Zwei Mal schlafen noch, dann startet die 75. Berlinale. Wir haben uns umgehört in der Branche, was man sich von den Internationalen Filmfestspielen von Berlin unter der neuen Intendanz von Tricia Tuttle erhofft. In Teil 8 antwortet Torsten Frehse, Geschäftsführer Neue Visionen.

Unsere Frage:
Frischer Wind auf der Berlinale dank Tricia Tuttle. Was sind Ihre Erwartungen und Anforderungen, die Sie mit dem größten Filmfestival auf deutschem Boden verbinden?“
Torsten Frehse, Geschäftsführer Neue Visionen:
„Die Berlinale steht vor einem spannenden Neuanfang mit Tricia Tuttle an der Spitze. Ich glaube, dass jeder eine Chance verdient hat, und ich wünsche ihr viel Erfolg in dieser wichtigen Rolle. Für die Berlinale ist es von entscheidender Bedeutung, sich wieder mit der realen Kinolandschaft zu verbinden – sowohl in ihrer Programmgestaltung als auch in ihrem Gesamtkonzept. Das Festival sollte nicht nur eine Plattform für filmische Entdeckungen sein, sondern auch als Brücke zwischen der Festivalszene und der alltäglichen Realität des Kinos dienen. Es ist wichtig, eine kluge Balance zwischen künstlerischem Wagemut und Publikumsattraktivität, zwischen internationalen Entdeckungen und starken deutschen Filmen zu finden. Gleichzeitig braucht die Berlinale die Art von programmatischer und internationaler Wirkung, die Festivals wie Cannes und Venedig auszeichnet. Diese Stärke ist für die lokale Branche von entscheidender Bedeutung und trägt dazu bei, dass deutsche Filme und Talente auf der globalen Bühne stärker wahrgenommen werden. Ich begrüße auch die Ernennung von Tanja Meissner zur neuen Leiterin des EFM. Der Filmmarkt ist ein Eckpfeiler der Berlinale, und ich wünsche ihr viel Erfolg bei der Weiterentwicklung und Stärkung seiner Rolle als wichtige Plattform für die Filmindustrie. Wenn es Tuttle und Meissner gelingt, diese Impulse umzusetzen, kann die Berlinale ihre Wirkung wirklich zurückgewinnen. Wir freuen uns auf ein Festival, das inspiriert, herausfordert und begeistert.“
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