Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Die Redaktion von THE SPOT media & film freut sich, Ihnen wieder den Rückblick auf die Branchenwoche präsentieren zu können – und Sie schnell, umfassend, auf einen Blick und ohne überflüssiges Papier auf den Stand der Dinge zu bringen, damit Sie rundum informiert ins Wochenende gehen können.
Seit etwas mehr als 30 Jahren schreibe ich Chartskommentare. Ich kann mich an kein vergleichbares Wochenende erinnern wie das vergangene in den deutschen Kinos: Der erste US-Studiofilm auf Platz 9, alle 5 Titel der Top 5 aus deutscher Produktion. Das macht Mut, weil es unterstreicht, dass deutsche Filme unterschiedlichster Couleur beim Publikum punkten können – man muss sie nur herstellen. Und dieses Sicherheitsnetz schafft Sicherheit und zumindest ein bisschen Unabhängigkeit vom US-Markt, wo man gerade einen wenig erfreulichen Oktober erlebt hat (der indes weniger schlimm war, als er von den Kommentatoren der US-Trades gemacht wird – man lese nur die kluge Kolumne zu diesem Thema von David Poland, immer schon einer der souveränsten Beobachter des Marktes, der Zahlen nicht nur lesen kann, sondern auch versteht und einordnet – lesen Sie HIER). Freuen wir uns, dass die harte Arbeit der Produzenten Früchte trägt in diesem tollen Kinoherbst für den deutschen Film.
• /Thomas Schultze
DIE TOP-STORY
Ganz normaler deutscher Charts-Wahnsinn
Es war eigentlich ein gar nicht einmal so starkes Wochenende in den deutschen Kinos – 4 % hinter dem Vor-Wochenende, knapp 40 % hinter dem Vergleichs-Wochenende 2024. Aber was sich da präsentierte, war dennoch geschichtsträchtig: Alle 5 Titel der Top 5 wurden von deutschen Produktionen gestellt; vier majoritär deutsche Produktionen, einer eine amerikanische Produktion der Constantin Film (die 3 Filme in den Top 7 vermelden konnten). Von den Top 20 sind neun Titel lokale Filme; der erste US-Studiofilm findet sich auf Platz 9! Famose Zahlen schrieb zunächst einmal die neue Nummer 1, „Pumuckl und das große Missverständnis“, die mit 260.000 Tickets Marcus H. Rosenmüller den besten Start seiner Karriere bescherte. Es war fünfte deutsche Nummer 1 in 2025 und der zehnte erste Platz eines deutschen Films in den letzten zwölf Wochen. „No Hit Wonder“ startete zudem solide auf Platz 4. „Die Schule der magischen Tiere 4“ hält sich gesamt mit 2,6 Mio. Tickets auf einer Höhe mit dem Vorgänger; „Das Kanu des Manitu“ rückt den gesamt 5 Mio. Tickets immer näher, steht nach Umsatz kurz davor, „(T)Raumschiff Surprise“ als zweiterfolgreichsten Film von Michael Bully Herbig zu überholen. Und dann kann man sich noch über „Amrum“ freuen, der als neunter Film in der Karriere von Fatih Akin mit dem drittbesten vierten Wochenende einer seiner Arbeiten die 500.000-Besuche-Marke überschritten hat.
• /TS
Last-Minute-Vorstoß

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer mag bei der Verleihung der Kino- und Verleihprogrammpreise vergangene Woche Investitionen der Streamer versprochen haben, wie man sie „in Deutschland noch nie gesehen“ habe. Aber zumindest die Produktionsallianz (und auch PROG, die den Aufruf umgehend teilten) hat er bislang mit seinem Konzept für eine Selbstverpflichtung nicht überzeugen können. Während man nun gespannt darauf wartet, wann Weimer Details bekanntgibt (laut Ankündigung in Karlsruhe müsste es spätestens Ende kommender Woche so weit sein) – und vor allem WELCHE Details das sein werden – hat sich die Produktionsallianz zu einem ungewöhnlichen Schritt entschieden. Denn die Erinnerung an die Versprechen aus dem Koalitionsvertrag erfolgte nicht nur in Form des üblichen Schreibens an politische Entscheidungsträger:innen, sondern auch in jener einer öffentlichen Kampagne, komplett mit einem an Serienmotive angelehnten Postermotiv. Die Initiative unter dem Titel „Broken Promises? – Gebrochene Versprechen?“ nutzt laut dem Verband bewusst „die Erzählweise einer Streaming-Serie, um auf pointierte und zugleich respektvolle Weise deutlich zu machen, was auf dem Spiel steht: Planbarkeit für die Kreativen, faire Wettbewerbsbedingungen für deutsche Produzentinnen und Produzenten und Glaubwürdigkeit für die Politik.“ Ziel dieser Kampagne soll ausdrücklich kein Skandal sein, sondern ein „Happy End“, das sich nach Vorstellung des Verbandes wie folgt in einem Drehbuch lesen würde: „Die Koalition steht zu ihren Zusagen. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer erklärt, er ist verlässlich. Dabei hat er die Unterstützung von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Bundeskanzler Friedrich Merz. Gemeinsam stärken sie das Vertrauen in die Politik.“ Beim VTFF, der mit seinem Herbstbarometer gerade erst wieder ein ausgesprochen bedrückendes Stimmungsbild seiner Mitglieder vorlegte, ist man unterdessen nach wie vor überzeugt davon, dass eine Selbstverpflichtung höhere Investitionen in Deutschland auslösen kann als eine gesetzliche Regelung, tatsächlich kanzelte man dort die Kampagne der Produktionsallianz umgehend ab.
• /Marc Mensch
DIE HIGHLIGHTS

