Neben Filmen, die sich mit queeren Themen beschäftigen, hat das Filmfest München auch einige Veranstaltungen zu LGBTQ+-Themen im Programm und nimmt an der Parade zum Christopher Street Day teil. Darüber hinaus wird erstmals der QMS Award für den besten queeren Film verliehen.

Auch in diesem Jahr hat das Filmfest München (27. Juni bis 6. Juli) ein umfangreiches Angebot rund um LGBTQ+-Themen beschäftigt.
Das Leitungsduo Julia Weigl und Christoph Gröner will damit ein Zeichen setzen: „Die Sichtbarkeit von diversen und queeren Stoffen ist heute so wichtig wie schon lange nicht mehr. In Zeiten von politischem Umbruch und Rechtsruck geht es darum, ein Zeichen zu setzen. Ein Zeihen für eine plurale und offene Gesellschaft. Dass wir dies nun gemeinsam mit der Queer Media Society mit einem neuen Preis fördern können, freut uns natürlich sehr. Liberté, Diversité, Queerité ist das Motto der Munich Pride, dem wir uns gerne anschließen.“
Um den von Weigl und Gröner erwähnten, mit 4.000 Euro dotierten QMS Awardfür den besten queeren Film aus dem Programm des Filmfest München konkurrieren insgesamt neun Titel: „Bluish“ von Lilith Kraxner und Milena Czernovsky, „Euphorie“ von Antonia Leyla Schmidt und André Szardenings, Elena Oxmans „Quaterlands“, „Qxygen Masks Will (Not) Drop Automatically“ von Marcelo Gomes und Carol Minêm, Peter Ohs‘ „The True Beauty of Being Bitten by a Tick“, Lilli-Rose Pongratz‘ „Unterwegs im Namen der Kaiserin“, Lucio Castros „Drunken Noodles“, Pedro Pinhos „O Riso é a Faca“ und Sandro Romeros „Por Donde Pasa el Silencio“.
Als „Warm-up“, wie es das Filmfest München in einer Mitteilung formuliert, wird am 27. Juni im Festivalzentrum im Amerikahaus in Zusammenarbeit mit Mubi Luca Guadagninos „Queer“ gezeigt.
Queeres Angebot jenseits der Leinwand
Am 28. Juni nimmt das Filmfest München zusammen mit den Münchner Kammerspielen an der Parade anlässlich des Christopher Street Days teil.
Am 29. Juni lädt das Filmfest München zum Filmtalk „Queer Empowerment: Rio/Chicago 1980s“ ein, bei dem am Beispiel von Rio de Janeiro und Chicago darüber gesprochen wird, welche Veränderungen sich für die LGBTQ+-Community in den 1980er Jahren ergeben haben.
Unter dem Motto „Wien ist anders – Diverses Erzählen in Film und Fernsehen“ widmet sich am 30. Juni eine Fachveranstaltung für akkreditierte Festivalbesucher den Möglichkeiten und Herausforderungen, LGBTQ+-Themen in Filmen und Serien anzusprechen – und welche Verantwortung Sender und Förderanstalten bei diesen haben, gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung und Ausgrenzung.
Ebenfalls am 30. Juni wird der QMS Award verliehen. Am Nachmittag vor der Verleihung steht im Amerikahaus ein Panel zum Thema „QMS Award – Wozu braucht es einen queeren Filmpreis?“ auf dem Programm, an dem neben Julia Weigl die Regisseurin und Juryvorsitzende für den QMS Award, Angelica Maccarone, Wieland Speck (Gründer Teddy Award) und Silvia Tiedtke (Beauftragte für Diversität FFF Bayern) teilnehmen.