Der österreichische Dokumentarfilm „Unsere Zeit wird kommen“ von Ivette Löcker hat beim 31. Sarajevo Film Festival den Preis als bester Dokumentarfilm gewonnen. „Wind, Talk to Me“ von Stefan Đorđević gewann als bester Spielfilm. Die österreichisch-deutsche Koproduktion „White Snail“ von Elsa Kremser & Levin Peter erhielt den CICAE Award.
Der mit 16.000 Euro dotierte Hauptpreis des 31. Sarajevo Film Festival, das Herz von Sarajevo, ging an die slowenisch-kroatische Koproduktion „Wind, Talk to Me“ von Stefan Đorđević. Die Entscheidung traf eine Jury um Sergei Loznitsa als Präsident.
Das autobiografisch gefärbte Debüt, in dem der Filmemacher fiktionale mit dokumentarischen Elementen vermischt, feierte Weltpremiere Anfang des Jahres im Tiger-Wettbewerb des International Film Festival Rotterdam Weltpremiere. Beim Bolzano Film Festival Bozen gewann als Bester Film, in Mexico, beim Guanajuato International Film Festival als bester internationaler Film. Auch beim Filmfest München wurde der Film u.a. bereits gezeigt.
Das Herz von Sarajevo als bester Dokumentarfilm ging nach Österreich, an „Unsere Zeit wird kommen“ von Ivette Löcker, der auf der Berlinale Weltpremiere hatte und u.a. auch auf der Diagonale zu sehen war. In Graz feierte der Film, produziert von KGP Filmproduktion, seine Österreichpremiere, Filmemacherin Ivette Löcker wurde mit einer Werkschau geehrt. In „Unsere Zeit wird kommen“ begleitete Löcker ein österreichisch-gambisches Paar, das nach Jahren der Unsicherheit und des unfreiwilligen Exils den Neuanfang in Wien wagt.
Als beste Regisseurin wurde Ivana Mladenović für „Sorella di Clausura“ in Sarajevo ausgezeichnet. Der Film wurde wenige Tage vorher in Locarno im Hauptwettbewerb uraufgeführt. Ebenso wie „White Snail“ von Elsa Kremser & Levin Peter, der in Locarno zwei Preise gewann (Spezialpreis der Jury, Darstellerpreis), und nun in Sarajevo den CICAE Award erhielt. Die Produktion von Raumzeit Filmproduktion (die eigene Firma von Kremser & Levin) in Koproduktion mit Panama Film und Ma.ja de aus Deutschland, zieht nun weiter zur Viennale, wo das Paar 2019 mit „Space Dogs“ den Wiener Filmpreis gewann.
Die Darstellerpreise in Sarajevo gingen an das weibliche Ensemble von „Fantasy“ (Sarah al Saleh, Alina Juhart, Mia Skrbinac, Mina Milovanović – ein weiterer Film aus dem Locarno-Wettbewerb) und an den jugoslawischen Schauspieler Andrija Kuzmanović für „Yugo Florida“.
Der Publikumspreis des Festivals ging dieses Jahr an „DJ Ahmet“ von Georgi M. Unkovski, der Anfang des Jahres beim Sundance Film Festival erstmals gezeigt wurde und dort zweifach geehrt wurde. Der Film über einen 15-jährigen Jungen aus Mazedonien, der in einem abgelegenen Dorf lebt und durch eine geheime Techno-Party zur Musik findet, gewann zudem zwei weitere Preise in Sarajevo: Den Special Youth Perspectives Award und den Cineuropa Prize.
Bei den Dokumentarfilmen gefiel dem Festivalpublikum von Sarajevo „The Track“ von Ryan Sidhoo am besten.
Bereits im Vorfeld verkündete Ehrenpreise durften Willem Dafoe, Stellan Skarsgård, Paolo Sorrentino und Ray Winstone in Empfang nehmen.
Alle Preisträger:innen sind hier zu finden.