Neue MFG-Geschäftsführerin
Die Leitung von Deutschlands großen Regionalförderungen wird mehrheitlich weiblich. Nach Medienboard, FFF, HessenFilm und nordmedia wird auch die MFG Baden-Württemberg künftig von einer Frau geleitet: Wiebke Wiesner, derzeit noch Justiziarin und stellvertretende Geschäftsführerin der Produktionsallianz, wird die Nachfolge von Carl Bergengruen antreten, der das Amt als MFG-Geschäftsführer zum Sommer kommenden Jahres abgibt. Wie das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst mitteilte, hat die 49-Jährige ihren Vertrag als Geschäftsführerin der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH unterschrieben. Sie folgt am 1. Juli 2026 auf Bergengruen, der die MFG 13 Jahre lang geleitet hat und im kommenden Jahr in den Ruhestand geht. Der Vertrag von Wiebke Wiesner läuft zunächst fünf Jahre, laut dem Ministerium liegt der Entscheidung ein „klares Votum“ im Aufsichtsrat der MFG zugrunde. „Ich freue mich, dass wir mit Wiebke Wiesner eine bestens geeignete Expertin für ein wichtiges Zukunftsfeld des Landes gewinnen konnten. Die Filmförderung ist essenzieller Bestandteil der Kultur- und Kreativwirtschaft des Landes. Wiebke Wiesner verbindet Leidenschaft für den Film mit großer Erfahrung. Sie weiß, wie sich die Branche vernetzt und wie Filmförderung wirkt. Wiebke Wiesner bringt Menschen zusammen. So hat sie den Aufsichtsrat mit ihrer Expertise und Dynamik überzeugt. Mit ihr gewinnt Baden-Württemberg eine Geschäftsführerin, die unseren Film- und Medienstandort mit Power und Strategie in die Zukunft führt“, erklärte Kunststaatssekretär Arne Braun anlässlich der Bekanntgabe der Personalie.
• /MM

Drum prüfe, wer sich ewig bindet…
…ob er nicht doch was Bess’res findet. Soviel zum Kalauer der Woche – der aber nur allzu gut auf die Situation bei Warner passt. Dort ließ man sich anlässlich der Vorstellung der Quartalszahlen in Sachen (Teil-)Übernahme und/oder Aufspaltung keinen Deut tiefer in die Karten blicken, als man es schon Mitte Oktober mit der Abgabe einer offiziellen Erklärung getan hatte – tatsächlich ließ man schon vor dem Analystengespräch vorsorglich über ein Anlegerschreiben wissen, dass man entsprechende Fragen gar nicht erst beantworten würde. Und was CEO David Zaslav dann tatsächlich zu sagen hatte (nämlich, dass man Optionen prüft), ging keinen Millimeter über das hinaus, was in den Schreiben gestanden hatte. Minimal-Neuigkeit am Rande: Auch Comcast hat nun Wirtschaftsprüfer bzw. Banken damit beauftragt, sich näher mit den Zahlen zu befassen, um die Perspektiven einer Übernahme der Streaming- und Studiosparte zu prüfen; über Netflix war das bereits vergangene Woche berichtet worden. Die Bilanz selbst wiederum ist aus Anlegersicht insgesamt vielleicht ein wenig durchwachsen – aber mit den Kinozahlen hat Warner geglänzt. Unterdessen hält man „One Battle After Another“ überdurchschnittlich lang kinoexklusiv. Selbst wenn der (nach wie vor nicht angekündigte) PVoD-Start in den USA am Montag erfolgen sollte, würde das ein für Warner überdurchschnittlich langes Kinofenster von 45 Tagen bedeuten.
• /MM

