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Die LOLA-nominierten Produzent:innen: Philipp Trauer und Thomas Wöbke mit „September 5“


Wir lassen die Produzent:innen aus den Kategorien Spielfilm, Dokumentarfilm und Kinderfilm, die 2025 für einen Deutschen Filmpreis nominiert sind, in einer Umfrage zu Wort kommen. Falls Sie sich fragen: Die Reihenfolge ist alphabetisch nach Filmtitel sortiert, ungeachtet der Kategorie.

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Philipp Trauer und Thomas Wöbke, hier bei der Paramount Pictures Film Celebration im Sunset Tower Hotel West Hollywood im November 2024 (Credit: Alberto E. Rodriguez/Getty Images for Paramount Pictures)

THE SPOT läutet mit verschiedenen Features den Countdown zur Verleihung des Deutschen Filmpreis 2025 ein. In einer großen Umfrage lassen wir etwa die nominierten Produzent:innen aus den Kategorien Spielfilm, Dokumentarfilm und Kinderfilm zu Wort kommen. Falls Sie sich fragen: Die Reihenfolge ist alphabetisch nach Filmtitel sortiert, ungeachtet der Kategorie. Hier antworten Philipp Trauer und Thomas Wöbke von BerghausWöbke Filmproduktion, die mit „September 5“ von Tim Fehlbaum in der Kategorie Bester Spielfilm nominiert sind. Der Film hat mit gesamt zehn die meisten Nominierungen erhalten.

Gratulation zur Nominierung! Was bedeutet sie Ihnen? Welchen Stellenwert genießt der Deutsche Filmpreis für Sie? Hat sich durch die Tatsache, dass der Preis nicht mehr dotiert ist, etwas für Sie verändert?

Philipp Trauer und Thomas Wöbke: Ganz lieben Dank! Die Nominierung ist großartig und macht uns sehr sehr glücklich. Der Deutsche Filmpreis ist die größtmögliche Auszeichnung in Deutschland, aber sicherlich auch ein sehr anerkannter und wichtiger Preis innerhalb Europas. Das Schönste daran ist, dass es die Wertschätzung unserer eigenen Branche repräsentiert und das ist natürlich ein sehr tolles Gefühl. Allerdings sind wir enttäuscht, dass der Film dieses Jahr nicht mehr dotiert ist. Das bisherige Preisgeld war zweckgebunden und hat uns als unabhängige Produktionsfirmen ermöglicht Filme zu entwickeln und Finanzierungen zu schließen. Ohne dieses Geld sind wir vollständig von Förderungen abhängig. Das wird es für uns letztlich erschweren konkurrenzfähig zu sein zu den großen Playern am Markt. Zudem halten wir es in Zeiten umfassender Kürzungen im Bereich Kunst und Kultur für ein falsches Signal, den höchstdotierten Preis zu schwächen.

Wenn Sie auf die Arbeit an Ihrem Film zurückblicken: Worauf sind Sie am meisten stolz? Was macht dieses Projekt ganz besonders, sowohl allgemein als auch für Sie?

Philipp Trauer und Thomas Wöbke: Wir haben uns nie unterkriegen lassen und sind stets unserer Vision gefolgt. Das erfordert Durchhaltevermögen, Mut und vielleicht auch ein bisschen Naivität. Aber nur so können Filme dieser Art entstehen – deutsche Produktionen, die weltweit Achtung erfahren. Das Besondere an diesem Projekt ist, dass es uns gelungen ist, eine bekannte und bereits mehrfach verfilmte Geschichte nochmals neu und überraschend zu erzählen. Dabei ist die Wahl einer speziellen Perspektive entscheidend. Für uns ist nicht nur die Produktion selbst außergewöhnlich, sondern auch die Reise, die wir seit Venedig und Telluride im August mit dem Film machen durften. Das ist einzigartig und wird für immer in unseren Erinnerungen und Herzen bleiben.

Die Novellierung des FFG ging zum Jahresende 2024 gerade noch durch. Was erhoffen Sie sich von der neuen Regierung? Was muss geschehen? Welche Schritte sind nun wichtig, um Deutschland insgesamt als attraktiven Filmstandort zu gestalten?

Philipp Trauer und Thomas Wöbke: Wir würden uns wünschen, dass die neue Regierung anerkennt, dass Kunst und Kultur unsere Identität prägen, dass es gerade in solch instabilen Zeiten in denen wir leben, wichtiger denn je ist, Kunst und Kultur zu fördern! m Bereich Film würden wir uns wünschen, dass Regionaleffekte eine kleinere Rolle spielen. Wie wollen wir nachhaltig produzieren, wenn wir nur aus Finanzierungsgründen durch die ganze Republik reisen müssen? Und woher soll das Geld kommen, mit dem wir Regionaleffekte von 300% erfüllen müssen? Insgesamt sollten auch bürokratische Hürden abgebaut werden. Die öffentlich-rechtlichen Sender müssen viel stärker in die Pflicht genommen werden. Es kann nicht sein, dass die Sender-Beteiligungen immer weniger und kleiner werden, wenn wir als Produzenten mit immer weiter steigenden Kosten zu kämpfen haben.

Unverändert befinden wir uns in Zeiten des Umbruchs. Halten Sie das deutsche Kino im Jahr 2025 für vital und relevant?

Philipp Trauer und Thomas Wöbke: Wir glauben, Kino muss neu gedacht werden! Wir sollten noch intensiver hinterfragen, welche Geschichten relevant sind und ob Menschen dafür ins Kino gehen und Eintritt bezahlen. Wir glauben ganz fest an die Kraft des Kinos und werden uns weiter bemühen, Inhalte für diesen magischen Ort des Träumens zu kreieren.