Wie stellt sich die Marktsituation nach dem ersten Halbjahr 2025 dar – und was muss besser werden? SPOT hat sich anlässlich der FILMTAGE KÖLN in der Kino- und Verleihbranche umgehört. Hier antwortet Gregory Theile, geschäftsführender Gesellschafter von Kinopolis.

#1 Wie beurteilen Sie zum Halbjahr die generelle Entwicklung im deutschen Kinomarkt und wie zufrieden sind Sie mit den eigenen Ergebnissen?
Gregory Theile: Wir haben das erste Halbjahr mit deutlich unter 40 Mio. verkauften Tickets abgeschlossen und damit können wir nicht zufrieden sein. Zwar konnte der Markt im zweiten Quartal etwas Boden gutmachen, aber die zwischenzeitliche Erholung war wetterbedingt nur von kurzer Dauer und darf insgesamt nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns auf einem Marktniveau befinden, das für den deutschen Kinomarkt nicht ausreichend ist. Neben der unzureichenden Filmversorgung ist in diesem Zusammenhang sicherlich auch das schwache Abschneiden des deutschen Films zu nennen, dem es leider nicht gelungen ist, die eklatanten Lücken in der Startliste zu schließen. Das Resümee für Kinopolis fällt zwar etwas positiver aus, da wir zum einen mit unseren Bestandshäusern Marktanteile hinzugewinnen konnten und zum anderen mit dem Kinopolis HafenCity unser neues Haus in Hamburg eröffnen konnten, die Bedenken hinsichtlich des Gesamtmarktes vermag dies aber nicht zu vertreiben.
#2 Was ist aus Ihrer Sicht der wichtigste Punkt, der im Markt adressiert werden müsste?
Gregory Theile: Wir brauchen Verlässlichkeit: Verlässlichkeit hinsichtlich einer kontinuierlichen Produktversorgung, Verlässlichkeit hinsichtlich einer entsprechenden Vermarktung der Filme, Verlässlichkeit in Bezug auf ein ausreichendes Auswertungsfenster und Verlässlichkeit bezüglich der Fördermöglichkeiten. All die genannten Punkten waren zuletzt von großer Unsicherheit und Schwankungen gekennzeichnet, die es den Kinos ausgesprochen schwer gemacht haben, langfristig planen und entsprechend investieren zu können. Denn natürlich sind kontinuierliche Investitionen auf Kinoseite ebenfalls ein entscheidender Erfolgsfaktor. Dafür benötigen wir aber kalkulierbare Rahmenbedingen.