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Die LOLA-nominierten Produzent:innen: Dietmar Güntsche mit „Vena“


Wir lassen die Produzent:innen aus den Kategorien Spielfilm, Dokumentarfilm und Kinderfilm, die 2025 für einen Deutschen Filmpreis nominiert sind, in einer Umfrage zu Wort kommen. Falls Sie sich fragen: Die Reihenfolge ist alphabetisch nach Filmtitel sortiert, ungeachtet der Kategorie.

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Dietmar Güntsche (Credit: Neue Bioskop)

THE SPOT läutet mit verschiedenen Features den Countdown zur Verleihung des Deutschen Filmpreis 2025 ein. In einer großen Umfrage lassen wir etwa die nominierten Produzent:innen aus den Kategorien Spielfilm, Dokumentarfilm und Kinderfilm zu Wort kommen. Falls Sie sich fragen: Die Reihenfolge ist alphabetisch nach Filmtitel sortiert, ungeachtet der Kategorie. Hier antwortet Dietmar Güntsche von Neue Bioskop, der zusammen mit Martin Rohé „Vena“ von Chiara Fleischhacker produzierte. Der Film wurde nicht nur als Bester Spielfilm, sondern auch für die Beste Kamera (Lisa Jilg) und Beste weibliche Hauptrolle (Emma Nova) nominiert.

Gratulation zur Nominierung! Was bedeutet sie Ihnen? Welchen Stellenwert genießt der Deutsche Filmpreis für Sie? Hat sich durch die Tatsache, dass der Preis nicht mehr dotiert ist, etwas für Sie verändert?

Dietmar Güntsche: Die Nominierung für den Deutschen Filmpreis ist ein besonderer Moment für das gesamte Team. Ich freue mich, dass die Filmakademie-Mitglieder „Vena“ und damit vor allem auch die intensive Arbeit aller wertschätzen, die so viel Energie und Herzblut in das Projekt gesteckt haben. Dass die Lola nicht mehr direkt mit Preisgeldern dotiert ist, bedauere ich schon. Die direkten Preismittel waren gerade für risikobehaftete, mutige Filme und ihre Filmschaffenden eine wertvolle Grundlage. Sie haben nicht nur neue Projekte ermöglicht, sondern auch sichtbar gemacht, dass künstlerischer Wagemut belohnt wird, und zwar mit dem höchstdotierten deutschen Kulturpreis. Das war ein starkes Signal.

Wenn Sie auf die Arbeit an Ihrem Film zurückblicken: Worauf sind Sie am meisten stolz? Was macht dieses Projekt ganz besonders, sowohl allgemein als auch für Sie?

Dietmar Güntsche: „Vena“ war von Anfang an ein Film, der nicht den einfachen Weg gegangen ist, weder thematisch noch in der Produktion. Dass wir ihn ins Kino bringen konnten, macht mich stolz. Für mich ist das Besondere an VENA die Inszenierung auf Augenhöhe: Ein Film über das Erkennen von Selbstwert und Selbstbestimmung. Als Debütfilm ist er von Chiara Fleischhackers außergewöhnlichem Talent, ihrem Mut und ihrer wunderbaren Energie und Ehrlichkeit geprägt. Ich bin beeindruckt davon, was Chiara und das Team vieler junger FilmemacherInnen mit „Vena“ geschaffen haben. Hier ist er, der dringend gesuchte deutsche Filmnachwuchs.

Die Novellierung des FFG ging zum Jahresende 2024 gerade noch durch. Was erhoffen Sie sich von der neuen Regierung? Was muss geschehen? Welche Schritte sind nun wichtig, um Deutschland insgesamt als attraktiven Filmstandort zu gestalten? 

Dietmar Güntsche: Verbesserungen der Finanzierungsstrukturen für die Filmproduktion sind dringend erforderlich. Wir benötigen die Umsetzung geplanter und weiterer Maßnahmen: Ein Steueranreiz-Modell, eine Investitionsverpflichtung, eine bessere Sichtbarkeit deutscher und europäischer Kinofilme im linearen öffentlich-rechtlichen​ Fernsehen und in den Mediatheken, übergreifende Vereinfachungen bei der Filmförderung und Prüfung. Auch die Auswertung und der Verleih sollten weiter gestärkt werden, damit die Kampagnen besser ausgestattet werden können.

Unverändert befinden wir uns in Zeiten des Umbruchs. Halten Sie das deutsche Kino im Jahr 2025 für vital und relevant?

Dietmar Güntsche: Wenn wir dem deutschen Kino weiterhin Relevanz zuschreiben wollen, dann ist es wichtig, Geschichten junger FilmemacherInnen wie im Falle „Vena“ zu unterstützen. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass diese Filme nicht untergehen, sondern ihren Platz bekommen – angefangen bei der Projektförderung bis hin zur Auswertung im Kino.