Nordische Filmtage bringen Lübeck wieder zum Leuchten
Im November wird die Hansestadt Lübeck immer für ein paar Tage der Nabel der Welt, wenn es um skandinavische, baltische oder auch norddeutsche Filme und Serien geht. Es ist der letzte Jahrgang von Thomas Hailer, der als Künstlerischer Leiter 2026 den Staffelstab an Hannah Reifgerst übergeben wird. Die Eröffnung war mehr als würdig mit einem Anders Thomas Jensen in Bestform: Die superunterhaltsame Crime-Komödie „Therapie für Wikinger” (hier unsere SPOT-Review) verdient es, nach den Blockbuster-Zahlen in Dänemark in Deutschland zumindest dank Neue Visionen und Splendid Film ein echter Geheimtipp zu werden. Demnächst erscheint auch ein THE SPOT-Interview mit den beiden dänischen Produzentinnen Sisse Graum Jørgensen und Sidsel Hybschmann. Der zweite Festivaltag brachte unter anderem die Weltpremiere von „Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren” und die Weltklasse-Arthouse-Entdeckung „The Love That Remains”, die Plaion Pictures nach Deutschland bringen wird. Am Freitag steht wiederum eine der besten Serien des Jahres im Mittelpunkt: Das norwegische Format „A Better Man”, jetzt umbenannt in „Toxic Tom”, das im wilden Kulturkampf erzählerisch wie auf einer Rasierklinge virtuos tänzelt, wenn es einen Incel und Internet-Troll in den Fokus nimmt. Düster, gewagt, böse, witzig, melancholisch, humanistisch, einfach ziemlich groß. Ab 18. November gibt’s das Ganze im ZDF Stream.
• /Michael Müller
Netflix weiß jetzt, wer der Babo ist
Nur die Märkte Deutschland, Österreich, Schweiz und Luxemburg reichten hauptsächlich aus, um den deutschen Dokumentarfilm „Babo – Die Haftbefehl-Story” über den titelgebenden Rapper weltweit auf Platz vier der weltweiten nicht-englischsprachigen Netflix-Wochencharts zu hieven. Die Produktion von 27 KM’B Pictures hatte in den ersten sechs Tagen 4,1 Millionen Views, was ihresgleichen sucht. Jetzt schon ist das wahrscheinlich der größte Erfolg für Non-Fiction-Chefin Wiebke Schodder. Aykut Anhan alias Haftbefehl steht mit dem so ehrlichen und auch schonungslosen Blick auf die zwei Seiten eines Menschen die vergangenen Tage im DACH-Raum so im Fokus, dass es mittlerweile keinen deutschen Podcast oder YouTube-Creator mehr zu geben scheint, der trotz fehlender Kompetenz nicht auch auf den Hype-Train aufgesprungen wäre Im Vorfeld hatten wir mit den Produzenten Elyas M’Barek und Pacco-Luca Nitsche gesprochen und selbstverständlich die Doku auch besprochen.
• /MIMÜ
GOOD TO KNOW

NRW ehrt seine Kinos
Es ist zwar nicht der höchstdotierte Kinoprogrammpreis der Bundesländer (hier hat Berlin-Brandenburg mit 1,5 Mio. Euro aktuell die Nase vorn), mit einer enormen Gesamtsumme von einer Mio. Euro aber doch der am zweitbesten ausgestattete. Vor allem ist der Kinoprogrammpreis NRW auch die am prominentesten begleitete Prämierung ihrer Art. Eine ganz besondere Rolle kam Produzent und Autor Ralf Husmann („Stromberg“) zu. Er durfte einen erneut verliehen Ehrenpreis überreichen: An Michael Meyer, seines Zeichens Betreiber der Kinos Casablanca, Metropolis und Capitol in Bochum, dem Schauburg Filmpalast in Gelsenkirchen, dem Central Kinocenter in Dorsten und der Apollo Cinemas in Gelsenkirchen.
• /MM

Maximal flexibel
Ein Abo monatsweise abschließbar machen? Warum man davor im Kinosegment bislang zurückgeschreckt ist, liegt im Prinzip auf der Hand: Am Ende des Tages ist eine solche Offerte zumindest bis zu einem gewissen Grad eine Mischkalkulation – und in Monaten mit besonders vielen hochkarätigen Starts könnte man die Gefahr sehen, dass die Offerte zum Draufzahlgeschäft wird, wenn sie allzu gezielt nur für mehrere ohnehin geplante Besuche innerhalb eines Vier-Wochen-Zeitraums in Anspruch genommen wird. Dennoch geht Cinfinity nun genau diesen Schritt: Ab sofort lässt sich das Kino-Abo vom Start weg monatsweise abschließen. Wie man das eingangs genannte Problem adressiert und wie man das Preismodell sonst noch anpasst, lesen Sie hier.
• /MM

