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Die Awards des 21. ZFF: Schweizer Triumph, toller „Prank“


Zum Abschluss des 21. Zurich Film Festival wurden heute Abend im Opernhaus die Hauptpreise der Wettbewerbe des 21. Zurich Film Festival verliehen. Die Goldenen Augen gingen an „Father“ von Tereza Nvotová im Spielfilm-Wettbewerb und „I Love You, I Leave You“ des Zürchers Moris Freiburghaus im Dokumentarfilm-Wettbewerb – der Film erhielt insgesamt zwei Preise.

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Die Schweizer Doku „I Love You, I Leave You“ von Moris Freiburghaus (Credit: Outside the Box)

Das Zurich Film Festival präsentiert sich in der Schweizer Metropole als große Publikumsfestival mit hohem Staraufkommen auf dem Grünen Teppich. Gleichzeitig gibt es aber eine Reihe von Wettbewerben, deren Preise heute Abend zum Abschluss der 21. Ausgabe des Festivals vergeben wurden. 

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„Father“ von Tereza Nvotová (Credit: Courtesy of Danae Production)

Die Spielfilm-Jury um den amerikanischen Regisseur Reinaldo Marcus Green, zu der die deutsche Schauspielerin Leonie Benesch, der italienische Produzent Carlo Cresto-Dina, der iranische Filmemacher Ali Asgari und die Schweizer Kinobetreiberin Nicole Reinhard gehörten, wählte unter 14 Kandidaten den Film „Father“ von Tereza Nvotová aus. In ihrer Begründung schrieb die Jury: „Dieser Film erzählt die Geschichte einer gewöhnlichen Familie, die mit außergewöhnlichen Umständen konfrontiert ist. Die Hauptfigur ist weder ein Bösewicht noch ein Held, sondern ein Mensch mit Fehlern, der in einen einzigen, verheerenden Fehler verwickelt ist. Der Film zeigt, wie dieser Fehler das zerstören kann, was wir am meisten lieben, und doch geht es im Kern um Mitgefühl, Hoffnung und die Widerstandsfähigkeit des menschlichen Geistes. Wir waren tief bewegt von der Kunstfertigkeit und Menschlichkeit dieses Films. Es ist uns eine Ehre, Tereza Nvotová den Golden Eye Award zu überreichen.“

Eine besondere Erwähnung erhielt „15 Liebesbeweise“ von Alice Douard. Hier heißt es: „Wir waren begeistert von ,15 Liebesbeweise‘ von Alice Douard wegen seines brillant komponierten Drehbuchs, der intuitiven und treffenden Regie, der großartigen schauspielerischen Leistungen und der zeitgemäßen Betrachtung dessen, was es bedeutet, sich darauf vorzubereiten, ein Kind in diese Welt zu setzen.“ Eine weitere besondere Erwähnung erhielt „Left-Handed Girl“ von Shih-Ching Tsou. Die Begründung: „,Left-Handed Girl‘ von Shih-Ching Tsou ist ein leuchtendes Juwel – schmerzhaft, süß und humorvoll zugleich. Mit seiner sorgfältig ausgearbeiteten Kameraführung, dem Schnittrhythmus und der anmutigen Darstellung aller großen und kleinen Darsteller erzählt es eine überzeugende Geschichte, die traditionelle Familienwerte in Frage stellt und die Frage aufwirft, wie man seinen ganz eigenen Platz in dieser Welt findet.“

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„15 Liebesbeweise“ von Alice Douard mit Ella Rumpf (Credit: Films That Matter)

