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Anke Engelke & Neele Leana Vollmar zu „Dann passiert das Leben“: „Offenheit ist alles!“


Nach erfolgreichen Festivalpremieren in Zürich und Hamburg kommt „Dann passiert das Leben“ am 6. November im Verleih von Majestic Filmverleih endlich in die deutschen Kinos. THE SPOT traf Hauptdarstellerin Anke Engelke und Regisseurin und Drehbuchautorin Neele Leana Vollmar und war neugierig, wie die beiden die Zusammenarbeit erlebt haben.

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„Dann passiert das Leben“: Anke Engelke und Neele Leana Vollmar (Credit: Joshua Sammer (Getty) for ZFF)

Können Sie sich an den ersten Drehtag von „Dann passiert das Leben“ erinnern?

Neele Leana Vollmar: Schwimmbad. Das war der erste Drehtag. Ich fand es sehr schön, dass wir nicht gleich mit dem Ehepaar, sondern erst einmal mit einer der beiden Hauptfiguren angefangen haben. Einen Drehplan zu machen, ist eine Philosophie für sich. Manuel Kreuzpaintner, meiner bescheidenen Ansicht nach der beste Regieassistent der Welt, hatte bei diesem Projekt erst einmal die Aufgabe, so gut wie möglich chronologisch zu stecken. Hinzu kommen noch weitere psychologisch wichtige Aspekte: Womit fängt man an, mit welcher Szene hört man auf, und wohin platziert man die schweren und komplizierten Dinge wie Nachtdreh, Unfall… Entsprechend haben wir lange überlegt, welche Szene der Auftakt sein sollte. „Pflegeheim“ stand ebenfalls zur Disposition – das war dann der zweite Drehtag. Mit dem Schwimmbad hatten wir einen langsamen Start, kein Dialog. Das war ein schöner Einstieg für uns alle.

Anke Engelke: Und es war auch nicht die Szene, die den Film eröffnet, nämlich „Fliesen“. 

Neele Leana Vollmar: Das war dann der dritte Drehtag. Und der erste gemeinsame mit Uli.

Anke Engelke: Ich erinnere mich gerne zurück an das Schwimmbad, weil es eine sehr schöne Erfahrung war, das Team kennenzulernen. Die Abteilungen kennen sich meist schon davor. Neele kennt natürlich alle, hat klug kuratiert, wen sie an welche Position setzt, damit alles gut ineinandergreift und harmonisch ablaufen kann. Ich kannte beispielsweise die Licht- und Tonabteilung noch nicht, ebenso wie Kostümbild und Maske… Für eine Schauspielerin wie mich, die von außen rangeht, sich alles geben lässt, ein Drehbuch, das Kostüm, Hair & Make-Up, und sich dann reinfühlt in ihre Rolle, sind diese Departments ungemein wichtig, um überhaupt spielen zu können. In dieser ersten Szene musste ich mich im wahrsten Sinne des Wortes vor allen ausziehen und fühlte mich dennoch geschützt, was an Neele und Manuel lag, aber auch an Kameramann Daniel Gottschalk, der mich mit einer großen Behutsamkeit durch die Szenen geführt hat. Zu keinem Moment fühlte ich mich bloßgestellt, war immer geschützt. Auf magische Weise verschwanden dann auch Teammitglieder, als wir in der Umkleidekabine die intimeren Momente gedreht haben. Wenn das der erste Drehtag ist, kann man auf die Reise gehen, dann muss man keine Angst haben. 

Wie Sie über diesen ersten Drehtag sprechen, diese Form von behutsamem Umgang miteinander, Respekt, spiegelt sich im gesamten Film. 

Neele Leana Vollmar: Das ist in besonderem Maße dem Team zu verdanken, von dem mich viele schon lange begleiten. Man hatte das Gefühl, als würde man in dieser selbstgeschaffenen Blase gemeinsam durch die Wochen rollen. In den emotionalen Aggregatszuständen, in denen sich Rita und Hans, unsere Hauptfiguren, befanden, befanden wir uns alle in dieser Zeit, in der der Film entstand. Es war sehr konzentriert. Und richtig, es war sehr behutsam, vorsichtig. Es war mir wichtig, dass wir in einem geschützten Raum arbeiten konnten, weil es eben auch keine einfachen Themen sind, die wir anreißen und denen wir gerecht werden wollten. 