Wicked Cool!
Rund zwei Wochen vor seinem Start sehen die aktuellen US-Prognosen für „Wicked: Teil 2“ ausgesprochen gut aus – selbst am unteren Ende der Erwartungen würde der Start des Vorgängers übertroffen, der im vergangenen Jahr im Vorfeld stark unterschätzt worden war. Und einmal mehr könnte ein „Wicked“ in der zweiten Woche Teil eines großartigen Thanksgiving-Gesamtergebnisses sein – erneut an der Seite eines Disney-Krachers. War es im Vorjahr „Vaiana 2“, kommt diesmal „Zoomania 2“ zu Erntedank. Das Duo könnte (unterstützt von „Running Man“ und „Now You See Me 3“ in deren dritten Auswertungswochen) dem US-Boxoffice nach einem miserablen Oktober den richtigen Push für das Weihnachtsgeschäft geben – auch wenn es als ausgesprochen unwahrscheinlich gilt, dass das Thanksgiving-Rekordergebnis aus 2024 übertroffen werden kann.
• /MM

Alles kommt wieder in Mode
…oder bleibt es durchgängig. Aktuell häufen sich nicht nur Meldungen zu Jubiläums-Wiederaufführungen von großen Filmklassikern; sondern Hollywood blickt auch gerne ein, zwei, drei Jahrzehnte zurück, wenn es um Stoff für neue Filme bzw. die Fortsetzung von Franchises geht. Gerade erst hat Warner-CEO David Zaslav höchstselbst „Gremlins 3“ angekündigt, bei Universal soll die „Mumie“ mit den Brendan Fraser und Rachel Weisz neu aufgelegt werden. Und bei der Premiere von „Predator: Badlands“ kokettierte man mit Ankündigungen, Arnold Schwarzenegger solle zu einem Franchise zurückkehren, das gleichzeitig wieder in die „Alien vs. Predator“-Schiene gehen soll. Wer sich das übrigens noch nicht bewusst gemacht hat: Dank diverser Cross-Over sind der Predator und Arnold Schwarzenegger Teile des „Blade Runner“-Universums…
• /MM

Schifoan!
Die Zahlen in Österreich sind beachtlich, aber so richtig durch die Decke geht „Downhill Skiers: Ain’t No Mountain Steep Enough“ (hier unsere SPOT-Review) in den Schweizer Kinos: Nachdem an WE 1 knapp 18.000 Tickets zu Buche geschlagen hatten, kamen für das Ski-Spektakel von „Streif – One Hell of a Ride“-Regisseur Gerald Salmina, das von Ascot Elite auch koproduziert wurde, unverändert ganz vorne in der Schweizer Kinolandschaft an WE 2 weitere 17.000 Tickets dazu. Gesamt kann man bereits 40.000 Tickets melden.
• /TS

Down Under
Die australische Regierung hat ein Gesetz („Australian content obligation”) für Streamer angekündigt, das in dieser Woche für die Gesetzgebung ins Parlament kommt. Wenn Streamingdienste wie Netflix, Prime Video und Co. mehr als eine Million australische Abonnenten haben, müssen sie dann 10 Prozent ihrer Gesamtausgaben oder 7,5 Prozent ihres Umsatzes in Australien für lokale Originalproduktionen ausgeben.
• /MIMÜ
Unter der Sonne Afrikas
Das Marrakech International Film Festival will auch mit seiner 22. Ausgabe, die die vom 28. November bis 6. Dezember in der marokkanischen Hauptstadt stattfinden wird, unterstreichen, das letzte ganz große Festival-Event des Kinojahres zu sein. Bis jetzt war lediglich festgestanden, dass Oscargewinner Bong Joon-ho die Wettbewerbsjury leiten würde. Nun wurden die ersten vier Namen für die „Tributes“ bekannt gegeben, die eine wichtige Säule in dem Festivalgefüge darstellen. Neben den Oscargewinnern Jodie Foster und Guillermo Del Toro finden sich mit Raouya und Hussein Fahmi auch zwei Größen des arabischen Kinos.
• /TS
Taubenschlag
In der Leipziger Schaubühne Lindenfels wurden am 1. November die Preise des 68. DOK Leipzig vergeben. Die Goldene Taube im Internationalen Wettbewerb Dokumentarfilm geht an die kroatische Produktion „Peacemaker“ von Ivan Ramljak. Bester Animationsfilm wurde „Endless Cookie“ von Seth Scriver und Peter Scriver und im Deutschen Wettbewerb flog die Goldene Taube zu „Active Vocabulary“ von Yulia Lokshina.
• /BAS
BITS & PIECES

