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Die LOLA-nominierten Produzent:innen: Svenja Vanhoefer mit „Vena“


Wir lassen die Produzent:innen aus den Kategorien Spielfilm, Dokumentarfilm und Kinderfilm, die 2025 für einen Deutschen Filmpreis nominiert sind, in einer Umfrage zu Wort kommen. Falls Sie sich fragen: Die Reihenfolge ist alphabetisch nach Filmtitel sortiert, ungeachtet der Kategorie.

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Svenja Vanhoefer (Credit: privat)

THE SPOT läutet mit verschiedenen Features den Countdown zur Verleihung des Deutschen Filmpreis 2025 ein. In einer großen Umfrage lassen wir etwa die nominierten Produzent:innen aus den Kategorien Spielfilm, Dokumentarfilm und Kinderfilm zu Wort kommen. Falls Sie sich fragen: Die Reihenfolge ist alphabetisch nach Filmtitel sortiert, ungeachtet der Kategorie. Hier antwortet Svenja Vanhoefer, die mit „Vena“ von Chiara Fleischhacker als Produzentin ihr Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg abschloss. Produktionspartner war Neue Bioskop (Dietmar Güntsche, Martin Rohé). Der Film wurde nicht nur als Bester Spielfilm, sondern auch für die Beste Kamera (Lisa Jilg) und Beste weibliche Hauptrolle (Emma Nova) nominiert.

Gratulation zur Nominierung! Was bedeutet sie Ihnen? Welchen Stellenwert genießt der Deutsche Filmpreis für Sie? Hat sich durch die Tatsache, dass der Preis nicht mehr dotiert ist, etwas für Sie verändert?

Svenja Vanhoefer: Die Nominierung bedeutet uns sehr viel – sie würdigt unser Debüt ebenso wie die intensive Teamarbeit, die hinter „Vena“ steht. Der Deutsche Filmpreis hat für mich einen hohen Stellenwert, weil er nicht nur die künstlerische Qualität würdigt, sondern auch die Vielfalt und Relevanz des deutschen Films sichtbar macht. Besonders die Dotierung war ein wesentliches und zweckgebundenes Mittel, das direkt in die Entwicklung und Herstellung neuer Filmprojekte floss. Dass die Auszeichnung derzeit nicht mehr dotiert ist, trifft vor allem junge Filmschaffende und die unabhängige Produktionslandschaft. Gerade die Vorleistung für ein neues Projekt – insbesondere für den zweiten Langfilm – ist eine enorme Hürde. Viele junge Filmschaffende können sich diese Investition nicht leisten.

Wenn Sie auf die Arbeit an Ihrem Film zurückblicken: Worauf sind Sie am meisten stolz? Was macht dieses Projekt ganz besonders, sowohl allgemein als auch für Sie?

Svenja Vanhoefer: „Vena“ ist der Debütfilm von Chiara Fleischhacker, Lisa Jilg und auch von mir, den wir gemeinsam mit der Neuen Bioskop Film (Produzenten: Dietmar Güntsche, Martin Rohé) realisiert haben. Es war ein ambitioniertes Projekt mit kleinem Budget, das nur möglich wurde, da jedes einzelne Teammitglied an „Vena“ geglaubt hat und sehr passioniert war. Dieser Zusammenhalt war etwas Besonderes und hat uns durch verschiedene Herausforderungen gebracht. Besonders stolz bin ich außerdem darauf, dass wir es geschafft haben, eine dokumentarische Geburt in „Vena“ einfließen zu lassen – das hat uns alle darin bestärkt, wie wichtig es ist mit weiblichen Klischees auf der Leinwand zu brechen.

Die Novellierung des FFG ging zum Jahresende 2024 gerade noch durch. Was erhoffen Sie sich von der neuen Regierung? Was muss geschehen? Welche Schritte sind nun wichtig, um Deutschland insgesamt als attraktiven Filmstandort zu gestalten? 

Svenja Vanhoefer: Von der neuen Regierung erhoffe ich mir vor allem Verlässlichkeit, Planungssicherheit und eine echte Reformbereitschaft, die über bloße Strukturdebatten hinausgeht. Dazu gehören: eine gezielte Nachwuchsförderung, mehr Diversität bereits in der Stoffentwicklung, die Wiedereinführung des Diversitätsbeirats, eine Investitionspflicht für Streamingdienste, niedrigschwellige Förderstrukturen sowie ein attraktives Anreizmodell, um den Filmstandort Deutschland international zu stärken.

Unverändert befinden wir uns in Zeiten des Umbruchs. Halten Sie das deutsche Kino im Jahr 2025 für vital und relevant?

Svenja Vanhoefer: Wenn die Welt lauter wird, braucht es Räume, in denen wir zuhören können – das deutsche Kino kann genauso ein Raum sein. Es ist ein wichtiger Impulsgeber für offene, gesellschaftliche Diskurse. Gleichzeitig sollten wir uns viel früher und bewusster die Frage stellen, wer unser Publikum eigentlich ist – und wie Marketing- und Auswertungsstrategien gestaltet sein müssen, um Kinofilme sichtbar zu machen und ihnen eine starke Position neben dem Streamingangebot zu sichern. Auch die Kriterien, an denen Kinoerfolg gemessen wird, sollten überdacht werden – denn sie sind für die unabhängige Produktionslandschaft oft kaum noch realistisch erreichbar. Hier braucht es neue Impulse und gezielte finanzielle Anreize für Verleiher, um auch kleinere, künstlerisch anspruchsvolle Filme im Markt sichtbar machen zu können.