Frau Engelke, Sie sagen, dass Sie sich die Figuren über das Äußere aneignen. Wie viel davon passiert während des Drehs?

Anke Engelke: Alles! Alles, alles, alles, alles. Wenn man diese Worte zum ersten Mal spricht, die Bewegungen zum ersten Mal macht, lerne ich alles über die Figur, erlebe ich sie selbst mit. Und selbst wenn es zwei, drei oder vier Takes sind, dann ist es immer noch unsere Aufgabe, sie so zu spielen, als würde alles gerade zum ersten Mal passieren. Das ist übrigens die einzige Begabung, die ich besitze. Ich könnte niemals Regie führen, ich könnte nicht die Kamera führen. Ich könnte keinen dieser Jobs gut machen, die es da an einem Set gibt. Auch sonst mangelt es mir an Begabung. Aber eines kann ich: Ich kann gut noch einmal von vorne anfangen. 😊 Mein Zugang zu einer Rolle ist es stets, offen zu sein und viele Fragen zu stellen. Ich bin perfekt vorbereitet, aber jederzeit bereit, das alles beim Dreh wegzuschmeißen.  

„Zu keinem Moment fühlte ich mich bloßgestellt, war immer geschützt.“

Anke Engelke

Neele Leana Vollmar: Ich stimme absolut zu. Ich halte es für essenziell, gut vorbereitet zu sein und einen Plan zu haben. Nur dann kann man auch guten Gewissens davon abweichen, wenn man es beim Dreh für nötig befindet. Offenheit ist alles. Daniel und ich haben uns in der Vorbereitungszeit viel Zeit genommen, die Szenen zu besprechen, zu verlegen, ihre Themen und Überschriften zu finden. Das ist immer eine sehr besondere und intensive Zeit. Danach ist man geerdet, bereit für den Input und die Fragen der anderen. Hat man dann das Glück, mit Schauspielern wir Anke und Uli zusammen zu arbeiten, kann etwas sehr Besonderes entstehen. Wenn dann eine neue Idee aufkam – egal, von wem –, waren wir offen genug, um zu überprüfen, ob sie besser funktioniert als der alte Plan. Und das spürt man dann zum Glück sehr schnell. Jeder Regisseur hat seine eigene Arbeitsweise, für mich ist diese die beste und auch schönste.

Anke Engelke: Ich kenne es auch anders, habe auch schon mit Filmemachern gearbeitet, die nicht offen waren, die darauf beharrt haben, kein Komma vom Drehbuch abzuweichen. Genauso habe ich auch das andere Extrem schon erlebt, die komplette Offenheit, alles improvisiert. Der Regisseur Jan Georg Schütte hat uns Spielenden vor Drehstart grobe Biographien unserer Figuren an die Hand gegeben und gesagt: Bitte! Es gibt eine Spielaufgabe – und los geht’s. Man wird dann von 40 teilweise versteckten Kameras eingefangen, denen nichts entgeht. Das war spannend. Aber auch da war es für mich nicht anders: Ich musste wissen, wie diese Frau ist, welche Kleidung sie trägt, wie ihre Haare sind. Daran musste ich mich festhalten können, das ist mein Anker. Und das andere Extrem war zum Beispiel Helmut Dietl. Meister! Aber… Ich habe davor und danach auch nicht mehr erlebt, dass jemand eine Szene abbricht, weil ich ein Komma nicht gespielt habe. Ihm war das wichtig, und daran musste man sich halten.

