In Partnerschaft mit der Film- und Medienstiftung NRW, die heute in Köln ihr großes Sommerfest feiert, hat THE SPOT einen Blick auf junge und engagierte Produktionsfirmen in NRW geworfen, die in ihrer inhaltlichen Ausrichtung explizit für Diversität und Vielfalt stehen. Diesmal: Cocktailfilms.
Cocktailfilms
Produzent und Regisseur Çağdaş Eren Yüksel, geboren und aufgewachsen in Mönchengladbach, gründete 2017 ein „Studio für kreative Formatentwicklung mit höchsten inhaltlichen und sozialen Ansprüchen an uns selbst und an unsere Produktionen“. Zu den aufwendig recherchierten Projekten von Cocktailfilms gehören u.a. der Dokumentarfilm „Gleis 11“ über die erste türkische Einwanderergeneration in Deutschland, das ARD-Doku-Format „Rebels – Ich rebelliere, also bin ich“ sowie die Anthologie-Drama-Serie „Uncivilized“ für die ZDFmediathek.
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Wie würden Sie Ihre Produktionsfirma beschreiben? Was ist die DNS Ihres Unternehmens? Worauf liegt der Fokus Ihres Schaffens?
Wir produzieren seit über zehn Jahren Filme mit, wie wir es nennen, „Social Impact“: Formate mit Mehrwert, die uns gleichzeitig unterhalten. Ein Spagat, auf den wir mit Serien wie „Uncivilized“ und Dokus wie „Gleis11“ gesetzt haben. Unser Fokus liegt dabei immer darauf, dass wir keine Filme für andere Filmemacher:innen produzieren – diese Kategorie Film gibt es hierzulande schließlich oft genug. Wir machen Film aus Leidenschaft. Nicht für uns selbst, sondern für ein breites Publikum. Wenn wir es herunterbrechen, könnte man sagen: Wir produzieren immer mit einer Prise Hollywood – aber mit Stories von nebenan.
Ist es Ihnen wichtig, am Standort NRW ansässig zu sein? Welche Vorteile ergeben sich für Sie daraus?
Absolut – NRW ist unsere Heimat. Hier gehen wir nicht einfach nur ins Office, hierher kommt unsere Inspiration. Hier treffen wir auf Menschen und Stories. Hier entwickeln und produzieren wir. Hier sind wir zu Hause, und trotzdem gibt es hier immer wieder Neues zu entdecken. Und nicht zuletzt haben wir hier in NRW noch viele andere kreative Köpfe, Produktionsfirmen und Förderer um uns herum und dürfen Teil eines Netzwerks sein, das sich respektvoll und auf Augenhöhe begegnet. Wir sind Teil von NRW – und NRW ist ein Teil von uns, egal ob wir gerade in Berlin, München oder Cannes sind.
Wie sieht Ihre Zusammenarbeit mit der Film- und Medienstiftung NRW aus?
Ziemlich genau wie mit allen anderen Partner:innen in NRW: auf Augenhöhe. Dass wir mit der Film- und Medienstiftung NRW hier bei uns einen Partner haben, der Produktionen nicht einfach nur finanziell fördert, sondern auch an den richtigen Stellen pusht und vernetzt, ist von unschätzbarem Wert. In der Branche ist es nicht selbstverständlich, dass wir derart vertrauensvoll Ideen und Projekte austauschen können, wie es hier in NRW der Fall ist. Das wäre ohne die offenen Türen der Film- und Medienstiftung NRW gar nicht möglich.
Wo sehen Sie noch Möglichkeiten zur Verbesserung für den Standort NRW?
Wenn es eine Sache gibt, dann diese: Wir müssen Diversität endlich als Chance statt als Herausforderung begreifen. Dass wir das Sprechen über Diversität immer noch als Mehraufwand und als etwas Außergewöhnliches auffassen, ist absurd, gerade für uns NRWler. Ein Blick vor die Haustür genügt, um festzustellen, dass Diversität hier alles andere als außergewöhnlich ist. Diversität ist in NRW Teil der DNA. Wenn wir Diversität im echten Leben können, warum dann nicht auch in unseren Filmen? Da könnten wir ruhig noch ein bisschen Gas geben und uns auch mal mutiger von veralteten Narrativen verabschieden.
Woran arbeiten Sie aktuell? Was sind die perspektivischen Ziele Ihrer Firma?
Wir bringen gerade sowohl im Doku- als auch im Fiction-Bereich ein paar neue Perspektiven auf die große Bühne, zum Beispiel in Form eines Kinofilms und zweier Streaming-Serien. „Neu“ heißt hier nicht, dass diese Lebensrealitäten zuvor nicht existiert hätten. Das haben sie – nur eben nicht im deutschen Film und TV. Höchste Zeit, oder?