Lichtblick
Die Gesamtzahlen von Lionsgate überzeugten im dritten Quartal nicht, dafür aber die ersten Abrufzahlen des parallel zu deren Vorstellung gelaunchten Trailers zu „Michael“.
Fortschritt
Die Wiederherstellung des Großteils der Säle im Kinopolis Koblenz zieht sich nach dem Brand im Februar 2024 bis wenigstens Ende 2026 – aber der größte Saal wird als erster der acht noch geschlossenen Auditorien zu „Avatar: Fire and Ash“ wiedereröffnet.

Feierlaune
In München gab es nach den Festivalpremieren in Zürich und Hamburg noch einmal eine große Premiere von Erik Schmitts „Das Leben der Wünsche“ mit Matthias Schweighöfer, den ProU und Filmwelt am 13. November in den Kinos starten werden.
Förderung
Mehr als fünf Mio. Euro Gesamtförderung, mehr als eine Mio. allein für die Produktion von „Roland“: die aktuelle NRW-Förderbilanz.
Dämonenjagd
Der meistgesehene Netflix-Film der Geschichte soll eine Fortsetzung erhalten – allerdings wird „KPop Demon Hunters 2“ nicht übers Knie gebrochen: Laut US-Medienberichten soll das Sequel nicht vor 2029 veröffentlicht werden.

Kurzlebig
Dass Universal in den USA regelmäßig mit extrem kurzen Kinofenstern arbeitet, ist bekannt – aber dass es für einen Film wie „Black Phone 2“ direkt nach der Rückeroberung des Spitzenplatzes in den US-Charts in die PVoD-Verwertung geht, ist dann doch ungewöhnlich.
V-Cinema
Das 55. International Film Festival Rotterdam (IFFR) legt einen Fokus auf V-Cinema, das japanische Direct-to-Video-Phänomen, das Ende der Achtzigerjahre aufkam und als prägend für die zeitgenössische Filmkultur gilt.
Starker Deal
Im Rahmen des Geneva International Film Festivals wurde der Swiss Series Storytelling Award vergeben. Dieser zeichnet eine Schweizer Serie für die Qualität und Innovation ihres Drehbuchs aus und ging an „The Deal“ von Jean-Stéphane Bron, die beim Locarno Film Festival Weltpremiere feierte.

Gemeinsam feiern
„Wieder alles wie immer“ lautet der Subtitel zum großen „Stromberg“-Sequel. Für die Uraufführung geht man allerdings neue Wege – denn die Weltpremiere im Berliner Zoo Palast am 1. Dezember wird parallel bundesweit in rund 200 Kinos übertragen.
STADTGESPRÄCH

Barbara Albert
Die renommierte österreichische Filmemacherin wurde zur neuen Institutsleiterin der Filmakademie Wien bestellt. Ihr Stellvertreter ist Volker Gläser. Albert hat an der Ausbildungsstätte bereits eine Professur im Fach Regie.
Stefan Schurer
Stefan Schurer ist seit Anfang des Monats als Executive Producer Development bei Madame Zheng Production tätig und bildet dort nun gemeinsam mit Nina Kemper eine neue Doppelspitze in der Formatentwicklung.

Hazel Brugger
Die Schweizer Comedy-Künstlerin Hazel Brugger ist nach Heidi Klum die zweite Person, die als Bambi-Gewinnerin 2025 bekannt gegeben wird. Sie erhält den Preis in der Kategorie Comedy für Humor mit Haltung.
Jan Martin Scharf und Julia Daschner
Seit 1. November ist die ifs Internationale Filmschule Köln um zwei Expert:innen reicher: Jan Martin Scharf tritt die Professur Serial Storytelling an; Kamerafrau Julia Daschner wird neben Jutta Pohlmann zweite Professorin im Fach Director of Photography.

Sherry Hormann
Die Filmemacherin wendet sich nach ihrem Netflix-Erfolg mit „Fall For Me“ wieder dem Kino zu: Sie arbeitet an „Roland“, einem Biopic über Roland Kaiser auf Basis eines Buchs von Silvia Lindner, die wiederum die Autobiografie „Sonnenseite“ von Roland Kaiser und Sabine Eichhorst zur Vorlage hatte.
Michael Verhoeven
Das Münchner Theatiner Filmkunst widmet Michael Verhoeven vom 28. November bis 17. Dezember eine Retrospektive. Die ausgewählten Filme werden von seiner Ehefrau Senta Berger persönlich vorgestellt.

