Das diesjährige Programm des DOK Leipzig will der Schnittstelle zwischen Dokumentation und Animationskunst eine größere Rolle zukommen lassen. Zwei Programmreihen so wie Gespräche im Industry-Sektor befassen sich mit der Schaffenskraft des Individuums, aber auch mit dem virulenten Thema, welche Rolle KI in Zukunft spielen wird.
Von poetischen Stop-Motion-Fabeln über psychedelische Videosynthesen bis hin zu aktuellen Branchendebatten: DOK Leipzig 2025 widmet der Animation so viel Raum wie nie zuvor. Neben den Wettbewerben rücken vor allem die Reihen „Animation Perspectives“ und „Animation Night“ sowie mehrere DOK-Industry-Veranstaltungen die Vielfalt des künstlerischen Animationsfilms in den Mittelpunkt.
In „Animation Perspectives“ treffen zwei prägende Stimmen des europäischen Animationsfilms aufeinander: die Schwedin Niki Lindroth von Bahr („The Burden“) und die ungarische Filmemacherin Réka Bucsi („Solar Walk“). Im von Irina Rubina moderierten Gespräch beleuchten sie ihre Arbeitsweisen, Inspirationsquellen und künstlerischen Strategien.
Mit der „Animation Night“ richtet das Festival den Blick auf ein Kapitel Mediengeschichte: den Videosynthesizer. Kurator Ben Sassen präsentiert filmische Experimente aus drei Jahrzehnten, die das Zusammenspiel von Kunst und Technologie revolutionierten. Eine Live-Performance der Künstlerkollektive CINEMA.AV (USA) und Processing___ (Kanada) knüpft an das Gezeigte an.
Auch das DOK-Industry-Programm am Festivaldonnerstag steht im Zeichen der Animation. Beim Talk „Anidox Lab – The Alchemy of Animated Documentaries“ diskutieren Filmschaffende wie Rand Beiruty, Ayala Shoshana Guy und Irina Rubina mit Uri Kranot, wie animierte Dokumentarfilme zwischen Realität und Imagination neue Ausdrucksformen finden. Parallel dazu sucht das Panel „AI in Animation – Curse, Blessing or Both“ der AG Animationsfilm nach Wegen, mit der Flut KI-generierter Inhalte umzugehen, ohne künstlerische Handschriften zu verdrängen.
Mit dem Animation Lab, das in Kooperation mit CEE Animation acht neue Projekte betreut, fördert DOK Leipzig gezielt den Nachwuchs im animierten Dokumentarfilm. Workshops, Pitches und Networking-Events wie „XR & Animation Get Together“ oder „DOK Short n’ Sweet“ bieten Raum für Austausch und Kooperation – über Genregrenzen hinweg.