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22. Marrakech International Film Festival: Das aktuelle Weltkino in all seinen Facetten


Das Marrakech International Film Festival hat das Gesamtprogramm für die anstehende 22. Ausgabe verkündet. Vom 28. November bis 6. Dezember werden 82 Filme aus 31 Ländern präsentiert, darunter auch zahlreiche deutsche Koproduktionen wie „Dead Man’s Wire“ von Gus Van Sant, „Calle Málaga“ von Maryam Touzani, „Aisha Can’t Fly Away“ von Morad Mostafa oder „Silent Friend“ von Ildikó Enyedi.

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Filme, aus dem Programm des 22. Marrakech International Film Festival: „Silent Friend“, „Im Schatten des Orangenbaums“, „Aisha Can’t Fly Away“, „Dead Man’s Wire“ & „Calle Málaga“ (Credits: Lenke Szilágyi / Pandora Film, X Verleih, Marrakech International Film Festival)

Vom 28. November bis 6. Dezember verwandelt sich Marrakesch wieder in eine Stadt, die das Weltkino feiert. Für die 22. Ausgabe des Marrakech International Film Festival hat Festivalleiter Rémi Bonhomme 82 Filme aus 31 Ländern in die verschiedenen Sektionen eingeladen. Neun Filme laufen als Weltpremiere bzw. Internationale Premiere, neun Filme entstanden mit Unterstützung der Branchenplattform Atlas Workshops und bei 14 Filmen handelt es sich um Oscareinreichungen der jeweiligen Produktionsländer.

Der Offizielle Wettbewerb ist neuen Stimmen des Weltkinos gewidmet und lädt erste und zweite Filme ein. 2025 umfasst er 14 Filme, die um den Hauptpreis, den Étoile d’or (Goldener Stern), konkurrieren. Jurypräsident ist dieses Jahr Bong Joon-ho.

Im Wettbewerb laufen unter anderem die deutsche Koproduktion „Aisha Can’t Fly Away“ von Morad Mostafa (Mayana Films; HIER unsere Besprechung), die beim Filmfest Hamburg Deutschlandpremiere feierte, Meryem Benm’BareksPsychothriller „Behind the Palm Trees“, der als Weltpremiere präsentiert wird und über die Klassenverhältnisse und die soziale Dominanz erzählt, die aus der kolonialen Vergangenheit stammen. James J. Robinsons stellt als Internationale Premiere „First Light“ vor über eine philippinische Nonne, die angesichts der Korruption ihren Glauben hinterfragt. Eingeladen wurden auch Shih-Han Tsaos „Before the Bright Day“, in dem der Filmemacher die Angst einer Generation heraufbeschwört, die 1996 in Taiwan mit der Gefahr eines Krieges konfrontiert war, Akinola Davies Jr.s „My Father’s Shadow“ über einen Vater und seine Söhne in Nigeria während der Wahlkrise 1993 oder Zamo Mkhwanazis „Laundry“, der von den Träumen eines jungen Südafrikaners während der Apartheid erzählt. Mit „Amoeba“ von Siyou Tans und „Ish“ von Imran Perretta sind zudem zwei Debüt-Spielfilme im Wettbewerb vertreten, die die Freundschaft zwischen Teenagern untersuchen, die sich der Herausforderung des politischen Erwachens stellen müssen, jeweils in Singapur und einem Vorort von London. Zwei Filme porträtieren zudem Frauen, die Widerstand leisten und ihr Schicksal neu gestalten: Erige Sehiris „Promised Sky“, eine Geschichte über weibliche Solidarität angesichts des Rassismus in Tunesien und Ondřej Provazníks „Broken Voices“, ein Drama über den Missbrauch von Macht.

Zudem gehören die beiden Dokumentarfilme „Memory“ und „My Father and Qaddafi“ der Regisseurinnen Vladlena Sandu und Jihane K. zum Wettbewerb, in denen sie sich jeweils auf ihre Kindheit in Tschetschenien und Libyen zurückbesinnen und Erzählungen von Familien am Scheideweg zwischen persönlicher Erinnerung und kollektiver Geschichte verweben.

Abgerundet wird der Wettbewerb durch die scharfsinnige Satire „Straight Circle“ von Oscar Hudson und „Forastera“ von Lucía Aleñar Iglesias.

Die Edel-Reihe Gala Screenings umfasst neun Werke, die bereits zum Teil schon bei den großen Festivals des Jahres für Aufmerksamkeit gesorgt haben. Eröffnet wird mit Gus Van Sants „Dead Man’s Wire“, den Veronica Ferres mit Construction Film mitproduziert hat. Ebenfalls dort eingeladen wurde die deutsche Koproduktion „Calle Málaga“ (One Two Films) von Maryam Touzani, der, wie „Dead Man’s Wire“, in Venedig Weltpremiere feierte. Mit „Frankenstein“ von Guillermo del Toro (ihm wird auch ein Tribute gewidmet; HIER die Besprechung von „Frankenstein“), „Vie privée“ von Rebecca Zlotowski (HIER unsere Besprechung) und „Hamnet“ von Chloé Zhao sind weitere Schwergewichte des diesjährigen Festivaljahres bei den Gala Screenings. Auch „Homebound“ von Neeraj Ghaywan gehört dazu. Außerdem laufen in den Gala Screenings zwei Weltpremieren, die die größten Stars des ägyptischen und tunesischen Kinos zusammenbringen: „El Sett“ von Marwan Hamed, ein Biopic über die Diva Oum Kalthoum, gespielt von Mona Zaki, und der Thriller „Sophia“ von und mit Dhafer L’Abidine. 

Abschlussfilm des 22. Marrakech International Film Festival ist Annemarie Jacirs Historiendrama „Palestine 36“, das einige der größten Schauspieler der arabischen Welt vor der Kamera vereint und einen entscheidenden Moment für das palästinensische Volk nacherzählt.

Die Sektion Horizons vereint 19 Filme, die ein Kaleidoskop des aktuellen Weltkinos zeichnen. Zur Auswahl gehören hier ebenfalls deutsche (Ko)Produktionen: Ildikó Enyedis „Silent Friend“, den Pandora Filmproduktion federführend produzierte und der Hauptdarstellerin Luna Wedler in Venedig den Marcello Mastroianni Award bescherte, Simón Mesa Sotos „Un poeta“ (Ma.ja.de), „Im Schatten des Orangenbaums“ von und mit Cherien Dabis (Twenty Twenty Vision Fimproduktion), „Divine Comedy“ von Ali Asgari (Studio Zentral), „Once Upon a Time in Gaza“ von Arab Nasser & Tarzan Nasser (Red Balloon Films). Außerdem sind bei Horizons die neuen Werke weiterer renommierter Filmeschaffender wie Claire Denis, Valérie Donzelli, Jim Jarmusch, Richard Linklater, Jafar Panahi, Park Chan-wook, Kaouther Ben Hania oder Kelly Reichardt.

Weitere Sektionen sind das elfte Continent Program für innovative Filmprojekte, das Maroccan Panorama und ein Angebot für das junge Publikum und Familien. Die Übersicht ist HIER zu finden.

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Das 22. Marrakech International Film Festival startet am 28. November