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Neele Leana Vollmar, Anke Engelke und Ulrich Tukur stellen „Dann passiert das Leben“ beim Filmfest Hamburg vor (Credit: Filmfest Hamburg)

Neele Leana Vollmar: Wie du schon sagst, ist jede Schauspielerin, ist jeder Schauspieler anders. Mir gefällt dein Ansatz, dass du erst einmal eine Fläche brauchst, die befüllt werden muss, bevor du rauskommen und spielen kannst. Bei deiner ersten Kostümprobe konnte ich leider nicht dabei sein, weiß aber noch genau, wie begeistert Caro Sattler mich anrief und mir die Bilder schickte. Du hattest im Hochsommer bei 40 Grad stundenlang Kostüme anprobiert. Und uns dadurch die Möglichkeit gegeben, alle Richtungen auszuprobieren ohne schon vorher eine „Farbe“ festgelegt zu haben. In dieser Form wie bei dir hatte ich das noch nicht erlebt. Wir haben das als große Bereicherung empfunden, waren so frei und hatten keine vorgefertigte Meinung. Wir konnten einfach gemeinsam bei Null beginnen.

Anke Engelke: Was du nicht weißt, Caro nicht weiß, niemand weiß: Ich liebe das! Ich finde nichts schöner, als zu erfahren, wie Menschen, denen ich vertraue und die sich endlos Gedanken gemacht haben, meine Figur sehen. Die sehen nicht mich. Die sehen Rita. Das war die Rita-Werdung. Ich wurde Rita. Ich konnte vielleicht schon den Text, weil das Teil meines Prozesses ist. Wie sie aussieht, wie sie ist, wusste ich bis dahin nicht. Das könnte ich auch gar nicht bestimmen. Ich würde bei einer Kostümprobe höchstens mal sagen: Aua. Wenn’s zu eng ist oder zwickt. Ansonsten halte ich mich raus, weil mein Geschmack an diesem Punkt keine Rolle spielt. 

„Das Tolle am Filmemachen ist doch, dass es kein Einzelwerk ist. Wir wollen alle die gleiche Geschichte erzählen.“

Neele Leana Vollmar

Wie sehr helfen Ihnen, Frau Vollmar, die Schauspieler:innen, die Figuren, die sie erschaffen und geschrieben haben, noch einmal neu zu entdecken?

Neele Leana Vollmar: Genau dafür ist die Vorbereitung da. Stimmt, ich habe die Figuren geschrieben, sie sind erst einmal meine Schöpfungen. Aber gut wird es doch erst, wenn man sich mit anderen daran macht, sie wirklich zu finden. Erst dann kann es lebendig werden, erst dann werden aus Figuren richtige Menschen. Jeder Beteiligte macht sich seine Gedanken, blickt jeweils aus seiner Warte auf die Figuren, stellt Fragen, die vermutlich nur er stellen würde. Für mich ist das immer sehr beglückend, wenn ich feststelle, dass ich nicht die Einzige bin, die sich nicht endende Fragen über jedes noch so kleine Detail stellt. Wie schön, dass es jemand gibt, der sich Gedanken darüber macht, welche Hausschuhe jemand trägt und wo er sie hinstellt und wann er sie anzieht. Ich freue mich dann. Weil ich sehe, dass da Leute sind, die meine Rita genauso gut kennen wie ich. Manchmal auch besser.

Bewirkt diese genaue Vorbereitung, die Klärung all dieser Fragen, eine Freiheit beim Dreh?

Neele Leana Vollmar: Mir gibt es eine Freiheit zu wissen, dass ich von einem Team umgeben bin, das genauso in dieser Geschichte steckt wie meine Schauspieler:innen und ich. Natürlich ist es eine Bereicherung, Seite an Seite mit Menschen zu arbeiten, die die gleiche Geschichte erzählen wollen wie du und ihre eigenen Ideen einbringen. Das Tolle am Filmemachen ist doch, dass es kein Einzelwerk ist. Wir wollen alle die gleiche Geschichte erzählen.