Dennis Gansel
Die neue Filmarbeit des Regisseurs, der Antikriegsfilm „Der Tiger“, hat nun auch einen Start bei Prime Video: Am 2. Januar 2026 stellt ihn der Streamingdienst in 240 Ländern und Territorien zur Verfügung. Zuvor hatte er als erstes deutsche Original von Amazon MGM Studios einen Kinostart.
Marc Rothemund
Der Erfolgsregisseur ist Ende Februar 2026 mit „Ein fast perfekter Antrag“ in den Kinos, hat gerade „Das gewisse Etwas“ abgedreht und arbeitet schon am nächsten Film: für „Gekommen um zu bleiben“ gab es aus NRW 700.000 Euro. Produktionsfirma ist Dreifilm, das Drehbuch stammt von Axel Melzener, Paul Matthias Feldmann und Maggie Peren.
Jochen Laube
Er ist nicht nur Produzent, sondern auch Kinobetreiber und Festivalleiter mit Leidenschaft. Am 5. November startete wieder die von Jochen Laube initiierte und organisierte Lichtspielliebe im Ludwigsburger Scala, bei dem er Mitgesellschafter ist.
Markus Riese
Beim BR-Tochterunternehmen BRmedia kommt es zu einem Wechsel in der Kommandozentrale. Zum 1. Januar 2026 übernimmt Dr. Markus Riese die Geschäftsführung. Er folgt auf Ludger Lausberg, der sich zum 31. Dezember in den Ruhestand verabschiedet.

Sebastian Pufpaff
Eigentlich ein No-Brainer: Die Produktionsfirma Brainpool verlängert exklusiv mit ihrem erfolgreichsten Moderator Sebastian Pufpaff, der „TV total” auf ProSieben ab 2021 runderneuerte und sich seitdem auch in diversen Auskoppelungen und Show-Spinoffs ausprobiert.
Alice Rohrwacher
Im Rahmen der 38. Verleihung der European Film Awards im Januar 2026 wird Alice Rohrwacher für ein „außergewöhnliches und inspirierendes Lebenswerk“ mit dem European Achievement in World Cinema Award ausgezeichnet.

Andreas Dresen
Der renommierte Filmemacher hat seinen neuen Kinofilm mit Kordes & Kordes Film gemacht. Unlängst fiel die letzte Klappe für „Alte Liebe“. Der Film basiert auf dem Roman von Elke Heidenreich und Bernd Schroeder. Das Drehbuch stammt von Laila Stieler. Die Hauptrollen spielen Dagmar Manzel und Joachim Król.
Sönke Wortmann
Constantin Film hat vor wenigen Tagen bereits den Trailer von Sönke Wortmanns neuer Komödie „Die Ältern“ veröffentlicht. Jetzt gibt es auch erste Szenenfotos. Kinostart ist am 12. Februar 2026.
Melina Lay
Bei der Verleihung der Günter Rohrbach Filmpreise ging der erste Platz an das Skript „Marder des Monats“ von Melina Lay. Ein Sonderpreis wurde an die Schülerin Joela Günther vergeben, der ein Schreibkurs finanziert wird.
Cristian Mungiu
Das Marrakech International Film Festival hat den renommierten rumänischen Autorenfilmer Cristian Mungiu als diesjährigen Leiter der Atlas Workshops gewonnen. Das Angebot für vor allem junge Filmschaffende aus dem arabischen Raum und Afrika findet zum achten Mal statt.

Merle-Sophie Pausch
Nach der Übernahme der kommissarischen Leitung im März dieses Jahres wurde Merle-Sophie Pausch nun zur festen Theaterleiterin ernannt. Pausch begann als Servicemitarbeiterin in Frankfurt, so sie schon nach kurzer Zeit leitende Aufgaben übernommen hatte.
HELD DER WOCHE
Der deutsche Film
Gab’s das schon einmal? In den letzten 13 Wochen stellte elfmal der deutsche Film die Nummer 1 in den deutschen Kinos (viermal „Das Kanu des Manitu“, fünfmal „Die Schule der magischen Tiere 4“ und nunmehr zweimal „Pumuckl und das große Missverständnis“). Wir ziehen den Hut vor diesem unfassbaren Lauf (siehe unsere Top-Story ganz oben).
Die Woche in SPOT
Ein bisschen darf dieser „Newsletter“ auch Leistungsschau, eine Zusammenfassung des Besten und Wichtigsten, was SPOT in dieser Woche gemeldet, analysiert und besprochen hat. Wen haben wir interviewt, welche Titel wurden rezensiert, was war sonst noch wichtig und relevant auf unserem Dienst.
SPOTCAST Filmfrauen
In Folge 70 von SPOTCAST Filmfrauen spricht Barbara Schuster mit Katja Hartwig. Sie ist seit 30 Jahren als Herstellungsleiterin in der Branche tätig, knapp 13 Jahren davon bei der UFA Fiction, und erzählt uns, auf was es in ihrem Job ankommt Zu ihren jüngsten Projekten gehört der weltweite Hit „Maxton Hall“, dessen zweite Staffel am 7. November bei Prime Video startet.
TALKSHOW

