer Kindheit. Ich bin natürlich dankbar dafür, wie sich das Fernsehen entwickelt hat und, dass wir so viele tolle Geschichten und Erfahrungen bekommen können, ohne die Couch zu verlassen. Aber ich trauere um diese Anziehungskraft des Kinos mit seinen großen Leinwänden und fantastischen Soundsystemen. Und auch dieses gemeinschaftliche Erlebnis – man fühlt dort eine Energie, die man sonst nirgends bekommt. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass „Predator: Badlands“ auch in den Kinos laufen wird.

Das Gespräch führte Lea Morgenstern.