Anke Engelke: Ich würde die Frage ebenfalls mit Ja beantworten, weil wir uns komplett auf die Inhalte konzentrieren und in die Dialoge gehen konnten. Mit den anderen Dingen mussten wir uns nicht mehr befassen. Es stimmte alles. Wir konnten uns einfach in das so genannte gemachte Bett legen. Eine Szene fällt mir spontan ein, die Szene, in der Rita Tom am Telefon sagt, dass es den Unfall gab. Da musste nicht noch gecheckt werden, ob der Rahmen stimmt. Ich konnte an den Drehort kommen und einfach laufen lassen. Sehr schön war für mich, dass Kollege Lukas Rüppel tatsächlich am Ende der Leitung war und mit mir die Szene spielte. Die Voraussetzungen waren so gut, dass ich ganz frei sein konnte. Ich musste nie Angst haben. Nie. Egal, wie sehr ich mich emotional entblättert habe, ich war immer gut aufgehoben. 

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Neele Leana Vollmar und Anke Engelke mit Benjamin Herrmann (Majestic) präsentierten „Dann passiert das Leben“ (Credit: AG Kino – Gilde)

Wie sehr nimmt es einen mit, derart extreme Situationen auszuloten?

Anke Engelke: Im Moment extrem. Aber wenn ich dann in der Bahn saß auf dem Weg ins Hotel, habe ich gelesen oder etwas Anderes gemacht. Ich bin es meiner Figur schuldig, dass sie am Drehort bleibt, dass ich sie nicht noch mit nach Hause nehme. Da gehört sie nicht hin, da hat sie nichts verloren. Wenn ich früher fertig war, bin ich einfach noch ins Theater gegangen. Auf jeden Fall habe ich immer etwas gemacht, was nichts mit dem Film zu tun hatte. Kann sein, dass es Selbstschutz ist. Kann auch sein, dass ich instinktiv Rita beschützt habe. Das hatte sie verdient. Wenn ich sie noch mit mir herumgetragen hätte, so mein Eindruck, hätte ich sie ein stückweit verraten. Das wollte ich nicht. 

Neele Leana Vollmar: Ich habe den Dreh als sehr intensiv empfunden. Gerade weil ihr, Uli und du, uns so nah an euch habt herankommen lassen. Ihr habt uns mitgenommen auf eure Reise. Es gab eine Reihe von Szenen, bei denen hinter der Kamera bei diversen Kolleg:innen Tränen geflossen sind, weil sich das Verhandelte so unmittelbar, regelrecht echt angefühlt hat. Emotional waren alle mit dabei. Weil ihr es zugelassen habt. 

Anke Engelke: Über Abwesende soll man nicht sprechen, aber wenn ich Ulrichs Methode ansprechen dürfte, dann habe ich das so wahrgenommen, dass es ihm wichtig war, seinen Hund mit dabei beim Dreh gehabt zu haben. Wenn er vor der Kamera stand, hat sich jemand um den Hund gekümmert, aber wenn Ulrich dann frei war, hat er viel Zeit damit verbracht, mit dem Hund Gassi zu gehen. Da hatte ich den Eindruck, dass er das auch als Ulrich gemacht hat, dass er dann nicht Hans war. Diese Auszeiten sind ganz wichtig. Man muss sich und seine Figur schützen, damit eine Rolle leben kann. Ulrich arbeitet ganz anders als ich, aber auch er ist kein Method-Actor.  

„Ich musste nie Angst haben. Nie. Egal, wie sehr ich mich emotional entblättert habe, ich war immer gut aufgehoben.“

Anke Engelke

Man kann alles planen und so gut vorbereitet sein, wie man will. Jeder Dreh ist dennoch ein Glaubenssprung, eine Hoffnung, dass sich in der gemeinsamen Arbeit die Alchemie herstellt, die einen Film zu einem magischen Erlebnis werden lässt. 