Nach erfolgreichen Festivalpremieren in Zürich und Hamburg ist „Dann passiert das Leben“ jetzt im Verleih von Majestic Filmverleih endlich in den deutschen Kinos gestartet. THE SPOT traf Hauptdarstellerin Anke Engelke und Regisseurin und Drehbuchautorin Neele Leana Vollmar und war neugierig, wie die beiden die Zusammenarbeit erlebt haben.
Seit 2019 leitet Ulli Stoef gemeinsam mit Jo Daris das Animationsstudio Toon2Tango. Jetzt kommt mit „Mission Santa – Ein Elf rettet Weihnachten” der erste Kinofilm der hundertprozentigen Tochter der LEONINE Animation Studios in die Kinos – und wird nicht der letzte bleiben. Höchste Zeit für ein Gespräch mit dem erfahrenen Animationsexperten.

Millionenschweres Investment in neue Projektionstechnologie – und das am Standort Münster auch noch parallel zu dessen 25. Jubiläum. THE SPOT sprach mit den Cineplex-Betreibern Ansgar und Anselm Esch über ein “Ultimatives” Upgrade.

Nachdem die Leopold und ABC Kinos in München viele Jahrzehnte von der Familie Kuchenreuther betrieben wurden, übernahmen Ende März 2024 Daniela Bergauer und Michael Hehl die Traditionskinos. Im Interview ziehen sie jetzt Bilanz und erzählen, welche Änderungen unter ihrer Leitung vorgenommen wurden.

Nachdem im Oktober 2024 „Hagen – im Tal der Nibelungen“ in den Kinos erschienen war, wurde am 6. November bei RTL+ die parallel gedrehte Serie „Die Nibelungen – Kampf der Königreiche“ veröffentlicht. Im Interview sprechen die Regisseure Cyrill Boss und Philipp Stennert über die Unterschiede zum Film und ihre Herangehensweise an die Figuren und Visualität.

Saralisa Volm ist nicht nur Schauspielerin, Filmemacherin und Produzentin, sondern jetzt auch Verleiherin. Startschuss für POISON Film Distribution ist am 13. November mit der Eigenproduktion „Truth or Dare“. Wir wollten mehr über die Beweggründe für die Verleihaktivität wissen.

„The other gAIrl“ dreht sich um Frank und Lisa, die im Beziehungstrott gefangen sind – noch komplizierter wird es dann, als Frank sich eine AI Companion App herunterlädt und sich in die KI verliebt. Chryssanthi Kavazi spielt Lisa und spricht im Interview darüber, was sie am Drehbuch so begeistert hat und wie sie auf das Thema Künstliche Intelligenz in der Branche blickt. Am 7. November ist die Serie in der ZDF-Mediathek gestartet.

Der Filmemacher Mehmet Akif Büyükatalay, Mitgründer von Filmfaust, feierte mit seinem neuen, Drama „Hysteria“ Weltpremiere bei der Berlinale. Jetzt ist der Film im Verleih von Rapid Eye Movies gestartet. Wir fragten den Filmemacher zum Fokus in seinem Werk und von Filmfaust.

Am Dienstag feierte die NDR-Serie „Schwarzes Gold“ in Hannover große Premiere. Der historische Sechsteiler mit u.a. Harriet Herbig-Matten und Aaron Hilmer ist die bis dato teuerste Produktion, die die nordmedia gefördert hat. Wir wollten von Förderchefin Meike Götz wissen, wie wichtig dieses Projekt für den Standort ist und welche Strahlkraft von ihm ausgeht.

Bereits zum dritten Mal inszeniert Dan Trachtenberg einen Film innerhalb des „Predator“-Franchise. Was „Predator: Badlands“ so besonders macht und von welchen Werken er sich inspirieren ließ, erzählt er im Interview mit THE SPOT.

Beim Geneva International Film Festival wird Stephen Frears mit dem Film & Beyond Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Wir sprachen mit dem Regisseur von Filmen wie „Die Queen“ oder „The Lost King“ über seinen Blick auf die Filmindustrie und das Filmemachen.