Im Dokumentarfilm-Wettbewerb sprach die Jury um Matthew Heineman unter 14 Filmen den Hauptpreis der Schweizer Produktion „I Love You, I Leave You“ von Moris Freiburghaus zu. In der Begründung heißt es: „Wir liebten alle drei Filme, aber als es um unseren Gewinnerfilm ging, waren wir uns einig: Wir hatten noch nie etwas Vergleichbares gesehen. Moris Freiburghaus’ mutiges Regiedebüt, in dem er das Jahr über den Kampf seines besten Freundes mit manischen Episoden dokumentiert, bietet uns einen unverblümten Blick auf psychische Erkrankungen und die unerschütterlichen Bindungen von Freundschaft und Familie. Für seinen wunderschön inszenierten und filmisch einfallsreichen Stil ist es für uns eine große Ehre, den Golden Eye Award für den besten Dokumentarfilm – zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals – an einen Schweizer Film zu überreichen.“ Außerdem gewann der Film den Publikumspreis.

Die erste Besondere Erwähnung erhielt „The Ground Beneath Our Feet“ von Yrsa Roca Fannberg: „Der wunderschön in einem isländischen Pflegeheim gedrehte Film fängt Szenen des Lebens ein, das sanft in den Tod übergeht. Für seine einfühlsame Kameraführung, seine geduldige Schnitttechnik und seine ruhige und kraftvolle Darstellung der Schönheit, die am Ende des Lebens zu finden ist, freut sich die Jury, ,The Ground Beneath Our Feet‘ eine besondere Erwähnung zu geben.“ Als zweites ging eine Besondere Erwähnung an „La vie après Siham“: „Die Jury schätzte die verspielte Ausgelassenheit, die schmerzhafte Ehrlichkeit und die opernhafte Dimension eines Films, der untersucht, wie sich der Tod eines Elternteils auf das Leben der Hinterbliebenen auswirkt. Der Film wurde mit einem gewagten Geist gedreht, der von einem Regisseur geprägt ist, der tief in der filmischen Tradition verwurzelt ist. Die Jury freut sich, Namir Abdel Messeehs Film eine besondere Erwähnung zu verleihen.“

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„Der Prank“ von Benjamin Heisenberg (Credit: Kundschafter Films)

Zudem gab es weitere Preise auf dem 21 ZFF. Der ZFF Critics’ Jury Award ging an „Memory of Princess Mumbi“ von Damien Hauser, der von der Jury als bester Schweizer Film im Programm (ohne Galapremieren) gewählt wurde. Begründung der Jury: „Als afro-futuristische Neuinterpretation der Geschichte einer Prinzessin verwandelt ,Memory of Princess Mumbi‘einen bekannten Archetyp in eine visionäre Erzählung. Der Film ist sowohl intim in seiner Konzentration auf die Figuren als auch monumental in der Weite seiner imaginären Landschaften. Der Film spielt mit verschiedenen Genres und ist gleichzeitig eine Hommage an die Geschichte des Kinos – von den gespenstischen Echos des Stummfilms bis hin zur zeitgenössischen Auseinandersetzung mit KI im Filmemachen.“ 

Eine Besondere Erwähnung erhielt der Gewinner des Dokumentarfilm-Wettbewerbs, „I Love, I Leave You“: „Manische Episoden einzufangen ist keine leichte Aufgabe, doch Moris Freiburghaus schafft dies mit entwaffnender Ehrlichkeit. Über die persönliche Erzählung hinaus beleuchtet der Film die Belastung für Angehörige, die Zurückhaltung gegenüber Medikamenten, das universelle Verlangen nach Akzeptanz und die schmerzhafte Realität der doppelten Diskriminierung, wenn Minderheitenidentität und psychische Gesundheit aufeinandertreffen.“

Der ZFF für Kinder Jurypreis sowie der ZFF für Kinder Publikumspreis gingen an „Der Prank“ von Benjamin Heisenberg. Der Publikumspreis wurde abermals „I Love You, I Leave You“ überreicht. Der Filmpreis der Zürcher Kirchen ging an „La vie aprè Siham“ von Namir Abdel Messeeh. Für die Beste internationale Filmmusik wurde schließlich Mikal Grigorowitsch geehrt.