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KINO KINO KINO (#05): Diesmal mit Constanze Klaue


Ein Leben ohne Kino ist möglich, aber nicht erstrebenswert. Mit unserem SPOT-Fragebogen KINO KINO KINO hören wir uns bei Filmemachern um, was ihre bleibenden Kinoerlebnisse waren. Hier antwortet die Autorin und Regisseurin Constanze Klaue, deren herausragendes Debüt „Mit der Faust in die Welt schlagen“ Premiere im Wettbewerb Perspectives der Berlinale feierte und am 3. April im Verleih von Across Nations ins Kino kommt.

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Autorin und Regisseurin Constanze Klaue, „Mit der Faust gegen den Wind schlagen“ (Credit: Flare Film / Chromosom Film)

Können Sie sich an Ihren ersten Kinobesuch erinnern? Was? Wann? Wo? Wie?

Ich kann mich noch sehr intensiv an die Vorstellung von „Free Willy“ erinnern. Das muss 1993 gewesen sein. Ich saß mit meiner Mutter und meinem Bruder im Kino Kosmos in Berlin, was es leider nicht mehr gibt. In meiner Erinnerung war der Saal gigantisch groß und der springende Wal auf der Leinwand überaus gewaltig. Leider war ich die halbe Vorstellung damit beschäftigt, irgendwie mit der Zunge eine Popcornschale aus meinem Hals zu friemeln, die sich hartnäckig festgesetzt hat. Danach konnte ich viele Jahre nicht verstehen, wie man freiwillig Popcorn essen kann, das Teufelszeug.

Gibt es einen besonderen Kinobesuch, den Sie als bleibend bezeichnen würden?

Drei Jahre nach „Free Willy“ bin ich mit meiner Mutter an ihrem Geburtstag zuerst ins Café Kranzler für Kaffee und Kuchen und dann ins Delphi gegangen, um uns „Jenseits der Stille“ von Caroline Link anzusehen. Der Film hat mich sehr beeindruckt. Anschließend hab ich mir von meinem Taschengeld ein Buch über Gebärdensprache gekauft und fleißig geübt. Ich kann noch immer: „Ich stehe auf und gehe auf Toilette“ sagen. Bis heute zählt der Film zu meinen Lieblingsfilmen und Caroline Link zu meinen Lieblingsregisseurinnen. 

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„Blair Witch Project“ (Credit: Imago / United Archives)

Gibt es einen Film, der Sie dazu bewegt hat, selbst Filmemacher werden zu wollen?

Also, ich würde nicht sagen, dass der Film mich künstlerisch angestoßen hat, aber definitiv als „Filmemacher“ aktiviert. Nach „Blair Witch Project“ konnte ich echt nicht schlafen und hatte schlimme Albträume. Der Realismus machte mich fertig. Das ging uns allen so, die wir den Film geschaut haben. Meine Freundin Sina und ich liehen uns kurze Zeit später in einem Laden einen Camcorder, fuhren nach Brandenburg und drehten an zwei Tagen die witzige Version von „Blair Witch“ nach und schenkten sie einer anderen Freundin zum Geburtstag. Wir gruselten uns sehr beim Drehen, aber hatten auch ziemlich großen Spaß. Leider ist die Videokassette verschollen.

Ihr schönster Kinobesuch?

Wir wollen hier ja ehrlich sein. Das war bestimmt „Titanic“. Auch im Kino Kosmos. Mann, Mann, Mann, was hab ich geweint und was hab ich geschmachtet. Leo ❤️!

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Kate Winslet und Leonardo DiCaprio in „Titanic“ (Credit: RTL/20th Century Fox/Disney)

Können Sie sich an einen Kinobesuch erinnern, der Ihnen auf besondere Weise verleidet wurde?

„Dancer in the Dark“ von Lars von Trier. Im Intimes in Friedrichshain. Wieder wir Mädels, die auch schon „Blair Witch Project“ zusammen gesehen haben. Auch hier war ich geschockt von dem Realismus, tief ergriffen, und irgendwann hab ich den langsamen Fall in die Katastrophe nicht mehr ausgehalten und einen Lachanfall bekommen, den ich nicht mehr kontrollieren konnte. Nach dem Lachanfall kamen dann die Tränen…

Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?

„Like A Complete Unknown“.

Welchen Film haben Sie am öftesten gesehen?

„Das Fenster zum Hof“ von Hitchcock und „Eins, zwei, drei“ von Billy Wilder.

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Alfred Hitchcocks „Das Fenster zum Hof“ mit James Stewart und Grace Kelly (Credit: Imago / Prod.DB)

Gibt es ein Guilty-Pleasure?

„Kevin – Allein zu Haus“.

Welchen Film Ihres Lieblingsregisseurs mögen Sie überhaupt nicht?

„Happy End“ von Haneke. Überhaupt nicht mögen stimmt nicht, aber ich war enttäuscht und warte so sehnsüchtig auf seinen nächsten Film. Das kann nicht wirklich sein „Happy End“ gewesen sein.

Auf welchen Kinofilm freuen Sie sich besonders?

Auf „Mit der Faust in die Welt schlagen“. Das ist zufällig meiner und kommt am 03. April in die Kinos.

Gibt es eine besondere Filmentdeckung, die Sie in jüngster Zeit gemacht haben?

Siehe die Frage davor.

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James Mangolds „Like a Complete Unknown“ mit Timothée Chalamet (Credit: Searchlight)

Gibt es einen Filmklassiker, den Sie bis heute nicht gesehen haben, den Sie aber unbedingt sehen wollen?

„Citizen Kane“.

Gibt es einen Filmklassiker, den Sie gerne selbst gemacht hätten?

Kein Klassiker, aber „The Florida Project“ von Sean Baker.

Warum muss man Ihren aktuellen/neuen/jüngsten Film unbedingt im Kino sehen?

Weil er hochaktuell, sehr berührend und nicht wertend ist. Ein bisschen witzig ist er auch.

Was soll Ihr nächster Film werden?

SUPERBUSEN. Der Name ist eine reine Marketingstrategie.

Kino bedeutet für Sie…

Flucht.