Anke Engelke: Neele und ich hatten schon einmal miteinander gearbeitet. Bei „Rico, Oskar und die Tieferschatten“, eine berlinernde Eisverkäuferin war ich da, die kratzbürstig mit den Kindern umsprang. Eine ganz kleine Rolle. Aber das hatte damals ausgereicht, um zu wissen, dass wir gut miteinander können. Da war eine Chemie. Danach ist es eine Frage des Projekts. Deshalb wusste ich auch schnell, als Jahre später die Anfrage für „Dann passiert das Leben“ kam, dass mich das interessieren würde. Mit Uli Tukur hatten wir beide allerdings noch nie gearbeitet. Er war die Unbekannte in dieser Rechnung. Da war das Casting dann sehr wichtig, vor allem für Neele. Obwohl ich es ja verrückt finde, anhand eines Castings eine so große Entscheidung zu treffen. Man sieht vielleicht, dass die Schauspieler gut miteinander spielen. Aber ob sich das dann bei einem Dreh wieder einstellt…

Neele Leana Vollmar: Man entwickelt ein ganz gutes Gespür, denke ich. Ich habe gelernt, sehr auf meinen Bauch zu hören. Und bei „Dann passiert das Leben“ traf das ganz besonders zu. 

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Premiere von „Dann passiert das Leben“ auf dem 33. Filmfest Hamburg: Anke Engelke und Ulrich Tukur (Credit: Michael Kottmeier/Filmfest HH)

Anke Engelke: Es hat gut geklappt zwischen uns. Auch wenn Ulrich und ich in unserem privaten Umgang kaum weiter von Rita und Hans weg sein könnten. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Wenn wir uns treffen, dann ist das immer ganz besonders. Wir können stundenlang reden miteinander. Ich schätze das sehr. Und ihn natürlich auch, so kauzig er auch wirken mag. Ich finde ihn toll. 

Sie sind eine weite Strecke gegangen mit diesem Film, von der Vorbereitung über den Dreh bis hin zum fertigen Werk. Wenn Sie jetzt auf diesen fertigen Film blicken, was macht er dann mit Ihnen?

Anke Engelke: Meine Antwort ist kürzer als die von Neele. Ich schaue nach einem Take, also dem frisch Gedrehten, nicht noch einmal auf den Regie-Monitor, um zu überprüfen, was ich gemacht habe. Es sei denn, Neele wollte mich auf etwas hinweisen. Aber eigentlich will ich das nicht. Ich kann das auch nicht. Ich will mein Spiel beim Drehen nicht sehen. Wenn ich einen Film dann also erstmals sehe, ist das der fertige Film. Für mich ist das die größtmögliche Überraschung. Ich habe „Dann passiert das Leben“ wie eine außenstehende Unbeteiligte gesehen, als würde man mir eine neue Geschichte erzählen, die ich noch nicht kenne. Zwischenzeitlich hatte mich Neele angerufen, um mich über die Fortschritte zu informieren oder zu sagen, dass sie diese oder jene Szene kürzen oder vielleicht komplett herausnehmen möchte. Aber so etwas vergesse ich dann gleich auch wieder. Es war dann für mich, als würde ich Rita und Hans gerade erst kennenlernen. Ich habe den Film völlig unbeteiligt gesehen. Und sehr gemocht. 

Neele Leana Vollmar: Bei mir geht es vor allem um eine Tonalität: Wie fühlt sich der Film an? Und er fühlt sich so an, wie ich es mir gewünscht habe, wie ich mir vorgestellt hatte, dass er sich anfühlen soll. Gewiss gibt es im Prozess immer Dinge, die nicht so sind, wie man sie geplant hatte. In den meisten Fällen ist es gut, dass es so ist, weil es besser geworden ist, schöner. Natürlich geht es mir bei jedem neuen Ansehen so, dass ich wieder Dinge entdecke, bei denen ich mir denke, das hätte ich anders machen sollen. Aber das gehört dazu. Alles andere wäre langweilig. Ein Film ist immer auch eine Momentaufnahme. Wenn man eine Szene an einem anderen Tag gedreht hätte, wäre sie ganz anders geworden. Im Augenblick kann ich nur sagen: Ich bin stolz auf unseren Film und froh, dass wir diese Reise gemeinsam gemacht haben. Schöne hätte ich sie mir nicht vorstellen können. 

Das Gespräch führte Thomas Schultze.