Noch bis 16. November findet wieder das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg statt. Im Interview spricht Festivalleiter Sascha Keilholz darüber, warum Nachwuchs so wichtig für das Festival ist, welche Themen ihm dieses Jahr besonders aufgefallen sind, und wieso auch wieder ein stärkerer Fokus auf dem Dokumentarfilm liegen soll.
Vor dem Start der diesjährigen Ausgabe des Cutting Edge Talent Camps im Rahmen des Internationalen Film Festivals Mannheim-Heidelberg haben wir mit dem neuen Leitungstrio, Tina Haagmann, Titus Kreyenberg & Cécile Tollu-Polonowski, über die zukünftigen Pläne für das Nachwuchsprogramm gesprochen.
Nach „The Stranger“, der für Palästina ins Oscar-Rennen ging, legt Ameer Fakher Eldin mit der Berlinale-Premiere „Yunan“ seinen zweiten Langspielfilm vor. Am 13. November startet er in den deutschen Kinos. Wir sprachen mit dem Filmemacher über die Rolle der Natur in seinem Drama und den geplanten Abschluss seiner Trilogie.

Die DFFB-Studentin Julia Ketelhut wurde für „Garnelius“ mit dem Deutschen Kurzfilmpreis für den besten mittellangen Film ausgezeichnet. Wir sprachen mit ihr u.a. über ihr Faible für eine Mischung aus realistischer und surrealer Erzählweise und fürs Casting von Schauspiellaien und fragten nach ihren Plänen für die Zukunft.
GUCKKASTEN
Reviews
Neuer Stoff, von SPOT media & film wie immer kompetent und mit Freude am Film besprochen.
Fürs Kino
„Predator: Badlands“ (Disney)
„Der Fremde“ (Weltkino)
„How to Make a Killing“ (Weltkino)
„Lolita lesen in Teheran“ (Weltkino)
„Das Ungesagte“ (ImFilm)
„Hysteria“ (Rapid Eye Movies)

Fürs Streaming
„Pluribus“ (Apple)
„Der letzte Bulle“ (Prime / Sat.1)
„the other gAIrl“ (ZDF)
„Hagen Benz – Das Böse in dir“ (ARD Degeto)
„La Linea della Palma“ (Filmfestival Genf)
Trailer
Natürlich gab es auch vergangene Woche nicht nur komplette Filme zu bewundern. Hier ist ein Überblick über die neuen Trailer, die veröffentlicht wurden.

KINO
„Woodwalkers 2“ (STUDIOCANAL)
„Die Ältern“ (Constantin Film)
„Michael“ (Universal)
TV/STREAMING
„Gomorrah – The Origins“ (Sky)
„The Abandons“ (Netflix)
„Oh. What. Fun.“ (Prime Video)
THE HOT SPOT
Hier noch einmal im Überblick die wichtigsten Neustarts in dieser Woche…
Außerdem (bei Kollegen) gelesen und (von uns) für interessant befunden…
• Seit 100 Tagen leitet David Ellison via seiner von Papa Larry Ellison finanzierten Skydance das Studio Paramount. Variety hat sich die Mühe gemacht, eine Zwischenbilanz zu ziehen und zu beleuchten, wohin die Reise für Pardance gehen könnte.
• Und Richard Rushfield hat für Ankler einen Blick auf den Artikel von Variety geworfen und sich seine eigenen Gedanken dazu gemacht.
• 30 Jahre „Toy Story“. Mir kommt es vor wie gestern, dass wir den ersten Pixar-Film im Screening-Raum bei Disney entdecken durften. Die New York Times hält zum Jubiläum ein Quiz für Profis bereit.
SHORT GOODBYE
Die Auswahl an diesem Wochenende fiel nicht besonders leicht. Zwei Titel in neu gestarteten Filmen konkurrierten miteinander: „Crazy Love“ von Van Morrison ist der Song, zu dem Anke Engelke und Ulrich Tukur in dem einen Moment der Harmonie und Gemeinsamkeit in „Dann passiert das Leben“ von Neele Leana Vollmar tanzen. Und „Don’t Dream It’s Over“ von Crowded House ist der erklärte Lieblingssong des Ehepaares in „The Change“ von Jan Komasa, das von Diane Lane und Kyle Chandler gespielt wird. Am Ende gab die pure Präferenz für Van Morrison und sein Jahrhundertalbum „Moondance“ den Ausschlag. Kann man immer hören, auch an diesem Wochenende, das hoffentlich ein Erholsames für sie sein wird. Weil: It’s a marvelous weekend for a moondance (in der Version von Van Morrison und in der Version von Grady Tate)…